Remshalden

Fehlersuche nach dem Stromausfall

Stromnetz
Fehlersuche an der Trafostation im Birnblütenweg in Hebsack: Hier ist in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Kabelendverschluss explodiert, es kam zu einem Kurzschluss. © ZVW/Gaby Schneider

Remshalden. Es war eine harte Nuss, die die Mitarbeiter der Stadtwerke Schorndorf zu knacken hatten: Zwei Leitungen und eine Trafostation waren in der Nacht von Sonntag auf Montag in Remshalden praktisch auf einen Schlag lahmgelegt. Umleitungen für den Strom zu finden, ohne weitere Ausfälle zu verursachen, war kompliziert und dauerte.

Kurz nach 23 Uhr verabschiedete sich der erste Leitungsabschnitt zwischen Rohrbronn und Winterbach, etwa eine Dreiviertelstunde später kam es zu zwei weiteren Kurzschlüssen. Damit war in der Nacht von Sonntag auf Montag ein großer Teil von Remshalden abgeklemmt, ganz Rohrbronn war betroffen, dazu Teile von Hebsack und Geradstetten mit dem Gewerbegebiet und auch ein kleinerer Teil von Grunbach. Die meisten Haushalte waren für vier Stunden ohne Strom, vereinzelt sogar länger.

Was dauerte da so lange?

Wie schon zuvor Gabriele Laxander, die Geschäftsführerin des Remstalwerks, erklärt auch dessen Technischer Leiter Tobias Wiegand die Dauer mit der Komplexität des Ausfalls. „Wenn Sie drei Fehlerstellen in einem Ort haben, dann dauert das seine Zeit.“ Die Fachleute in der Leitstelle der Stadtwerke Schorndorf, die das Netz überwachen, hätten da sehr „intensiv reingucken“ müssen, um für alle Netzbereiche Lösungen zu finden, wie der Strom um die ausgefallenen Bereiche herumgeleitet werden konnte. „Da hat man bei drei Fehlern an unterschiedlichen Stellen nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten“, sagt Tobias Wiegand. Dabei müsse man darauf achten, dass man durch die Schaltungen zur Stromumleitung nicht andere Netzabschnitte überlaste, was dann wieder zu Ausfällen führen könne.

Kettenreaktionen sind im Stromnetz immer möglich, wie die drei Kurzschlüsse zeigen, die zum jüngsten Ausfall geführt haben. Der erste passierte in einer Freileitung zwischen Winterbach und Rohrbronn, genauer in einem sogenannten Überspannungsableiter an einem der Masten. „Das ist eine gewünschte Sollbruchstelle“, sagt Tobias Wiegand.

Ein Fehler führt oft zu einem anderen

Aber: Wenn es zu so einem Fehler komme, dann führe das immer auch in anderen Teilen des zusammenhängenden Netzes zu einer Überspannung, so Wiegand. Und wenn es dann auch anderswo Schwachstellen in Leitungen oder anderen Teilen gebe, dann könne auch dort ein Kurzschluss auftreten.

Beim zweiten Fehler in der Nacht von Sonntag auf Montag betraf es eine Leitung in der Erde im Bereich der Schönbühlstraße in Geradstetten-Süd, in der die Isolierung beschädigt gewesen sei. „Das ist im normalen Betrieb nicht rausmessbar“, sagt der Technische Leiter des Remstalwerks. Aber bei einer fehlerbedingten Überspannung könne die Schwachstelle dann eben zum Problem werden.

Zum dritten Mal geknallt hat es in der Trafostation im Birnblütenweg in Hebsack. Dort explodierte ein Kabelendverschluss, Diese Schaltanlage sei nun „erst mal zerstört“ und muss ersetzt werden, sagt Tobias Wiegand. Netztechnisch brauche man sie eigentlich nicht zwingend, aber man wolle sie wieder einsatzfähig machen, um gut für die Zukunft aufgestellt zu sein.

Remstalwerk wehrt sich gegen Kritik

Wie gut das Netz des Remstalwerks aufgestellt ist, das wird nun mal wieder debattiert, nachdem es in letzter Zeit immer wieder zu Ausfällen kommt und im November 2018 in Kernen sogar für sieben Stunden der Strom weg war. Viele Betroffene sind sich sicher: Stundenlange Stromausfälle gab es früher nicht.

Stimmt das? Wirklich schlüssige Daten ließen sich dazu kurzfristig nicht auftreiben. Remstalwerk-Geschäftsführerin Gabriele Laxander sagt jedoch: „Das kann man nicht bestätigen.“ Sie ist sicher: „Eine Mittelspannungsstörung kann nie in einer Viertelstunde abgearbeitet gewesen sein.“ Und: „Die gleichen Störungen wären unter Netze BW auch aufgetreten.“ Zum Hintergrund: Das von den Kommunen gegründete Remstalwerk hat das Netz in Kernen, Remshalden, Winterbach und Urbach ab 2017 von Netze BW übernommen.

Tobias Wiegand, der Technische Leiter des Remstalwerks, sagt: Dass es auch früher immer wieder zu Kurzschlüssen mit Ausfällen im Mittelspannungsnetz gekommen sein muss, das könne man den Leitungen ansehen. „Ich kann in unserem Netzplan erkennen, dass viele Kabelstücke ersetzt wurden. Das deutet auf frühere Fehler hin.“ Das Gefühl, das manche artikulieren, früher seien die Stromausfälle kürzer gewesen, sei „immer auch subjektiv“, sagt er. Wenn so etwas zum Beispiel zu bestimmten Nachtzeiten passiere, bekomme das kaum jemand mit.

Remshalden. Es war eine harte Nuss, die die Mitarbeiter der Stadtwerke Schorndorf zu knacken hatten: Zwei Leitungen und eine Trafostation waren in der Nacht von Sonntag auf Montag in Remshalden praktisch auf einen Schlag lahmgelegt. Umleitungen für den Strom zu finden, ohne weitere Ausfälle zu verursachen, war kompliziert und dauerte.

Kurz nach 23 Uhr verabschiedete sich der erste Leitungsabschnitt zwischen Rohrbronn und Winterbach, etwa eine Dreiviertelstunde später

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