Remshalden

Grunbacher Höhe: Remshaldener Verwaltung stellt sich Fragen aus der Bürgerschaft zum neuen Wohngebiet

Baugebiet Grunbacher Höhe
Stehen Rede und Antwort im Live-Stream (von links nach rechts): Jugendhausleiter Matthias Wiedenmann, Bürgermeister Reinhard Molt, Moderator Theo Rombach, Gregor Bäumle vom Planungsbüro und Baumatsleiterin Mira Irion. © ALEXANDRA PALMIZI

Bei einer Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung zur Zukunft des ehemaligen Realschul-Areals in Grunbach-Süd Anfang des Jahres war der Raum im IHK-Bildungshaus gut gefüllt. Mit gutem Grund: Auf der „Grunbacher Höhe“, wie das Gebiet inzwischen betitelt wurde, könnte Wohnraum für bis zu 230 Menschen entstehen. In der Folge der Bürgerinformationsveranstaltung hatten manche Anwohner aber Bedenken, was die Umsetzung der Planungen angeht.

Eigentlich wollte die Verwaltung der Bürgerschaft am Mittwochabend in der Wilhelm-Enßle-Halle vorstellen, wie sich die Planungen seitdem entwickelt haben. Die Corona-Pandemie machte ihr aber einen Strich durch die Rechnung. Via Live-Übertragung konnte die Veranstaltung nun immerhin digital stattfinden.

Die interessierte Bürgerschaft musste statt in der Halle zu Hause vor dem Bildschirm Platz nehmen. 63 Zuschauerinnen und Zuschauer haben das auch gemacht – weniger als bei der ersten Veranstaltung im Januar, aber das dürfte eher am Format als an mangelndem Interesse gelegen haben.

Wie wird entschieden, an wen die Baufelder veräußert werden?

Hier noch einmal ein kurzer Umriss dessen, was schon vor der Veranstaltung am Mittwoch bekannt war: Die freigewordene Fläche, auf der früher die Realschule stand, soll in den nächsten Jahren in Wohnraum konvertiert werden. Dafür wird das Gebiet in vier Baufelder aufgegliedert, zwei südlich der Goethestraße und zwei nördlich von ihr. Auf den zwei nördlichen Baufeldern befinden sich momentan die alte Schulsporthalle und zwei Außensportplätze. Was mit den Sportangeboten konkret geschieht, soll erst entschieden werden, nachdem die Ergebnisse einer Sportentwicklungskonzeption vorliegen.

Im ersten Schritt eines Konzeptvergabeverfahrens soll zunächst nur die Konversion und Vergabe der zwei Bauabschnitte südlich der Goethestraße erfolgen. In einem von ihnen soll sich das zukünftige Quartiershaus mit einer zweigruppigen Kinderkrippe befinden. Das Konzeptvergabeverfahren ermöglicht es, die Baufelder anhand von vorher festgelegten Qualitätskriterien an Investoren, Bauträger oder ein Wohnungsunternehmen zu veräußern.

Qualität vor Preis

„Es wird nicht auf den Markt gegangen und gesagt, wer bietet das meiste Geld für das Grundstück,“, erklärte Gregor Bäumle vom zuständigen Ingenieurbüro dahingehend im Live-Stream. Stattdessen werde darauf geschaut, wer die beste Qualität nach den Anforderungen, die gemeinsam mit der Gemeinde, den Anregungen aus der Bürgerschaft und der Politik, entwickelt werden, biete. Um sich für die beste Konzeption zu entscheiden, wird ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden. An dessen Ende steht ein Preisgericht, in dem sowohl der Bürgermeister als auch Gemeinderäte vertreten sind als auch Experten vom Fach und Sachverständige, unter ihnen auch zwei Bürgervertreter aus Grunbach.

Laut den Plänen, die Gregor Bäumle im Live-Stream vorstellte, soll das Preisgericht seine Entscheidung im Juni des nächsten Jahres treffen. Nach einer öffentlichen Ausstellung könnte der Gemeinderat dann bereits im Juli 2021 einen Beschluss Grundstücksvergabe fassen. 2022/23 könnte nach Bäumle ein Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan erfolgen und 2023/24 könnte die Gemeinde das Gebiet erschließen und die Investoren ihre privaten Baumaßnahmen umsetzen. Ein straffer Zeitplan, aber nach Aussage von Mira Irion, Bauamtsleiterin der Gemeinde, kein unrealistischer.

Ein Modell für andere Kommunen?

„Das Ziel ist die Schaffung eines innovativen, attraktiven und lebendigen Wohnquartiers von zukunftsorientierter Ausprägung und hoher Nachhaltigkeit, das sich gut in die Struktur von Grunbach-Süd einfügt und den Ortsteil aufwertet“, formulierte Gregor Bäumle in seiner Präsentation. Möglicherweise könne die Grunbacher Höhe über Remshalden hinaus ein Modell für andere Kommunen sein.

Das sind ambitionierte Ziele. Manche Vertreter der Grunbacher Bürgerschaft haben noch Zweifel, ob das mit den aktuellen Plänen so umgesetzt werden kann. Im Vorfeld der Veranstaltung gingen laut Moderator Theo Rombach knapp 60 Fragen von neun Personen ein, die er den Anwesenden im Laufe der Veranstaltung stellte. Dabei kristallisierten sich einige Themen heraus, die die Bürgerschaft besonders bewegen.

Wo könnte Ersatz für den roten Sportplatz geschaffen werden?

Einige Grunbacher Bürger sind besorgt darüber, was passiert, wenn der rote Sportplatz im nördlichen Teil des Planungsgebiets wegfällt, der ihnen als Begegnungsstätte dient. „Ich freue mich, dass der Aktivspielplatz inzwischen in das Verfahren eingebunden wird“, sagte Matthias Wiedenmann, Jugendhausleiter der Gemeinde. Seit er mitbekommen habe, dass der rote Platz überbaut werden könnte, habe er sich vehement dafür eingesetzt, dass er erhalten bleibe oder dass adäquater Ersatz geschaffen werde. Nach dem momentanen Planungsstand würde ein Teil des Aktivspielplatzgeländes einem Ersatz für den roten Sportplatz zum Opfer fallen. Das wäre laut Wiedenmann aber vertretbar, da es noch genug Platz für das Spielen im Gelände gebe.

Das Positive an der Planung, so Wiedenmann, sei, dass auch das Aktivspielplatzgelände aufgewertet werden soll, eventuell im Rahmen einer Planungswerkstatt, an der auch Kinder und Jugendliche beteiligt werden könnten. Sowohl die Fragesteller als auch Herr Wiedenmann hielten es allerdings für wichtig, dass ein Ersatz für den roten Platz geschaffen werden sollte, bevor der alte verschwindet. Den Wunsch einiger Bürger, dass ein etwaiger Ersatzplatz zentraler im neuen Quartier liegen sollte, sah Bürgermeister Reinhard Molt kritisch. Es sei wichtig und gut, „Bolzplätze“ nicht wie Spielplätze in die Quartiere hineinzuplanen, da gäbe es spätestens in der zweiten Generation nachbarschaftliche Konflikte.

Wie könnte der Parkplatzdruck entschärft werden?

Auch die Themen Mobilität und Parkplatzdruck in Grunbach-Süd beschäftigen die Anwohner. Nach der aktuell geplanten Verkehrskonzeption soll das neue Wohnquartier hauptsächlich vom Osten her angefahren werden. Die Goethestraße soll - außer für Fahrzeuge der Müllabfuhr und von Rettungsdiensten - keine Durchfahrt mehr zur IHK bieten. Außerdem sind im neuen Gebiet hauptsächlich Tiefgaragen geplant, in denen die Anwohner ihre Autos und Fahrräder unterstellen können.

Der Parksuchverkehr der IHK-Besucher, der das Gebiet belastet, könnte laut Mira Irion „im besten Falle“ durch ein „Mini-Parkleitsystem“ geregelt werden. Hier sei die Verwaltung mit der IHK im Gespräch. Den Parkschlüssel von 1,5 geplanten Stellplätzen in dem neuen Gebiet hält die Verwaltung für angebracht, besonders unter den Aspekten des nahegelegenen Bahnhofs und der Nachhaltigkeit.

Einen verkehrsberuhigten Bereich in der Goethestraße, wie er in einer Frage von einem Bürger angeregt wurde, findet Bürgermeister Reinhard Molt schwierig. „Stellen Sie sich vor es fährt ein Pkw-Fahrer rückwärts aus seinem Stellplatz raus und überfährt ein Kind“, so der Bürgermeister. „Das kann man nicht verantworten.“ Zu suggerieren, dass die Kinder dort auf der Straße spielen können, wo Autos senkrecht parken, vermittle das falsche Bild.

Der Live-Stream steht noch bis Ende November zur Verfügung

Auch wer das neue Gebiet in Zukunft bevölkern könnte, beschäftigt die Grunbacher. Geplant ist ein familienfreundliches Gebiet, in dem aber auch Platz für soziales und altersgerechtes Wohnen sein soll. „Ich bin vollkommen überzeugt, dass meine Remshaldener das in jedem Fall mitkriegen, wenn drüben die Vermarktung losgeht“, so Reinhard Molt zur Thematik, ob Remshaldener bevorzugt benachrichtigt werden, wann im neuen Quartier Wohnraum zur Verfügung steht. Die Verwaltung werde aber auf jeden Fall mit den Bauträgern besprechen, ob eine Vorvermarktung vor Ort funktionieren würde.

Wer sich für die Antworten auf weitere Fragen aus der Bürgerschaft interessiert und sich über den aktuellen Planungsstand der Grunbacher Höhe informieren möchte, der findet unter www.remshalden.de/grunbacherhoehe den Link zum aufgenommenen Live-Stream. Das Video wird noch bis Ende November zur Verfügung stehen.

Bei einer Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung zur Zukunft des ehemaligen Realschul-Areals in Grunbach-Süd Anfang des Jahres war der Raum im IHK-Bildungshaus gut gefüllt. Mit gutem Grund: Auf der „Grunbacher Höhe“, wie das Gebiet inzwischen betitelt wurde, könnte Wohnraum für bis zu 230 Menschen entstehen. In der Folge der Bürgerinformationsveranstaltung hatten manche Anwohner aber Bedenken, was die Umsetzung der Planungen angeht.

Eigentlich wollte die Verwaltung der

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