Remshalden

Hoffnung für Eltern in Remshalden: Kommt nun doch endlich ein Waldkindergarten?

Waldkindergarten Winnenden
Einfach raus und ab ins Gestrüpp - solch einen Alltag könnten Remshaldener Kinder demnächst bekommen. © Benjamin Büttner

Ist es womöglich endlich so weit? Schon lange haben Eltern in Remshalden sich dafür eingesetzt, einen Waldkindergarten zu bekommen. Allerdings scheiterten sie bislang. Eigentlich brauche es mehr Ganztagesplätze und die seien in einem Waldkindergarten nicht zu bekommen - so lautete damals die Begründung.

Stattdessen hatte man im Kindergarten Rohrbronn eine naturnahe Kleingruppe installiert. Ein inzwischen beliebtes Angebot, das gerne von Eltern mit Naturverbundenheit gewählt wird. Zwölf Plätze gibt es hier.

Nun aber, nachdem nur eine der zwei geplanten Kitas gebaut werden kann, ist die Kommune unter Druck. Es müssen mehr Betreuungsplätze her. Und zwar zügig. Gerne auch kostengünstig. Erste Grobplanungen sehen vor, dass eine Waldkindergartengruppe 20 Kinder bis maximal 14 Uhr aufnehmen könnte.

Etliche Rückmeldungen von Eltern mit Kindern unter drei Jahren

Um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, hatte die Gemeinde nun eine Umfrage unter den Eltern gestartet. Veröffentlicht worden war sie im kommunalen Mitteilungsblatt. Und die Beteiligung war enorm, wie Markus Motschenbacher, Erster Beigeordneter der Kommune, findet. 137 Rückmeldungen gab es. Die meisten der Antwortenden haben derzeit Kinder im Alter bis zu drei Jahren. Passend. Schließlich soll der Kindergarten im Wald für Kinder ab drei Jahren eingerichtet werden.

Motschenbacher freut sich bei dieser Idee aber nicht nur über die zusätzlichen Betreuungsplätze. „Mit einem Waldkindergarten können wird unsere bisherige Angebotsvielfalt deutlich anheben.“

Wer soll der Träger werden?

Die Mitglieder des Remshaldener Gemeinderates haben vorbereitend bereits verschiedene Waldkindergärten in der Umgebung besucht, um sich einen Eindruck von den verschiedenen Konzepten zu machen. Soll der neue Kindergarten in kommunaler Trägerschaft oder über einen Elternverein betrieben werden?

Soll ein Bauwagen, eine Jurte oder eine kleine Hütte einen Schutzraum bieten? Etliche Fragen wären da noch zu klären, vorausgesetzt, es gäbe aus dem Verwaltungsausschuss am kommenden Montag, 24. Oktober, nun ein grundsätzliches „Ja“ zu einer solchen Betreuungseinrichtung.

Vier Standorte stehen zur Auswahl

Vier verschiedene mögliche Standorte sind bereits isoliert worden. Zwei davon liegen in Grunbach. Hier böte sich zum einen der Rasenplatz neben dem Sportplatz Buchklinge an. Dieser wird aktuell als Parkplatz genutzt. Zum anderen steht eine Fläche in der Nähe des Bürgerparks zur Debatte. Ein großer Vorteil wäre hier die gute Erreichbarkeit. 

Allerdings - so hat bereits der KVJS eingeworfen – ist der Standort an der Ortsdurchgangsstraße wenig naturnah. In Geradstetten könnte man sich einen Standort in der Nähe des Schweinbachs nahe an der Gemarkungsgrenze zu Winterbach vorstellen.

Salenhäule oder Schweinbach?

Und als vierten möglichen Standort für die Kindergartengruppe wurde ein Stück der Grünfläche am Freizeitgelände Salenhäule auserkoren. Schließlich sei’s dort nun wirklich sehr naturnah, durch den vorhandenen Parkplatz wäre der Kindergarten außerdem gut anzufahren.

Schon im Jahr 2019 hatte die Verwaltung im Auftrag des Gemeinderates und auf Wünsche einer Elterninitiative hin geprüft, ob auf dem Gelände im Salenhäule ein Waldkindergarten entstehen könnte – damals noch unter der Überlegung, die Waldschänke für einen Kindergarten umzunutzen.

Waldschenke als Standort?

Das allerdings wurde damals auch deshalb verworfen, weil mit der Nutzung eines feststehenden Gebäudes ein wesentlicher Aspekt des Waldkindergartens fehlen würde. Dennoch ist der Standort nun wieder im Gespräch - die Waldschenke aber gilt weiterhin als keine Option.

In den ersten Vorabplanungen seien, so Markus Motschenbacher, rund 100 000 Euro für eine Schutzunterkunft veranschlagt worden – wie auch immer diese dann aussehen könnte. Natürlich gebe es einen Puffer im Haushalt, könnten in diesen Zeiten solche Investitionen doch durchaus schnell um 50 000 Euro teurer werden.

Auch ein Waldkindi kostet Geld

Neben der Unterkunft müssten natürlich weitere Kosten für die Erstausstattung bedacht werden. Um die 10 000 Euro dürfte sich es dabei handeln, schätzt der Erste Beigeordnete. „Wie viel genau, wird man sehen, je nachdem, wie komfortabel oder spartanisch der Kindergarten ausgestattet werden soll.“

Hinzu kommen natürlich die laufenden Kosten, in der Hauptsache geht es dabei ums Personal – wenn es denn zu finden ist. Schließlich ist der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern derzeit überall akut. Allerdings sei die Verwaltung zuversichtlich, angesichts der besonderen Ausrichtung auch Personal zu finden.

Weshalb im Haushaltsplan fürs kommende Jahr derzeit sogar zwei Waldkindergarten-Gruppen verzeichnet sind? „Wir fangen jetzt mal mit einer Gruppe an“, erklärt Motschenbacher. Wenn das Interesse weiterhin ungebremst sei, könne man später durchaus noch eine Erweiterung vornehmen.

Ist es womöglich endlich so weit? Schon lange haben Eltern in Remshalden sich dafür eingesetzt, einen Waldkindergarten zu bekommen. Allerdings scheiterten sie bislang. Eigentlich brauche es mehr Ganztagesplätze und die seien in einem Waldkindergarten nicht zu bekommen - so lautete damals die Begründung.

Stattdessen hatte man im Kindergarten Rohrbronn eine naturnahe Kleingruppe installiert. Ein inzwischen beliebtes Angebot, das gerne von Eltern mit Naturverbundenheit gewählt wird.

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