Remshalden

Immer wieder Ärger mit wildem Müll und Vandalismus

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Allerlei Elektroschrott: Die Gemeinde Remshalden hat festgehalten, was an einem langen Wochenende zusammenkam. © Gemeinde Remshalden

Alte Computer, Autoreifen, Elektroschrott – wo eigentlich nur Altglas und Papier zu finden sein sollten, häufen sich in Remshalden öfters auch unerlaubte Entsorgungen an den Sammelstellen der Gemeinde. „Was sich da an einem Tag einfindet, ist unglaublich“, findet Bürgermeister Reinhard Molt. Der Verwaltungschef ärgert sich, dass bei der Bürgerschaft teilweise der Eindruck entsteht, die Gemeinde kümmere sich nicht. Die Mitarbeiter der Verwaltung kommen laut Molt durchaus regelmäßig vorbei. Das Problem: Die Müllberge, die aussehen, als hätten Menschen sie innerhalb von mehreren Wochen dort abgelegt, entstehen oft innerhalb von wenigen Tagen.

Auch am Dienstag nach dem langen Pfingstwochenende sammelte die Gemeinde bergeweise Müll ein. Dabei waren wieder einige unerlaubte Gegenstände, wie die besagten Autoreifen oder Computer. Reinhard Molt beobachtete, dass die lästigen Entsorgungen in den ersten Wochen der Corona-Krise, in denen noch strengere Kontaktbeschränkungen galten, zurückgingen, die Müllberge dafür aber in den vergangenen Wochen zugenommen haben. Er vermutet dahinter Menschen, die Verpasstes nachholen und jetzt gründlich ausmisten. Die verschmähten Gegenstände werden dann, so Molt, nach dem Motto „Irgendjemand wird’s schon holen“ an den Sammelstellen abgestellt. „Wir holen es dann auch relativ schnell“, sagt der Bürgermeister. „Der Berg wird sonst nur größer.“

Wilder Müll auf dem Waldparkplatz bei Buoch

Das ist allerdings ein personeller und finanzieller Mehraufwand für die Gemeinde. „Wir haben im Bauhof zwischenzeitlich ein ganzes Arsenal, das wir nicht bunkern, sondern wegbringen und recyceln“, sagt Reinhard Molt. Bevor der Schrott gegen einen Kostenersatz entsorgt wird, sortieren ihn die Verwaltungsmitarbeiter grob. Zeit, die sie auch anders verbringen könnten.

Die Sammelstellen sind aber nicht das einzige Problem. Vor kurzem erreichte uns das Foto einer empörten Person, die wilden Müll an einem Waldparkplatz bei der Buocher Straße zwischen Breuningsweiler und Buoch festgehalten hatte. Auf dem Bild sind mehrere Müllsäcke, Farbeimer und alte Reifen zu sehen, die dort laut der Person auch schon länger als eine Woche lagen. Damit nicht genug: Auf Facebook beschweren sich Menschen auch über Abfälle in den Weinbergen und Vandalismus am Aussichtspunkt Steinfelsen bei Grunbach.

Fast-Food-Tüten in den Weinbergen

„Es gibt vermehrte Müllhinterlassenschaften in den Weinbergen“, bestätigt Reinhard Molt. Zum Beispiel von Menschen, die sich bei Fast-Food-Ketten mit Essen eindecken, es sich in den Weinbergen gemütlich machen und die Verpackungen dann nicht wieder mitnehmen. Auch den Vandalismus am Aussichtspunkt kann der Bürgermeister bestätigen. „Ich finde es schlimm, dass es am Steinfelsen passiert, wo wir wirklich ein hervorragendes Fleckchen Erde gestaltet haben“, sagt er. „Es wurde gezündelt und verwüstet.“ Eine Ecke am Aussichtspunkt sei durch die Hitze wahrscheinlich abgebrochen und könne nicht ohne weiteres repariert werden. Reinhard Molt geht davon aus, dass der Bauhof zuerst den unterliegenden Steinfuß wieder instand setzen wird. „Bei noch einem Feuer würde er wahrscheinlich vollends auseinanderbrechen“, befürchtet er.

Auch am Aktivspielplatz in der Gemeinde machten sich Zerstörungswütige zu schaffen. Das Trennblech einer Tischtennisplatte wurde komplett herausgerissen. „Es sollte eigentlich ein vandalismussicheres Netz darstellen“, so Molt. „Aber es gibt nichts, was nicht zu zerstören ist.“

Als Bürgermeister findet Molt es schade, wenn er in die Rolle kommt, sich zu überlegen, ob es sich überhaupt noch lohnt, Dinge wieder instand zu setzen. „Dann verschwindet womöglich eine Attraktion, die 95 Prozent der Bürgerschaft liebgewonnen haben“, sagt er, bezogen auf den Steinfelsen. So weit ist es mit dem Aussichtspunkt aber wohl noch nicht gekommen.

In Remshaldens unmittelbarer Nachbargemeinde Winterbach konnte die Verwaltung nicht feststellen, dass unerlaubte Müllentsorgungen während Corona zugenommen haben. „Wilder Müll kommt schon immer wieder vor“, sagt die stellvertretende Hauptamtsleiterin Kristina Klafs aber. Besonders außerorts im Grünen sei das besonders ärgerlich. Auch Menschen, die an Sammelstellen Müll abgeben, der dort nicht hingehört, gebe es.

Müllprobleme sind nicht nur ein Remshaldener Thema

„Ich glaube, das ist bei jedem ein Thema und nicht ortsspezifisch“, sagt Plüderhausens Bürgermeister Andreas Schaffer zur Problematik, der ebenso nicht feststellen konnte, dass unerlaubte Müllablagerungen coronabedingt zugenommen haben. Allerdings sei die Wertstoffsammelstelle in Plüderhausen stärker frequentiert als sonst. „Die Leute haben Zeit, zu Hause auszuräumen“, vermutet auch Andreas Schaffer.

Sorge bereiten der Plüderhäuser Verwaltung stattdessen unter anderem die Wertstoffcontainer am Gänswasen. Laut Schaffer gab es sogar schon Überlegungen zu einer Überwachungsaktion, weil die Vermutung naheliegt, dass es immer die gleichen Personen sind, die dort unerlaubten Müll entsorgen. Da das Ordnungsamt aber im Moment nicht gut besetzt sei, wolle die Verwaltung sich dem Thema im Herbst noch einmal widmen.

Alte Computer, Autoreifen, Elektroschrott – wo eigentlich nur Altglas und Papier zu finden sein sollten, häufen sich in Remshalden öfters auch unerlaubte Entsorgungen an den Sammelstellen der Gemeinde. „Was sich da an einem Tag einfindet, ist unglaublich“, findet Bürgermeister Reinhard Molt. Der Verwaltungschef ärgert sich, dass bei der Bürgerschaft teilweise der Eindruck entsteht, die Gemeinde kümmere sich nicht. Die Mitarbeiter der Verwaltung kommen laut Molt durchaus regelmäßig vorbei.

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