Remshalden

Ist es Corona? Oder Heuschnupfen?

Kind schnupfen
Heuschnupfen? Corona? Das ist nicht immer gleich eindeutig entscheidbar. © Adobestock/Luckyboost

Die Symptome bei Heuschnupfen können an Beschwerden nach Corona-Infektion erinnern – darauf weist die AOK-Bezirksdirektion Ludwigsburg-Rems-Murr hin.

Die Nase läuft, die Augen sind gereizt - im Frühling leiden viele Menschen unter Heuschnupfen. 5,6 Prozent aller Versicherten der AOK im Rems-Murr-Kreis befanden sich im Jahr 2019 deshalb in ärztlicher Behandlung. Schon viele Kinder und Jugendliche sind betroffen - im Kreis waren es 4,1 Prozent aller Versicherten in dieser Altersgruppe.

„Bei Kindern bleiben Allergien oft zu lange unerkannt. Je früher man aber die richtige Diagnose stellt und eine Behandlung einleitet, desto besser lässt sich der weitere Erkrankungsverlauf günstig beeinflussen. Daher sollte man bei entsprechenden Symptomen frühzeitig den Haus- oder Kinderarzt aufsuchen“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

In Corona-Zeiten können die Symptome zu Verunsicherungen führen. Denn auch im Zusammenhang mit Heuschnupfen können manchmal Beschwerden auftreten, die denen einer Covid-19-Erkrankung ähnlich sind. Zwar stehen bei Heuschnupfen allergischer Schnupfen, also Niesattacken und laufende oder verstopfte Nase, sowie häufig auch Augenjucken im Vordergrund. Doch Heuschnupfen kann auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten und Atemnot führen - beides Beschwerden, die auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten können. Außerdem ist es möglich, dass zum Heuschnupfen eine Atemwegsinfektion hinzukommt.

Dafür spricht, wenn zusätzlich zu den typischen allergischen Reaktionen ein außergewöhnlicher Husten oder auch Fieber auftreten. Betroffene sollten sich in beiden Fällen telefonisch an ihren behandelnden Arzt wenden und mit ihm das weitere Vorgehen klären, zum Beispiel auch, ob ein Covid-19-Test sinnvoll ist.

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Am besten ist es, die Auslöser, sofern diese bekannt sind, zu meiden. Wer zum Beispiel gegen Pollen allergisch ist, kann an Tagen mit starkem Pollenflug beim Autofahren die Fenster geschlossen halten; es hilft obendrein auch, vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen.

Studien haben zudem gezeigt, dass bei milden Beschwerden salzhaltige Nasensprays und Nasenspülungen Erleichterung schaffen. Sind die Beschwerden stärker, reichen diese Präparate jedoch nicht aus. Aber sie können zusätzlich zu den verordneten Medikamenten genutzt werden, wodurch deren Dosis manchmal verringert werden kann. Weitere Maßnahmen sollten individuell mit dem Haus- oder Kinderarzt besprochen werden.