Remshalden

Jetzt geht's los: Aldi in Remshalden baut ehemaligen Edeka Schieber um

ex EDEKA
Mal ist mehr los auf der Baustelle beim ehemaligen Edeka Schieber, mal weniger. In Kürze startet hier der Aldi-Umbau richtig durch. Im Herbst dieses Jahres soll Eröffnung sein. © Gabriel Habermann

Es tut sich was auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes an der Alfred-Klingele-Straße in Geradstetten. Zeitweise wurden die ersten Baufahrzeuge gesichtet. Baumaterialien werden angeliefert, vor der Filiale bereitet ein Bagger die Verlegung von Stromkabeln für die künftige Parkplatzbeleuchtung vor. Im Inneren wird schon gerödelt und auch die Baugenehmigung für die übrigen Eingriffe im Außenbereich ist jetzt wohl beim Konzern angekommen. Aldi hat mit den Umbauarbeiten begonnen. Für den Herbst dieses Jahres ist schon die Eröffnung geplant. Bis dahin müssen aber nicht nur die Fluchtwege verlegt werden, auch sonst sind etliche Arbeiten nötig.

Bürgermeister Reinhard Molt erklärt: „Aldi will an diesem Standort wohl in die dritte Dimension gehen.“ Statt der Kühltruhen würden an etlichen Stellen des Marktes eher Schränke, die in die Höhe wachsen, eingebaut werden. So seien erheblich mehr Produkte unterzubringen. Und von Seiten der Pressestelle heißt es hierzu: „Aldi bedient jetzt schon verschiedene Standorte in unterschiedlichen Größen und präsentiert dennoch immer das gesamte Sortiment.“ Das würde man eben auf unterschiedliche Weise umsetzen. In Remshalden sollen wohl am Eingang frisches Obst und Gemüse angeboten werden sowie gekühltes Frischfleisch und Fisch. Auch das Angebot „Meine Backwelt“ wird sich in dem Markt wiederfinden.

Viele trauern der Idee eines Vollsortimenters hinterher

Dass der Konzern auf der Fläche durchaus kreativ werden muss, um das gesamte Sortiment unterzubekommen ist angesichts der vorhandenen Fläche klar. Denn die 830 Quadratmeter waren schon dem Vorgänger, dem Edeka-Markt Schieber, zu klein geworden. Seit Herbst 2019 steht das Gebäude leer. Während die einen Remshaldener sich nun auf den neuen Discounter freuen, trauern die anderen noch immer der Idee eines Vollsortimenters nach.

Allerdings: Der damalige Edeka-Betreiber hatte seinen Markt an dieser Stelle aufgegeben, nachdem er keine Genehmigung bekommen hatte, sich zu vergrößern. Ein weiterer Betrieb des Geschäfts ohne die Erweiterung wäre für ihn nicht mehr rentabel gewesen, heißt es. Abgesehen davon befindet sich das Grundstück im privaten Besitz, die Gemeindeverwaltung hat keinerlei Einfluss auf die dortigen Pachtverhältnisse. Lediglich beim Bebauungsplan hat die Verwaltung zusammen mit dem Gemeinderat Gestaltungsmöglichkeiten.

Edeka durfte nicht erweitern

Weshalb der Edeka-Markt damals nicht erweitern durfte? Bürgermeister Molt erklärt die längst vergangene Entscheidung: Für eine Marktfläche von mehr als 800 Quadratmetern braucht es eine Ausweisung des Gebietes zum „Sondergebiet.“ Dafür muss der bestimmte Standort einen gewissen Einzugsbereich vorweisen können. Die entsprechenden Kunden hätte Geradstetten zwar gehabt, aber den Joker „Sondergebiet“ kann die Gemeinde für den Teilort nur ein einziges Mal ziehen. Und der soll an anderer Stelle zum Einsatz kommen.

Langfristiges Ziel: „Sondergebiet“ an der Mittelquerspange

Seitens der Verwaltung hat man damit Größeres vor. Schließlich ist schon seit dem Umzug des Rathauses an die Mittelquerspange geplant, hier ein neues Nahversorgungszentrum einzurichten. Und dafür möchte man den Joker zurückhalten. Vermutlich wäre man an dieser Stelle schon viel weiter gekommen, wenn nicht im Jahr 2014 die Hochwassergefahrenkarte dazwischengekommen wäre. Sie hat nämlich jene Fläche, die eigentlich einmal als neue Mitte der Gemeindeteile Geradstetten und Grunbach fungieren soll, als notwendige Retentionsfläche für Hochwasser ausgewiesen. Damit waren die Pläne des Nahversorgungszentrums vorläufig ad acta gelegt worden.

2028 könnte man an der "Neuen Mitte" ebenfalls einkaufen

Weil aber seither etliche Hochwasserrückhaltebecken entlang von Rems und Wieslauf dazugekommen sind, besteht Anlass zur Hoffnung, dass bei einer erneuten Berechnung die Fläche für die ursprünglichen Pläne wieder frei werden könnte. „Die Hochwasserlinien werden besser, wenn die Wirksamkeit der neuen Rückhaltebecken berücksichtig wird“, da ist sich Bürgermeister Molt sicher. „Da bin ich optimistisch.“ Schon fürs kommende Jahr wird die neue Berechnung erwartet. 2024 könnten erste Entscheidungen zum „Sondergebiet“ beim Rathaus getroffen werden, zwei Jahre später könnte die äußere Erschließung folgen. Aber erst frühestens im Jahr 2028 könnte hier tatsächlich der erste Laden seine Türen öffnen. Und dafür muss ab jetzt schon alles wie am Schnürchen laufen.

Dritter Supermarkt willkommen

Dass eine Filiale des Discounters nun den brachliegenden Schieber-Markt neu belebt, sei für Remshalden insgesamt ein Glücksfall, findet Molt. Ein dritter Anbieter von Lebensmitteln ergänze das bestehende Angebot optimal. Und auch im Aldi-Konzern ist man froh, nun eine Filiale in Remshalden eröffnen zu können.

Immerhin hat man sich schon seit mehreren Jahren um Räume in Remshalden bemüht. Das Unternehmen wollte ursprünglich auf dem Areal der ehemaligen Firma Rommenhöller an der Einmündung Eisenbahnstraße/Rommenhöllerstraße einen Markt eröffnen, das Vorhaben scheiterte aber, weil die Firma Kraiss & Friz nebenan sensible Gase abfüllt. Hier wäre die Errichtung eines größeren Aldi-Marktes möglich gewesen, weil in Grunbach bislang noch kein „Sondergebiet“ ausgewiesen ist.

Es tut sich was auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes an der Alfred-Klingele-Straße in Geradstetten. Zeitweise wurden die ersten Baufahrzeuge gesichtet. Baumaterialien werden angeliefert, vor der Filiale bereitet ein Bagger die Verlegung von Stromkabeln für die künftige Parkplatzbeleuchtung vor. Im Inneren wird schon gerödelt und auch die Baugenehmigung für die übrigen Eingriffe im Außenbereich ist jetzt wohl beim Konzern angekommen. Aldi hat mit den Umbauarbeiten begonnen. Für den

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