Remshalden

Lego-Sonntag im Museum Remshalden: Schätze bewundern und vor Ort spielen

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Eine frische Limo auf der belaubten Terrasse eines guten Lokals - so lässt sich der Sommer genießen. © Büttner

Hier lässt es sich vortrefflich abtauchen. Hinein in eine fremde, bunte Stadt. Sightseeing im Lego-Format: Da gibt’s ein Kino, Restaurants und Wohnungen, eine vielbefahrene Straße, Werbeschilder. Drum herum ums wuselige Leben fährt eine Bahn und kutschiert die Lego-Figuren von A nach B.

Eine Demonstration lässt politisches Bewusstsein bei den Vier-Zentimeterlingen vermuten, ein paar Schritte weiter treiben Räuber ihr Unwesen und überfallen einen Geldtransporter. Wer Zeit mitbringt und offene Augen dazu, kann auf den Lego-Platten ganze Geschichten lesen und auf die Reise in die Vergangenheit gehen: Die Evolution der Legomännchen ist da ebenso zu entdecken wie ein Abriss über die Entwicklung der zusammenbaubaren Fahrzeuge.

Minimalismus ist nichts für den Sammler

„Stadt & Land“ lautet das Thema der überraschend vielfältigen Schau, die die Initiatorinnen des Museumsvereins zusammen mit dem Sammler und ehemaligen Lehrer Roland Birkle im ersten Stock an der Schiller-Straße 48 haben entstehen lassen. Hier macht der Althüttener einen Teil seiner Schätze zugänglich – einen wirklich kleinen Teil.

„Mein ganzes Haus ist voller Lego“, erzählt er. Seit er denken kann, sammelt er die dänischen Plastikbausteine in allen Varianten. „Ich brauch’ das um mich herum.“ Eine clean minimalistische Wohnung, das wäre nichts für den Mittsiebziger.

Tatsächlich sammelt er noch allerhand anderes: Blechspielzeug, Schallplatten, mehr als 1000 alte Brettspiele besitzt er. Zu schön seien die Welten, die inmitten des Spielzeugs entstehen. „Irgendwie kommen die Sachen einfach so zu mir.“ Wahnsinnige Mengen an Geld gebe er für seine Sammelleidenschaft aber nicht aus. Ob Verwandtschaft oder Freundeskreis – wer Spielzeug aussortiert, denkt sofort an ihn.

Großes Vergnügen: Alte Konvolute zum ersten Mal sichten

Und wie er es genießt, wenn er eine große Kiste einst bespielter Legosteine vermacht bekommt. Dann geht er auf Schatzsuche, spürt dem nach, was das entsprechende Kind wohl aus seinen Steinen gebaut hatte. Richtig spannend sei das – und halte häufig auch so manche Überraschung und Rarität bereit. Oft kämen sogar Bekannte zu Besuch, um sich in Ruhe seine Sammlung auszusehen. „Ein Tag reicht da aber eigentlich nicht aus, um alles zu sehen.“

Warum er überhaupt so viele Dinge sammelt? „Ich kann einfach nichts wegwerfen“, erzählt er. Noch dazu gefielen ihm alte Dingen eben erheblich besser als neue. Das habe auch dazu geführt, dass ein Großteil seiner Möbel antik daherkommt. „Ich leb’ in meiner Sammlung und freu’ mich dran.“

Bestückt er mit seinen Schätzen Ausstellungen – was recht häufig passiert –, guckt er zuvor alle bereits aufgebauten Gebäude durch, prüft sie auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Kleinere Elemente baut er für die jeweiligen Vitrinen auch extra auf – mal ist’s ein Flughafen mit Rollfeld, mal ein Ein-Familien-Haus aus den 80er Jahren, mal Schlosselemente aus der Disney-Reihe.

Es macht ihm Spaß, sich immer wieder kleine Geschichten auszudenken – ganz nach dem einstigen Slogan der Firma „Jeden Tag ein neues Spielzeug“.

Wenn's Enkele mit dem Opa baut

Wirklich besonders am Lego-Spielzeug sei, dass es wirklich alle Generationen miteinander verbinde – vom Opa bis zum Enkelkind. Jeder habe schon mit den bunten Steinen eigene Geschichten gebaut, geradezu erlebt. Da kann einfach jeder mitreden. Da weiß jeder eine Erinnerung.

Das wiederum zeige sich deutlich an den guten Besucherzahlen. „Zwischen 65 und 92 Menschen haben das Museum seit Beginn der Ausstellung an jedem geöffneten Sonntag besucht", weiß Irmgard Fischer, die Vorsitzende des Museumsvereins. „Das freut uns sehr.“ Birkle versucht, an so vielen Terminen wie möglich dabei zu sein. Zum einen freuten sich die Besucher immer sehr, sich mit jemandem über ihre eigene Lego-Vergangenheit auszutauschen. Zum anderen lausche auch er gerne deren Erzählungen.

Themenwechsel in der Ausstellung zum 2. April

Bis 26. März ist die Ausstellung im Museum Grunbach immer sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Eine Spielecke mit reichlich Lego-Steinen lädt zudem ab Februar Kinder zum Bauen und Basteln ein. Zusätzliche Bilder und Animationen ringsum regen dabei ihre Fantasie an.

Es folgt eine kleine Umbaupause, bevor die Ausstellung am 2. April wieder eröffnet. Bis zum 25. Juni ist sie daraufhin unter dem Motto „Technik & Abenteuer“ zu sehen. „Dann wimmelt es hier nur so von Rittern und Piraten“, schwärmt Birkle, der sich schon jetzt auf die neue Ausstellung freut. An den Platz der großen Legostadt zieht dann eine Mondwelt mit Raumfahrzeugen, Licht und Soundeffekten.

Hier lässt es sich vortrefflich abtauchen. Hinein in eine fremde, bunte Stadt. Sightseeing im Lego-Format: Da gibt’s ein Kino, Restaurants und Wohnungen, eine vielbefahrene Straße, Werbeschilder. Drum herum ums wuselige Leben fährt eine Bahn und kutschiert die Lego-Figuren von A nach B.

Eine Demonstration lässt politisches Bewusstsein bei den Vier-Zentimeterlingen vermuten, ein paar Schritte weiter treiben Räuber ihr Unwesen und überfallen einen Geldtransporter. Wer Zeit mitbringt und

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