Remshalden

Neue Mitte mit vielen Fragezeichen

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Bürgermeisterkandidaten in Remshalden_0
Reinhard Molt, Axel Fischer und Fridi Miller bewerben sich um das Bürgermeisteramt in Remshalden. © ZVW/Danny Galm
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Reinhard Molt wurde schon länger als möglicher Kandidat gehandelt.
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Axel Fischer nimmt einen zweiten Anlauf, Bürgermeister von Remshalden zu werden.
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Friedhild Anni Miller bewirbt sich bei auch in Remshalden.

Remshalden. An der Neuen Mitte für Remshalden wurde schon viel geplant, Ideen diskutiert, Konzepte gemacht. Doch auch nach vielen Jahren steht das Rathaus weiterhin etwas verloren am Geradstettener Ortsrand. Nach wie vor gibt es sehr unterschiedliche Ideen und Vorstellungen darüber, wie es dort weitergehen soll. Und was passiert eigentlich mit den alten Ortskernen, wenn sich Remshalden weiter zentralisiert?

Wenn die Neue Mitte weiterentwickelt wird: Was muss aus Ihrer Sicht dort hin?

Reinhard Molt: Ich weiß, dass viele in Remshalden einen Drogeriemarkt oder Lebensmitteldiscounter vermissen. Das ist die eine Seite. Andererseits ist bekannt, dass großflächiger Einzelhandel in Randlagen sich zwangsläufig auf die bestehenden Geschäfte in den zentralen Lagen auswirkt. Noch wissen wir nicht, was das konkret für Remshalden bedeuten würde. Deswegen neige ich zu einem behutsamen Vorgehen. Bevor wir uns auf Jahrzehnte festlegen, brauchen wir die bestmögliche Expertise und eine intensive fachliche Diskussion aller Betroffenen. Denn das, was wir heute entscheiden, soll auch noch in einigen Jahren das beste Nutzungskonzept sein. Insofern dürfen wir nicht nur auf den Einzelhandel schauen. Auch Sport, Kultur, Begegnung oder Wohnen kann ich mir in diesem Gebiet gut vorstellen.

Wie kann es gelingen, gleichzeitig die Ortskerne zu stärken?

Reinhard Molt: Ortskerne lassen sich am besten stärken, wenn Verbraucher, Handel, Gastronomie und Kommune dies als Gemeinschaftsaufgabe sehen. Ortskerne müssen attraktiv sein und zum Verweilen einladen. In Remshalden sorgt der Weinbau schon für gute Grundvoraussetzungen. Als Bürgermeister werde ich mich für die Attraktivität des Öffentlichen Raumes (Wege, Straßen, Beleuchtung, Barrierefreiheit, Möblierung etc.) einsetzen. Neubürger möchte ich im Rahmen einer Neubürgerbegrüßung nicht nur mit den Dienstleistungen des Rathauses bekanntmachen, sondern auch die Vereine und den Einzelhandel ebenso wie die Hofläden in die Präsentation unserer vielfältigen Gemeinde einbinden.

Wenn die Neue Mitte weiterentwickelt wird: Was muss aus Ihrer Sicht dort hin?

Axel Fischer: Eine neue Gewerbefläche ist kein neuer Ortskern. Vergeblich wird dies versucht zu erzwingen und erinnert an Frankensteins Monster. Künstlich erzeugt wird er seiner Rolle nicht gerecht. Viel wichtiger ist es, die traditionellen Ortskerne wiederzubeleben. Dies bedarf Anstrengung genug. Wenn alle Gewerbeflächen belebt sind, und das Geschäftsleben innerorts floriert, muss man sich fragen, ob weitere Vollernter überhaupt benötigt werden. Der Ausbau bereits vorhandener Vollsortimenter ist da sinnvoller. Wir brauchen Spielflächen, Hundeplätze, Fischteiche, Biotope, Liegewiese-Badesee und Promenade-Strandcafé.

Wie kann es gelingen, gleichzeitig die Ortskerne zu stärken?

Axel Fischer: Die Grünflächen werden schon als Naherholungsgebiet genutzt. Landschaftsarchitektonische Aufwertung kann einen Anziehungspunkt überregionaler Wahrnehmung schaffen. Dies beeinflusst positiv Besucherzahlen und Gastronomie. Die Belebung der Bergdörfer ist schwierig. Ein geschicktes Konzept, um hier ein Grundsortiment an Lebensmitteln und Alltagsbedarf anzubieten, gilt es zu erarbeiten. Weniger Busse und halbjährige Umleitungen tragen jedenfalls nicht zur Belebung bei. Der Markt gehört zurück in den Ortskern und bei schlechtem Wetter in die alte Kelter. Vor allem in der Schmalzgasse sollte am Straßenfest und Weihnachtsmarkt wieder „fett abgeschmatzt“ werden. Frei werdende und neue Gewerbeflächen geben Grunbach und Geradstetten die Chance, der Ortskern-Verödung entgegenzuwirken.

Wenn die Neue Mitte weiterentwickelt wird: Was muss aus Ihrer Sicht dort hin? Wie kann es gelingen, gleichzeitig die Ortskerne zu stärken?

Friedhild Miller: Ganz ehrlich, die „Neue Mitte“ ist schon seit Jahrzehnten Thema in Remshalden. Es ist ein Armutszeugnis für den scheidenden Bürgermeister und die Gemeinderäte, dass dieses Thema immer noch nicht zum Wohle der Bürger gelöst ist. Dass der bisherige Bürgermeister Stefan Breiter nun auch noch Finanzbürgermeister von Freiburg geworden ist, zeigt für mich erneut, dass der Filz immer noch perfekt zusammenarbeitet und nur die in Deutschland was werden, die Millionen verschleudern und nicht wirklich was bewegen.
Wird Zeit, dass ich, Fridi, aufräume und gemeinsam mit den Bürgern den Bürgerhaushalt/Bürgerentscheid lebe und dass auf dem Rathaus gemacht wird, was die Bürger tatsächlich wollen!
Aber in Remshalden scheint ja die Devise zu gelten, die Ratten verlassen das sinkende Schiff, die Nummer 2 im Rathaus, Dieter Schienmann, will ja nun Bürgermiester in Urbach werden. Ein Schelm, wer Böses denkt ...

(Anmerkung der Redaktion: Friedhild Miller hat nur eine Antwort auf beide Fragen geschickt.)


Die Wahl und der Wahl-Check

  • In unserer Wahl-Check-Serie beleuchten wir Themen und Fragen, die für Remshalden wichtig sind, und sprechen dazu mit Entscheidern, Machern und Bürgern aus der Gemeinde. Die Kandidaten antworten auf zentrale Fragen zu den einzelnen Themen, mit einer vorgegebenen maximalen Länge für die Antworten.
  • In Remshalden wird am 6. Mai gewählt. Bisher gibt es drei Bewerber: Reinhard Molt, Axel Fischer und Friedhild Miller. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Montag, 9. April, 18 Uhr.
  • Amtsinhaber Stefan Breiter hat sich wegbeworben und ist ab April Finanzbürgermeister in Freiburg.