Remshalden

Neue Sonderausstellung im Museum Buoch: Mit Spielzeug-Fahrzeugen durch die Jahrzehnte

Spielzeug Autos
Windschnittig und bildschön. © Benjamin Büttner

Wer gerne abtauchen möchte in eine ganz andere, ganz kleine Welt, der ist gerade im Buocher Heimatmuseum bestens aufgehoben. Der Museumsverein zeigt in seiner 70. Sonderausstellung eine Zeitreise mit Spielfahrzeugen. Da gibt es Historisches aus Blech, ebenso wie moderne Gefährte aus der Generation Playmobil. Wer sich drauf einlässt, sich über die Ausstellungstruhen beugt und die Augen wirklich öffnet, kann Faszinierendes entdecken.

Eine Szenerie zieht ihren Betrachter in die Mitte einer Straßenkreuzung aus den 50er Jahren. Schuco, Varianto 3061 macht’s möglich: Limousinen in Hellblau und Cremebeige umfahren das Straßenpolizistenhäuschen, Reklametafeln, eine Tankstelle. Wer nur lang genug hinblickt, hört in seiner Vorstellung Gehupe, riecht die Abgase, wartet darauf, eine Dame im Petticoat ums Eck biegen zu sehen. Sicher trägt sie eine Eiswaffel in der Hand ...

Champagnerdusche und Boxenstopp

Dann geht’s weiter. Rennstrecke, Formel 1, Menschenmengen. Der Asphalt kreischt. Hier reihen sich die flotten Flitzer aneinander, beim Boxenstopp scheinen die Arbeiter wie Maschinen Hand in Hand zu arbeiten. Im Hintergrund schon eine Siegerehrung. Wo bleibt die Champagnerdusche?

Natürlich gibt’s auch Spielfahrzeuge, die die Geschichten diverser Filme nacherzählen, Star Wars, Spiderman, alle sind sie am Start. Dazu ein selbst gebautes Rennauto für ein Kind. Schwer ist es, im Nachhinein festzustellen, ob das Kind oder der bastelnde Vater mehr Freude an dem Konstrukt der 70er Jahre hatten. Es liegt die Vermutung nahe: beide. Ein tolles Teil. Der Eigentümer wurde unter Garantie bewundert auf den Spielstraßen eines längst vergangenen Jahrzehnts.

Kindheit wiederentdecken, Zeitreisen und Träume

Parkgaragen in verschiedenen Variationen, Modellautos und kleinste Miniaturen - hier gibt’s alles zu finden, wovon ein (längst erwachsenen gewordenes) Kinderherz nur träumen kann. Wer auch immer hier hindurchschlendert, wird Wagen aus seiner eigenen Kindheit entdecken und mit ihnen hineinbrausen in eine längst vergangene Zeit.

Ursprünglich war die Ausstellung auch mit einem Spielebereich für Kinder geplant, aber Corona hat auch hier einmal mehr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil beim gemeinsamen Autofernsteuern die Abstände nicht sicher gewahrt werden können, ist dies nicht möglich.

Sehnsucht nach den alten Zeiten 

Auch eine Vernissage war nicht drin. Zu schade, findet auch Christel Fezer. Sie ist seit den 70er Jahren Mitglied im Heimatverein und kann sich an unzählige solcher wunderschönen gesellschaftlichen Ereignisse mit musikalischer und literarischer Untermalung an der geradezu historischen Buocher Villenstraße erinnern. Ein „Kaffeenachmittag“ im Nachgang einer Porzellanausstellung ist ihr besonders in Erinnerung geblieben.

„Ich hätte noch erheblich mehr Kuchen backen können“, berichtet sie grinsend. So groß war die Nachfrage damals gewesen. Jedes Jahr vor Beginn der Weihnachtszeit gibt’s eine Ausstellung: Krippe, Christbaumständer, solche Dinge sind dann zu sehen. Eine weitere Ausstellung im Sommer rundet das Programm ab. Diese beiden Schauen sind wichtig für den Heimatverein. „So wird das Museum belebt“ und mehr Menschen sehen die Schätze, die es beherbergt. Und das sind einige.

Literatur gibt's hier auch

Knochen und Grabbeigaben aus der Merowingerzeit wurden hier auf dem Buocher Berg gefunden. Und Eduard Hiller, der sich um die Jahrhundertwende einen Namen als Dialektdichter machte, sowie Hermann Kurz, Dichter und Übersetzer im Vormärz, schrieben hier einige ihrer Werke. Diese zeigt das Museum natürlich - seit einigen Jahren sogar frisch aufbereitet. Das Marbacher Literaturarchiv hat eine Wand im Heimatmuseum zu den beiden berühmten Buochern gestaltet.

Info

Die aktuelle Ausstellung „Automobil im Spiel“ ist sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr zu sehen.

Wer gerne abtauchen möchte in eine ganz andere, ganz kleine Welt, der ist gerade im Buocher Heimatmuseum bestens aufgehoben. Der Museumsverein zeigt in seiner 70. Sonderausstellung eine Zeitreise mit Spielfahrzeugen. Da gibt es Historisches aus Blech, ebenso wie moderne Gefährte aus der Generation Playmobil. Wer sich drauf einlässt, sich über die Ausstellungstruhen beugt und die Augen wirklich öffnet, kann Faszinierendes entdecken.

Eine Szenerie zieht ihren Betrachter in die Mitte

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