Remshalden

Neuer Remshaldener Gemeinderat Adedamola Onipede will sich für Digitalisierung und Umweltschutz einsetzen

Ademola Onipede
Adedamola Onipede (47) liebt es, in den Remshaldener Weinbergen unterwegs zu sein. © Alexandra Palmizi

Adedamola Onipede steigt nun für Harald Bay (SPD) in den Remshaldener Gemeinderat ein. Der 47-jährige SPDler lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Hebsack und arbeitet für das Informationszentrum Baden-Württemberg. Remshalden ist inzwischen sein Zuhause geworden. Auch wenn es ihn manchmal plagt, dass es so schwierig ist, die Eltern und Geschwister für Besuche nach Deutschland zu holen. Seine Familie vermisse er sehr. Aufgewachsen ist er nämlich in Nigeria. Und wer von dort einreisen möchte, muss verschiedene Hürden an der deutschen Botschaft überwinden. Das mache Besuche sehr kompliziert.

Zwischenstation: Entwicklungshilfe in Nigeria

Onipede hat in Ibadan (Nigeria) studiert, zunächst BWL, später dann Informatik. Nach einem längeren Berlin-Aufenthalt ging er mit seiner Frau zusammen, einer studierten Agrarwirtin, zurück in seine Heimat, um im Auftrag der katholischen Hilfsorganisation „Misereor“ Entwicklungshilfe zu leisten. Gemeinsam haben sie Landwirte beraten, vor allen Dingen, was die Vermarktung ihrer Produkte betrifft.

Sport ist ein wichtiger Ausgleich zur Büroarbeit

Zurück in Deutschland führte die Arbeit die Familie nach Remshalden. Hier fühlen sie sich inzwischen wohl und angekommen. Die Weinberge sind Onipedes Sportplatz, hier radelt und läuft er rauf und runter. Nicht selten sitzt das Nesthäkchen der Familie währenddessen vergnügt im Wagen und lässt sich von ihm ziehen oder schieben. Zum Ausgleich schwimmt der Neu-Gemeinderat auch gerne, und wenn’s im Home-Office anstrengend wird, bearbeitet er auch mal den Boxsack im Keller oder arbeitet im Garten.

Und jetzt, die Kinder sind inzwischen 14, 12 und drei Jahre alt, möchte sich Onipede auch in der Kommunalpolitik engagieren. „Hier wird die echte Politik gemacht“, findet er. „Hier sieht man, was man macht.“ Er schätze es sehr, dass die Politik auf lokaler Ebene nicht so hierarchisch wie in Berlin sei. „Man lebt mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen und kann die eigene Gemeinde mitgestalten.“

Mehr Digitalisierung und Umweltschutz

Zudem liegen ihm einige Themen besonders am Herzen. Als Informatiker hält er es für wesentlich, dass die Digitalisierung in der Gemeinde weiter vorangetrieben wird. Nicht nur die Schulen, auch die Kindergärten könnten so profitieren. Zudem könnten etliche Verfahren in der kommunalen Verwaltung – beispielsweise die Passbeschaffung – vereinfacht und schneller werden, weniger Papier fressen und günstiger werden.

Damit das gelingen könne, müsse aber auch die Infrastruktur verbessert werden. Schnellere Leitungen müssten sämtliche Haushalte und Firmen anbinden. Das könnte auch weitere Firmen nach Remshalden locken, die für die Einnahme von Gewerbesteuer dringend benötigt würden.

Aber auch für den Umweltschutz will er sich engagieren. Dies auf eine verträgliche Weise. Ihm sei beispielsweise klar, dass nicht alle Hausbesitzer ausreichend Mittel haben, um selbst eine Solaranlage aufs Dach zu setzen. Dafür könne man sich aber überlegen, ob nicht die Gemeinde freie Dachflächen mieten könnte, um selbst Strom zu erzeugen, was auf dem Weg zur kommunalen Klimaneutralität durchaus hilfreich sein könnte.

Die Sprache: Ein Freund, der den Kontakt zu anderen Menschen ermöglicht

Noch etwas: Er weiß aus eigener Erfahrung, wie wertvoll es für Menschen mit Migrationshintergrund sein kann, wenn andere ihnen auf dem Weg zur gelungenen Integration behilflich sind. Daher begleitet er auch aktuell verschiedene Menschen in einer vergleichbaren Lebenslage.

Sein erster Rat an seine Schützlinge sei immer der gleiche: Wer hier ankommen wolle, müsse zuerst die Sprache lernen. „Das ist der Schlüssel. Wer die Sprache spricht, hat immer einen Freund dabei“, der den Kontakt zu anderen Menschen ermögliche.

Onipede weiß von vielen Remshaldenern, die sich für Menschen mit Migrationserfahrung einsetzen, und möchte diese auch als Gemeinderat unterstützen. Ihre Arbeit könne in der Gemeinde durchaus noch sichtbarer gemacht werden – in kulturellen und sozialen Bereichen gleichermaßen.

Gleichwohl legt der Familienvater Wert darauf, für alle Remshaldener im Gemeinderat zu sitzen. Er möchte immer ein offenes Ohr für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger haben und sich dafür einsetzen, dass deren Anliegen öffentlich diskutiert werden.

Adedamola Onipede steigt nun für Harald Bay (SPD) in den Remshaldener Gemeinderat ein. Der 47-jährige SPDler lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Hebsack und arbeitet für das Informationszentrum Baden-Württemberg. Remshalden ist inzwischen sein Zuhause geworden. Auch wenn es ihn manchmal plagt, dass es so schwierig ist, die Eltern und Geschwister für Besuche nach Deutschland zu holen. Seine Familie vermisse er sehr. Aufgewachsen ist er nämlich in Nigeria. Und wer von

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