Remshalden

Neues Boxtraining bei der SV Remshalden: Mehr als nur „Haudrauf“

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Yasmins Schlegel (2.v.l.) mit Tiger-Shorts trainiert seit neuestem Boxen bei der SV Remshalden. © Ralph Steinemann Pressefoto

Dröhnend wummern die Hip-Hop-Beats aus der Halle in Grunbach. Drinnen - eine bunt gemischte Truppe. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen Boxen lernen. Für die SV Remshalden unterrichtet Yasmin Schlegel Neulinge, Quereinsteiger und alte Hasen. Und eins ist klar: Die 34-Jährige hat sie alle im Griff.

Sie selbst hat mit 17 Jahren angefangen zu boxen. „Als ich damals einen Boxkampf gesehen habe, wollte ich sofort loslegen.“ Und schon heuerte sie damals im Boxverein Landau (Pfalz) an. Als junge Frau war sie damals durchaus eine Exotin. Mit 18 Jahren entschied sie sich, auch Kämpfe zu machen. Also ging’s los. Durchaus erfolgreich. Sie boxte für die Uni, in Deutschland und in Spanien.

Etliche Hobbysportler interessieren sich fürs neue Angebot

Inzwischen aber, nach ihrem Studium der Germanistik und der Pädagogik, hat sie die Kämpfe an den Nagel gehängt. Zu gefährlich, zu viel intensive Vorbereitung ist nötig. Und so arbeitet sie seither beim VfL Waiblingen als Sportlehrerin, gibt Kindersportkurse, aber auch Boxtraining. Nun auch in Remshalden.

Zur ersten Stunde nach der öffentlichen Einladung kommen 25 Interessierte beinahe aller Altersklassen. Los geht’s mit dem Aufwärmen. Im tänzelnden Boxerschritt werden erst mal die Arme gefordert: links, rechts, links in die Luft. Die Wiederholungen machen’s mühsam. Noch mal zehn, und noch mal zehn.

Dann Sit-ups mit anschließendem Aufstehen und Boxen in die Luft. Zehn-, 20-, 30-mal. Die Bauchmuskeln zittern. Colin, 15, eine Matte weiter rechts, gibt Gas. Schnauft aber auch. Wie er den Weg hierher gefunden hat? „Meine Mutter meinte, ich brauch' ein Hobby“, erklärt er und grinst. Boxen war wohl ein guter Kompromiss für beide.

Es rinnt der Schweiß, es beißt der Ehrgeiz

Aber weiter. Wer noch quatschen kann, hat zu viel Puste übrig. Also: Spiderman-Liegestütz, wieder und wieder. Da rinnt der Schweiß. Links strampelt sich Susi, 57, ab. Anstrengend ist’s. „Oh ja.“ Sie ist zusammen mit einer Freundin auf der Suche nach einem neuen Sport. Als sie mal eine Zeit in England lebte, hat sie schon mal Box-Fitness gemacht. Die Freundin nebenan schwitzt mit. Aber sie kämpfen sich durch.

Und dann wird geplankt. Der Körper wird dabei waagerecht in der Luft gehalten, nur Ellbogen und Fußspitzen berühren sich auf dem Boden. Und dann heißt es, Zähne zusammenbeißen. Wer als Erstes einbricht? Die Arme zittern, der Bauch zwickt. Keiner will der Schwächste sein. Susi zeigt den Jungspunden, wo der Hammer hängt. Bauchmuskeln aus Stahl hat sie mitgebracht. Bis zuletzt hält sie durch. In der Zeit haben andere im Kreis schon zwei Pausen gemacht.

72-Jähriger: Boxschüler mit reichlich Erfahrung

Jetzt endlich geht’s los. Bandagen ran, rein in die Handschuhe. Peter, 72, hat seine eigene Ausrüstung dabei. Wie er jetzt zu dem Anfängerkurs kommt? „Ich hab früher schon mal geboxt“, erklärt er. „In Hamburg.“ Jetzt hält er sich damit fit, dreimal pro Woche zu joggen „Eine Stunde im Wald, aber nur ganz locker.“ Und das neue Angebot der SV kam ihm nun gerade recht.

Nun dürfen sich die Boxschüler zu zweit warmboxen. Handschuh auf Handschuh. Einer startet, der andere reagiert. Möglichst schnell soll die geschlagene Antwort kommen. Also: gleich losboxen, wenn das Gegenüber mit einer Bewegung anfängt. Dann geht’s der aufgestellten Weichbodenmatte an den Kragen.

Auch die Weichbodenmatte muss herhalten

In drei Reihen stehen die Box-Frischlinge davor und bolzen ins blaue Weich. Immer fünf Schläge, schnell hintereinander. Und dann, wenn die Arme langsam lahm werden, zieht sich Yasmin Schlegel immer einen Nachwuchsboxer heraus, zum Pratzenschlagen. Die Pratzen werden hier allerdings durch ein paar Poolnudeln ersetzt.

Hebt die Trainerin eine Nudel, schlägt die Boxerin diagonal dagegen. So bewegt sich das Paar schwitzend durch die Halle. Schnelligkeit und Ausdauer - das braucht’s hier definitiv. Überhaupt - „Boxen ist einfach für alles gut“, wirbt Yasmin Schlegel. Wer Lust hat, kann noch ins Training bei der SV Remshalden einsteigen. Immer montags um 19.30 Uhr. Wer will, kann hier auch ins Sparring-Training einsteigen. Alle anderen werden beim Training an den Geräten einfach fit.

Dröhnend wummern die Hip-Hop-Beats aus der Halle in Grunbach. Drinnen - eine bunt gemischte Truppe. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen Boxen lernen. Für die SV Remshalden unterrichtet Yasmin Schlegel Neulinge, Quereinsteiger und alte Hasen. Und eins ist klar: Die 34-Jährige hat sie alle im Griff.

Sie selbst hat mit 17 Jahren angefangen zu boxen. „Als ich damals einen Boxkampf gesehen habe, wollte ich sofort loslegen.“ Und schon heuerte sie damals im Boxverein Landau (Pfalz)

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