Remshalden

Personalmangel auch in Remshaldener Kitas: Mehr Mitarbeiter krank als je zuvor

KitasRemshalden
Lena Kettner (l.) und die Leiterin des Kinderhauses Eva Speidel (r.) beim Geburtstagsfeiern mit den Kleinen. Im Kinderhaus sind aktuell zwei Stellen im U-3-Bereich unbesetzt. © Gaby Schneider

Wenn auch die Kinder größtenteils quietschfidel durch ihren Alltag hüpfen - viele Eltern und Erzieherinnen und Erzieher haben derzeit eins gemeinsam: Sie sind erschöpft. Immer wieder gab's in den vergangenen zwei Jahren neue Änderungen, die Betreuung der Kinder betreffend. Kurzfristig meist. Von prophylaktisch, komplett geschlossenen Kitas im ersten Lockdown bis hin zu der aktuellen Situation, bei der Kinder, in deren Gruppe einzelne Corona-Fälle aufgetreten sind, nicht einmal mehr in Quarantäne müssen. „Die Zeit ist einfach sehr herausfordernd“, findet deshalb auch Eva Speidel vom Kinderhaus an der Fronäckerstraße in Geradstetten.

Januar/Februar: Krankmeldungsrekord

Hier sind sie erstaunlich unbehelligt durch die Pandemie gekommen - bis es schließlich im Januar losging. Mehrere Gruppen mussten in die Kohorten-Testung. Dazu kommen bis heute immer neue Personalausfälle wegen Krankheit. Nicht immer melden sich die Mitarbeiterinnen wegen einer Corona-Infektion ab. Aber wer erkältet ist - und das ist während der kalten Jahreszeit im Kindergarten eigentlich jeder mehrmals -, zieht sich zurück. Jeder Huster ist in diesen Zeiten zu viel.

Gardijan Wenger, Pressesprecher der Gemeinde Remshalden, kann das mit Zahlen unterstreichen. Von den 130 Beschäftigten in Remshaldener Kitas waren im Januar und Februar 51 Personen, also mehr als ein Drittel, krank. Im vergleichbaren Zeitraum vor Corona waren gerade mal neun Erzieherinnen und Erzieher krank. Und so mussten die Kindertagesstätten in Remshalden zuletzt auch immer wieder ihre Betreuungszeiten anpassen.

Gemäßigte Infektionszahlen trotz des teiloffenen Konzeptes

Aber Eva Speidel findet, dass die Eltern größtenteils wirklich vorbildlich mitgezogen haben. Auch bei den zeitweise notwendigen Reihentestungen habe es nur wenige Diskussionen gegeben. Getestet wurde im Haus oder in der nahe gelegenen Teststation vor dem Rathaus.

Natürlich habe man zuletzt befürchtet, dass im Kinderhaus die Infektionszahlen unter Kindern steigen könnten, weil man im Geradstettener Kinderhaus teiloffen arbeitet, also der Austausch der Gruppen untereinander gefördert wird. Das sei zum einen für die Kinder spannend, zum anderen helfe das in diesen personell angespannten Zeiten, erklärt Eva Speidel.

Würde jede Gruppe für sich bleiben, müsste in jeder Gruppe die komplette Öffnungszeit von 7 bis 17 Uhr auch personell abgedeckt werden. Ausfälle von Mitarbeiterinnen würden sofort zu verkürzten Öffnungszeiten führen.

Bei steigenden Fallzahlen: Konzept überdenken

Tatsächlich könne man aber nicht feststellen, dass das Virus nun ungehemmt durch alle Gruppen rausche, erklärt Eva Speidel. Die Fallzahlen seien bislang stets im Rahmen geblieben. Wäre eine solche Tendenz zu erkennen, würden die Gruppen wieder geschlossen geführt werden. Aktuell gebe es dafür aber keinen Anlass.

Und so seien die Eltern einfach froh, wieder verlässliche Kita-Öffnungszeiten und damit auch Zeitfenster für die eigene, ungestörte Erwerbsarbeit zu haben.

Wie die Kinder selbst bislang durch die Krise gekommen sind? „Für die meisten Kinder ist das hier Normalität“, berichtet die Leiterin. „Die kennen das gar nicht anders.“ Selbst die Reihentestungen hätten sie ohne viel Aufhebens über sich ergehen lassen.

Kita-Abmeldungen wegen Testpflicht?

Ähnlich sieht's auch im katholischen Kindergarten Geradstetten-Süd aus. Zwei Gruppen mit je 21 Kindern gibt es hier. Leitungskraft Andreas Mayr ist beeindruckt davon, wie flexibel sowohl Eltern als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der aufreibenden Situation umgehen.

Mayr ist froh darüber, dass die meisten Eltern ihre Kinder ohne viel Aufhebens testen. Sie seien einfach nur froh und dankbar, dass die Kita wieder konstant geöffnet ist. In anderen Kindergärten habe es aber durchaus Abmeldungen gegeben, weil die Eltern die regelmäßigen Testungen ablehnten.

Neue pandemiebedingte Aufgaben sind Zeitfresser

Das Personal, das oftmals ohnehin unterbesetzt ist, muss seit Beginn der Pandemie etliche Zusatzaufgaben erledigen: Anfangs mussten Notbetreuungen organisiert werden, immer wieder hatten andere Familien darauf Anspruch. Dann müssen Formulare weiterteilt und verwaltet werden, Unklarheiten auf Elternseite aufgelöst werden, Tests verteilt werden. Das alles beanspruche natürlich viel Zeit. „Dabei wollen wir eigentlich die Arbeit am Kind machen und mit den Kleinen spielen“, führt Mayr aus.

All das trägt natürlich nicht zur Attraktivität des Berufes bei. Und so sind aktuell vier Stellen für Erzieherinnen und Erzieher in Remshalden unbesetzt. „Es kommen einfach wenige Bewerbungen“, weiß Andreas Mayr. Oft laufe die Gewinnung von neuem Personal über persönliche Kontakte. Gardijan Wenger von der Gemeinde Remshalden kann auch an dieser Stelle nicken. „Es ist eine schwierige Bewerberlage.“ Gerade im Ganztagsbereích sei es schwer, Personal zu finden.

Wenn auch die Kinder größtenteils quietschfidel durch ihren Alltag hüpfen - viele Eltern und Erzieherinnen und Erzieher haben derzeit eins gemeinsam: Sie sind erschöpft. Immer wieder gab's in den vergangenen zwei Jahren neue Änderungen, die Betreuung der Kinder betreffend. Kurzfristig meist. Von prophylaktisch, komplett geschlossenen Kitas im ersten Lockdown bis hin zu der aktuellen Situation, bei der Kinder, in deren Gruppe einzelne Corona-Fälle aufgetreten sind, nicht einmal mehr in

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