Remshalden

Remshalden arbeitet am Ausbau der Kitalandschaft

Kindergarten
Stein auf Stein – die Kita wird bald fertig sein. Hoffentlich, etliche Remshaldener U-3-Kinder kommen zur Welt und sollen bald betreut werden. © Pixabay.com

Remshalden. Ganz und gar einig waren sich die Remshaldener Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses: Es müssen dringend mehr Kinderbetreuungsplätze her. Und dies in allen Bereichen. Kleinkinder, Kindergartenkinder und Grundschulkinder gibt’s zuhauf, nur die nötigen Betreuungsplätze fehlen – halbtags wie ganztags. Das soll geändert werden. Der Plan, der sogenannte Bedarfsplan der Tagesbetreuung, steht.

Die Kinderzahlen in Remshalden steigen stetig an. Seit 2010 sind sie um rund 30 Prozent gestiegen. Konkret: Wo 2010 und 2011 noch 106 Kinder erfasst wurden, sind’s in den vergangenen Jahren meist mehr als 135 Kinder. Und das wird entsprechend den Prognosen der Planer so weitergehen. Die geplanten Baumaßnahmen auf dem ehemaligen Realschulgelände und die damit verbundenen Zuzüge werden die Zahlen weiter in die Höhe treiben. Und klar ist, die steigende Geburtenrate sowie die immer größere Inanspruchnahme von U-3-(Ganztags-)Betreuungsplätzen schlagen sich zeitversetzt auch in einem höheren Bedarf im Kindergarten- und Grundschulbereich nieder.

Kindertagespflege fängt Mangel an kommunalen Betreuungsplätzen ab

398 Kinder in Remshalden (Stand 31.12.2018) sind unter drei Jahre alt, für 123 von ihnen gibt’s einen Betreuungsplatz, das entspricht einer Quote von 30,90 Prozent. Damit ist sie um 1,5 Prozentpunkte gesunken – dies trotz eines Ausbaus der Betreuungsplätze. Also müssen Übergangslösungen her, bis die neue Kindertagesstätte gebaut werden kann. Die hat die Gemeinde in Form eines weiteren „Tiger“-Projektes (Tagespflege in anderen geeigneten Räumen) gefunden (wir berichteten).

Längst ist die Kindertagespflege eine wichtige Ergänzung zum kommunalen Betreuungsangebot und eine kostengünstige Möglichkeit, den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Und so zahlt die Gemeinde Zuschüsse an den Tageselternverein und Pflegepersonen. Bislang werden bereits 60 Kinder von rund 20 Tagesmüttern betreut. Und zehn weitere U-3-Kinder brauchen ab spätestens September 2019 einen Betreuungsplatz.

Angespannte Lage

39 Remshaldener Kinder werden in Einrichtungen anderer Kommunen untergebracht. 15 von ihnen kommen in Winterbach unter, sechs in Schorndorf, fünf in Waiblingen, vier in Stuttgart. Weitere Kinder fahren täglich nach Korb, Urbach, Fellbach, Ludwigsburg, Weinstadt und Winnenden. 57 800 Euro müssen dafür jährlich an die entsprechenden Gemeinden überwiesen werden. Das entspricht in etwa der Größenordnung von zwei Kindergartengruppen.

Im Gegensatz dazu erhält die Gemeinde aktuell für in Remshalden betreute Kinder aus Nachbargemeinden 4300 Euro. Angesichts der angespannten Lage soll weiterhin stark darauf geachtet werden, dass die eigenen Betreuungsplätze vorrangig Remshaldener Kindern zur Verfügung gestellt werden.

Für die fehlenden Plätze im Kindergartenbereich wird die zweite Gruppe in der Blumenstraße von einer Kleingruppe in eine vollwertige Gruppe umgewandelt. Das gibt elf zusätzliche Plätze. In Geradstetten sollen neue Plätze durch die Kita Wilhelm-Enßle-Straße, in Grunbach mittels der Kita Lilienstraße geschaffen werden. Zudem soll die Zahl der Ganztagesplätze im Kindergarten Wiesenstraße erhöht werden, ohne dabei zu vergessen, dass sich dadurch auch die Gesamtplatzzahl reduziert.

Kapazitäten im Grundschulbereich bereits voll ausgeschöpft

Was den Grundschulbereich betrifft, sind sowohl in Geradstetten als auch in Grunbach die räumlichen Kapazitäten voll ausgeschöpft, das Mittagessen wird in Schichten und teils an Ausweichorten verspeist. Immerhin 127 Betreuungsplätze zu unterschiedlichen Rahmenzeiten gibt es hier bereits. An die 30 Prozent der Schüler an beiden Grundschulen werden über das schulische Angebot hinaus betreut. Eine Machbarkeitsstudie, die die räumlichen Möglichkeiten in Grunbach untersucht, hat das Bauamt aktuell in Auftrag gegeben.

Dies, obwohl man sich als Gemeinde bei der Grundschulbetreuung in einem Freiwilligkeitsbereich befinde, das ist Remshaldens Bürgermeister Reinhard Molt wichtig zu betonen. Ein Recht auf die außerschulische Betreuung von Grundschülern gibt’s von Seiten der Eltern nicht. Mit mehr Fläche wird aber ein anderer Mangel nicht behoben. Es fehlt gut qualifiziertes pädagogisches Personal.

Ein wenig Hoffnung macht angesichts dessen der „Pakt für gute Bildung und Betreuung“, den Land und Kommunen geschlossen haben. Der Pakt beinhaltet eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte, dazu neue Konzepte in Sachen sprachliche Förderung und Inklusion, Kooperationen zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschule sowie die Stärkung der Kindertagespflege. Das Land investiert dafür ab 2019 bis 2024 rund 80 Millionen Euro jährlich.


Remshalden. Ganz und gar einig waren sich die Remshaldener Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses: Es müssen dringend mehr Kinderbetreuungsplätze her. Und dies in allen Bereichen. Kleinkinder, Kindergartenkinder und Grundschulkinder gibt’s zuhauf, nur die nötigen Betreuungsplätze fehlen – halbtags wie ganztags. Das soll geändert werden. Der Plan, der sogenannte Bedarfsplan der Tagesbetreuung, steht.

Die Kinderzahlen in

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