Remshalden

Remshalden: Kita-Ganztagsplätze für Betreuung von U3-Kindern dringend benötigt

Kindergarten
Remshalden braucht mehr Betreuungsplätze für Kinder in allen Altersstufen. © ALEXANDRA PALMIZI

Zusammengefasst gilt: Remshalden braucht mehr Betreuungsplätze. Das geht aus der jüngsten „Bedarfsplanung der Tagesbetreuung“ hervor. Die hat Erster Beigeordneter Markus Motschenbacher jetzt vorgestellt und dafür sämtliche Betreuungseinrichtungen auf den Prüfstand gestellt. Für alle kam er dabei zum gleichen Ergebnis: „Die Plätze sind voll belegt, weitere Zuzüge und Notfälle können nicht berücksichtigt werden.“

Für Kinder unter drei Jahren (U 3) fehlen nach den aktuellen Berechnungen im laufenden Kindergartenjahr (bis Juli 2023) 17 Plätze, für Kinder über drei Jahren fehlen zwei Plätze. Hinzu kommt, dass einige Bedarfe der Eltern, die jeweiligen Betreuungszeiten und Betreuungsorte betreffend, nicht erfüllt werden können. Das hat zur Folge, dass manche Eltern ihre Kinder in weiter entfernte Einrichtungen in teils anderen Teilorten unterbringen müssen. 

Kinderzahlen steigen durch Geburten und Zuzug

Remshalden verfügt derzeit über 119 U-3-Betreuungsplätze bei insgesamt 432 Kindern im relevanten Alter. Aktuell bemüht sich die Gemeinde um weitere Möglichkeiten, zusätzliche Tageseltern-Gruppen kurzfristig in Remshalden etablieren zu können. 520 Betreuungsplätze gibt‘s derzeit für Kinder über drei Jahren.

Zu knapp sind für alle Altersgruppen die Plätze für Ganztagsbetreuungen. Zwar liegt die Gemeinde Remshalden nah an der deutschlandweiten Quote von rund 35 Prozent (bei U-3-Betreuungen). Die tatsächlichen Bedarfe der Eltern liegen aber höher, dies vor allen Dingen in der Altersklasse ab drei Jahren.

Babyboom kommt auch irgendwann in den Schulen an

Kritisch: Entsprechend den Berechnungen des externen Beratungsbüros Timouru werden bis 2023 mehr Kinder unter drei Jahren denn je in Remshalden gemeldet sein. Bis ins Jahr 2030 werden diese hohen Zahlen stabil bleiben und zeitversetzt in den Kindergartengruppen für Kinder über drei Jahren, später in den Grundschulbetreuungen ankommen.

Und hier gibt’s ab dem Jahr 2026/2027 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Bislang handelt es sich bei diesen Betreuungsplätzen noch um eine freiwillige Leistung. Doch schon jetzt ist der Bedarf weitaus größer als die vorhandenen 144 Plätze. Wegen zu geringer räumlicher Kapazitäten mussten zuletzt oftmals Absagen erteilt werden.

Mehr Betreuungsplätze durch Tageseltern und Waldkindergarten

Zudem haben etliche Eltern zwar einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen, aber in einem teils erheblich kürzeren Zeitrahmen als benötigt. Und fürs kommende Schuljahr ist schon jetzt eine weitere Steigerung des Bedarfs abzusehen.

Immerhin gibt’s bald ein wenig Entlastung, was Ü-3-Plätze anbelangt, falls der gewünschte Wald-/Naturkindergarten umgesetzt werden kann. Dann könnten im ersten Schritt schon im September des kommenden Jahres 20 Plätze, bei noch mehr Bedarf weitere 20 Plätze in einer zweiten Gruppe geschaffen werden.

Sehnlich erwartet: Kita an der Enßle-Straße

Weitere Entspannung wird erwartet, wenn die im Bau befindliche Kita an der Wilhelm-Enßle-Straße in Betrieb gehen kann. Nach aktuellem Planungsstand soll das im Jahr 2024 der Fall sein. Dann werden für Kinder unter drei Jahren weitere 30 Ganztagsplätze vorhanden sein, für Kinder über drei Jahren bis zu 50 Plätze.

Weitere Unsicherheit besteht fürs kommende Kindergartenjahr dadurch, dass der Stichtag für Einschulungen für das laufende Schuljahr auf den 30. Juni vorgezogen worden ist. Das könnte zur Folge haben, dass weniger Kinder als zunächst geplant zum Schuljahr 2023/24 eingeschult werden. Diese würden wiederum ein weiteres Jahr dringend benötigte Ü-3-Plätze belegen und den Platzmangel weiter verschärfen.

Die Entscheidung zur späteren Einschulung hängt von den individuellen Entscheidungen der Eltern ab und orientiert sich am jeweiligen Entwicklungsstand der betreffenden Kinder. Verlässliche Zahlen zu zurückgestellten Kindern können erst im Frühjahr 2023 erwartet werden, denn dann sind die Grundschulanmeldungen verbindlich eingegangen.

Zusammengefasst gilt: Remshalden braucht mehr Betreuungsplätze. Das geht aus der jüngsten „Bedarfsplanung der Tagesbetreuung“ hervor. Die hat Erster Beigeordneter Markus Motschenbacher jetzt vorgestellt und dafür sämtliche Betreuungseinrichtungen auf den Prüfstand gestellt. Für alle kam er dabei zum gleichen Ergebnis: „Die Plätze sind voll belegt, weitere Zuzüge und Notfälle können nicht berücksichtigt werden.“

Für Kinder unter drei Jahren (U 3) fehlen nach den aktuellen Berechnungen

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