Remshalden

Remshalden plant Lärmschutz: Tempo 100 auf B29, innerorts 30

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Der Lärmaktionsplan steht: Wenn es nach dem Remshaldener Gemeinderat geht, wird auf der B 29 künftig langsamer gefahren. © Schneider

Die Geschwindigkeit auf der Bundesstraße auf Geradstettener Gemarkung soll auf einer Länge von 5,3 Kilometern von 120 auf 100 Stundenkilometer gedrosselt werden, wenn es nach dem Gemeinderat geht, der jetzt seinen Lärmaktionsplan beschlossen hat. Ziel ist es, die vom Straßenlärm geplagten Remshaldener zu entlasten.

Allerdings, bei der Anhörung hat das Regierungspräsidium bereits Zweifel angekündigt, ob die Maßnahme für den Zweck der Lärmreduktion ausreichend sei. Schließlich könne die Reduzierung der Geschwindigkeit nicht alle Lärmbetroffenheiten ausräumen. Zwar würden die Geräuschimmissionen, die von der B 29 verursacht werden, bei 30 Prozent der Betroffenen unter die gesundheitsgefährdende Dezibelgrenze von 65 fallen.

RP ist mit Vorschlag uneins

Die übrigen 70 Prozent der Betroffenen aber würden weiterhin hohen Dezibelwerten ausgesetzt sein. Das RP bewertete die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 100 km/h daher als unzureichend und empfahl „andere oder ergänzende Maßnahmen“. Deshalb schlägt die Gemeinde in ihrem Lärmaktionsplan auch vor, künftig zusätzlich lärmmindernden Belag auf die Straße aufzubringen, wenn sie ohnehin erneuert werden muss.

Bundesstraße für schnelle Geschwindigkeiten gebaut

In den vergangenen Jahren waren etliche Anträge verschiedener Kommunen, ein 100er-Tempolimit auf der B 29 zu erwirken, ins Leere gelaufen. Als Erklärung hieß es in solchen Fällen, dass man bei den Planungen der vierspurigen Bundesstraßen von einer Entwurfsgeschwindigkeit von 120 km/h ausgegangen sei. Für den Betrieb gelte in der Regel dieses Tempo. Abweichungen seien nur in Ausnahmefällen zulässig.

Würden die Behörden dem nun vom Remshaldener Gemeinderat beschlossenen Plan tatsächlich zustimmen, würde das für die 53 250 Fahrzeuge, die hier täglich entlangfahren, einen theoretischen Fahrzeitverlust von 32 Sekunden bedeuten.

Ortsdurchgang mit 30 km/h

Weitere Entlastung für die Remshaldener soll die zusätzliche Drosselung der Fahrgeschwindigkeit auf der Ortsdurchgangsstraße in Grunbach zwischen den Einmündungen Ernst-Heinkel-Straße und Rosenstraße bringen. Hier soll künftig nur noch mit 30 Stundenkilometern gefahren werden.

Ebenfalls vorbei sein soll’s mit der kurzen Schnellfahrstrecke zwischen Geradstetten und Grunbach. Auf 280 Metern kann bislang noch mit Tempo 70 gefahren werden. Künftig könnte hier laut Lärmaktionsplan Tempo 50 gelten. Allerdings: Hier hat sich der Landkreis schon in den vergangenen Jahren wenig offen gezeigt, wenn die Gemeinde sich bemüht hatte, den Verbindungsbereich zwischen beiden Ortsteilen zu beruhigen.

Zwischen Geradstetten und Grunbach: Sogar Tempo 100 wäre erlaubt

Weil die Strecke als außerörtlich gelte, wäre grundsätzlich sogar Tempo 100 möglich. Aus Rücksicht auf die zahlreichen Querungen und die angrenzenden Naherholungsbereiche (unter anderem Bürgerpark mit Wasserspielplatz) habe man die Strecke schon kulanterweise auf 70 Stundenkilometer beschränkt. Zu mehr war man seitens des Kreises bislang nicht bereit gewesen.

An der Ortsdurchfahrt Geradstetten/Hebsack soll künftig wie auch in Grunbach Tempo 30 gelten. Start der 30er-Zone soll etwa auf Höhe des Rathauses sein, das Ende an der Einmündung der Weinsteige in Hebsack. Hier soll sich ein sogenannter Geschwindigkeitstrichter anschließen, der dafür sorgt, dass die Fahrzeuge nach der 30er-Zone erst langsam auf 50 Stundenkilometer und in weiterer Entfernung in Richtung Winterbach auf 70 Stundenkilometer beschleunigen dürfen.

CDU sträubt sich gegen langsamere Ortsdurchfahrt

Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für den Lärmaktionsplan. Nur die CDU-Fraktion stimmte einmütig dagegen. Fraktionsvorsitzender Felix Wiesner kritisierte, man wolle mit dem Plan unbedingt und durch die Hintertür die 30er-Ortsdurchfahrt durchdrücken, was längst von den Bürgern abgelehnt worden sei, und bezieht sich dabei auf eine vor Jahren durchgeführte Umfrage, bei der rund 600 Remshaldener teilgenommen haben.

Dagegen habe sich aktuell nur ein Anwohner im Rahmen der Anhörung zum Lärmaktionsplan geäußert, was ja wohl in keiner Weise repräsentativ sei.

Bürgermeister Reinhard Molt konterte hierzu, dass die vergangene Umfrage ebenfalls repräsentativen Maßstäben nicht genügen würde. Auch Gemeinderätin Ursula Zeeb (ALi) sprach der Online-Befragung, an der damals 600 Freiwillige teilgenommen hatten, die Repräsentativität ab.

Abgesehen davon gehe es, so Molt, hier um eine fachliche Entscheidung aufgrund von gesundheitsbeeinträchtigenden Dezibelwerten. „Das ist keine politische Entscheidung.“ Wenn auch angesichts der Klimakrise eine Reduktion der Emissionen durch Geschwindigkeitsbegrenzungen ebenfalls angezeigt wäre.

Kritik: Keine Werte gemessen, alles nur berechnet

Gemeinderat Kim Hottmann (CDU) ärgerte sich in diesem Zusammenhang darüber, dass den Entscheidungen ausschließlich berechnete Werte zugrunde lägen und keine gemessenen. Er gehe davon aus, dass man dann zu anderen Ergebnissen komme.

Gemeinderat Klaus Schäufele (ALi) lobte die Verwaltung für ihre Arbeit an dem sehr aufwendigen Verfahren und äußerte seine Hoffnung, dass die Umsetzung so genehmigt werde. Bernd-Ludwig Fischer (FDP/FW) hält wie auch Tobias Schädel (BWV) den Zeitverlust durch die reduzierte Geschwindigkeit angesichts der damit gewonnenen Lebensqualität für die Anwohner für erträglich.

Die Gemeinderatsmitglieder Hasert (BWV), Zeeb und Schädel zeigten sich darüber enttäuscht, dass es derzeit keine Möglichkeit gebe, die bestehenden Lärmschutzwände zu verlängern, schließlich zeigten diese eine große Wirksamkeit. Gemeinderat Armin Wiesner (SPD) hofft sehr, dass die Maßnahmen, deren Umsetzung er zeitnah erwarte, die geplagten Anwohner an der Ortsdurchfahrt entlasten.

Die Geschwindigkeit auf der Bundesstraße auf Geradstettener Gemarkung soll auf einer Länge von 5,3 Kilometern von 120 auf 100 Stundenkilometer gedrosselt werden, wenn es nach dem Gemeinderat geht, der jetzt seinen Lärmaktionsplan beschlossen hat. Ziel ist es, die vom Straßenlärm geplagten Remshaldener zu entlasten.

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Allerdings, bei der Anhörung hat das Regierungspräsidium bereits Zweifel angekündigt, ob die Maßnahme für den Zweck der Lärmreduktion ausreichend sei. Schließlich

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