Remshalden

Remshalden soll leuchten – aber sparsamer

LED-Baum
Der LED-Baum vor dem Rathaus wird in diesem Jahr ebenso leuchten wie die Christbäume in den übrigen Teilorten. © Alexandra Palmizi

Energie ist teuer, was noch kommt, weiß keiner. Und so setzt die Gemeinde Remshalden etliche Maßnahmen um, damit die künftigen Rechnungen für Strom, Gas und Öl weniger dramatisch ausfallen. Indes: Aus der Portokasse werden sie wohl trotz allem nicht zu zahlen sein.

Schon seit September hat man an einer wichtigen Stellschraube in Sachen Stromeinsparung gedreht: Nachts ist’s in der Gemeinde nun dunkler. Bislang war es üblich, dass die meisten Laternen in Remshaldener Straßen bis 22.30 Uhr mit zwei Lampen leuchteten.

Anschließend wurde eines der integrierten Leuchtmittel abgeschaltet, so dass ab dem Einbruch der Dunkelheit bis zum Sonnenaufgang alle Lampen mit halber Helligkeit leuchteten. Nun aber leuchten die Laternen von Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgen nur noch mit einer Lampe. „Damit können wir immerhin rund 15 Prozent der Kosten sparen“, erklärt Bürgermeister Reinhard Molt auf Nachfrage.

Die Remshaldener Weihnachtsbäume sollen leuchten

Die Weihnachtsbeleuchtung aber soll unangetastet bleiben. Geplant ist es in Absprache mit dem Remstalwerk, die Weihnachtssterne, die entlang der Straßen leuchten, vom Einbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr einzuschalten und dann wieder morgens bis zum Sonnenaufgang.

Immerhin sind die Sterne schon im vergangenen Jahr mit LED-Lichtern ausgerüstet worden, so dass sich der Stromverbrauch in Grenzen halten sollte. Auch die Weihnachtsbäume – in jedem Teilort soll einer aufgestellt werden - werden mittels LED-Lampen illuminiert.

Wichtig: Besinnlichkeit in besonderer Zeit

Natürlich kostet auch das Strom. Grundsätzlich aber halte Molt gerade die Weihnachtsbeleuchtung für ein wichtiges Element in schwierigen Zeiten. „Trotz der aktuellen Situation möchten wir auf die paar Kilowattstunden nicht verzichten.“ Ein wenig Besinnlichkeit in dieser besonderen Zeit tue allen gut.

Weiterhin soll Energie eingespart werden, indem die Sport- und Gemeindehallen über die Weihnachtsferien hinweg geschlossen und gar nicht geheizt werden. Beim Neujahrsgottesdienst in der Wilhelm-Enßle-Halle könnte es daher etwas frisch werden. Dann und auch zum Neujahrsempfang am 8. Januar rät Molt den Gästen zu wärmenden Mänteln und Schals.

Kühle Sporthallen bei 15 bis 17 Grad

Nach dem Ende der Ferien werden die Sporthallen wieder auf 15 bis 17 Grad hochgeheizt, je nachdem wie intensiv dort Sport betrieben wird. Übers Abschalten der Warmwasserduschen hatten die Bürgermeister im Sprengel zuletzt diskutiert, zu einer kreisweit geltenden Entscheidung hatten sie sich aber nicht durchringen können.

Die Schulen werden auf 20 bis 21 Grad erwärmt. Das Rathaus, so Molt, soll maximal 20 Grad warm werden. „Weiter bekommen wird es gar runter, weil die innere Last durch die PCs und andere Infrastruktur schon ausreicht, um das Rathaus zu temperieren.“ Grund dafür sei auch die hohe Energieeffizienz, die das Gebäude vorweisen kann.

Sole-Pumpe im Rathaus zahlt sich jetzt aus

Das Rathaus selbst ist immerhin mit seiner Sole-Pumpe recht autark, zudem gibt’s klare Regieanweisungen, was das Lüften betrifft. Um Strom zu sparen, werden Mitarbeiter und Bürger gebeten, wenn möglich den Rathaus-Aufzug stehenzulassen und lieber Treppen zu steigen.

Weiterhin gibt’s in den Unterkünften für Geflüchtete Informationsbroschüren, die darüber aufklären, wie die Bewohner ebenfalls zum Sparen von Energie beitragen können. „Schließlich kann der Hausmeister nicht ständig herumgehen und alles kontrollieren.“ In ihren jeweiligen Muttersprachen werden die Geflüchteten deshalb darum gebeten, möglichst den Wäscheständer statt den Wäschetrockner zu verwenden und Lampen sowie Heizungen nicht unnötig lange eingeschaltet zu lassen.

30 kommunale Gebäude werden mit Öl beheizt

Trotz aller Einsparmaßnahmen ist Remshalden stark vom Gaspreis abhängig. Immerhin mehr als 30 gemeindeeigene Gebäude werden hier mit Gas betrieben. Molt frustriert das durchaus. Immerhin habe man jahrelang gepredigt, dass die Kommunen weg von den vielen Ölheizungen kommen sollten.

Grund dafür war der hohe Schwefelanteil im Erdöl gewesen, und der große ökologische Fußabdruck, den das Öl im Vergleich zum Gas bis zum Erreichen der jeweiligen Brennöfen bereits hinter sich gebracht hatte. Und so waren etliche Gebäude umgerüstet worden. Zahlreiche Blockheizkraftwerke sind in den vergangenen Jahren in den Kommunen landauf landab in Betrieb genommen worden.

Infrarotheizung im Kindergarten Jahnstraße

Nur noch sieben Objekte in Remshalden werden daher mit Öl betrieben, zwei (das Gemeindehaus in Rohrbronn und die ehemalige Waldschenke) werden mit Flüssiggas geheizt. Holzpellets werden in zwei Liegenschaften eingesetzt. Sechs Elektroheizungen gibt es außerdem. Zuletzt wurde, um die Energiekosten nicht ins Unermessliche steigen lassen, die Elektroheizung im wieder in Betrieb genommenen Kindergarten Jahnstraße durch eine Infrarotheizung ersetzt.

Energie ist teuer, was noch kommt, weiß keiner. Und so setzt die Gemeinde Remshalden etliche Maßnahmen um, damit die künftigen Rechnungen für Strom, Gas und Öl weniger dramatisch ausfallen. Indes: Aus der Portokasse werden sie wohl trotz allem nicht zu zahlen sein.

Schon seit September hat man an einer wichtigen Stellschraube in Sachen Stromeinsparung gedreht: Nachts ist’s in der Gemeinde nun dunkler. Bislang war es üblich, dass die meisten Laternen in Remshaldener Straßen bis 22.30

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