Remshalden

Remshalden will Energieschlucker orten und austauschen

Gas Heizung Energie
Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Ein großes Ziel hat die Gemeinde Remshalden: Klimaneutral will sie werden. Bis zum Jahr 2035. Gerade mal sehr knappe 13 Jahre Zeit bleiben also noch für dieses ambitionierte Ziel. Drum ist’s klar, so langsam muss etwas geschehen. Aber was? Wo anpacken? Jeffrey Brencher, der neue interkommunale Klimabeauftragte, und Josef Broll von der Energieagentur Rems-Murr schlugen dem Gemeinderat jetzt einen möglichen ersten Schritt vor. Das Gremium stimmte zu.

Anpacken will man zunächst bei dem Thema Wärmegewinnung und -verbrauch. Immerhin mehr als 52 Prozent des bundesweiten Endenergieverbrauchs wurden im Jahr 2020 für die „Erzeugung und Bereitstellung von Wärme und Kälte“ verwendet. Dementsprechend hoch schätzt man auch das Potenzial zum Energiesparen in diesem Bereich ein.

Wo kann Energie eingespart werden?

Ein sogenannter Wärmeplan soll jetzt deutlich machen, welche Energiequellen in der Gemeinde genutzt werden, welche Möglichkeiten zur Wärmeversorgung zur Verfügung stehen und wo eventuelle Abwärme oder erneuerbare Energien künftig eingebunden werden könnten.

Zudem soll analysiert werden, wo Energie eingespart werden kann – dies bei den privaten Haushalten, Handels- und Gewerbebetrieben, in der Industrie und den örtlichen Liegenschaften. Anschließend soll in einem Zielszenario entwickelt werden, wie der künftige Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte. Dazu gehört dann außerdem ein Fahrplan, wie die aktuelle Situation der Energieversorgung in die gewünschte zukünftige überführt werden kann.

Kommunale Wärmeplanung mit externer Beraterfirma

Rund 75.000 Euro kostet die Entwicklung eines solchen Wärmeplanes unter der Federführung einer externen Beraterfirma. Immerhin: Für Kommunen unter 20.000 Einwohnern ist dieser Prozess freiwillig, sie können dafür je nach Antrag von Land oder Bund bis zu 90 Prozent Fördermittel beantragen.

Damit die Gelder aber fließen, muss der kommunale Wärmeplan innerhalb eines Jahres vorliegen. Nach Abzug der Fördermittel wäre dann mit einem Gemeindeanteil von rund 7500 Euro zu rechnen. Die entsprechenden Mittel werden im Haushalt 2023 bereitgestellt. Das Remstalwerk als lokaler Energieversorger soll in den Planungsprozess eingebunden werden.

Interkommunaler Klimamanager unterstützt drei Gemeinden bei den Anträgen

Übrigens: Auch die Kommunen Winterbach, Kernen und Urbach wollen derzeit wohl in solche Planungen einsteigen. Synergieeffekte – beispielsweise bei der Einholung relevanter Daten – seien daher zu erwarten. Dies umso mehr, da der interkommunale Klimamanager Brencher für Winterbach, Kernen und Remshalden gleichermaßen aktiv ist.

Dr. Uli Hasert (BWV) lobte das Vorhaben, man benötige dringend eine Transparenz über die Wärmequellen und -senker der Gemeinde. „Wir brauchen das, und zwar so schnell wie möglich.“ Auch Lennard Volk (ALi) und Sigrid Pressel (FDP/FW) unterstützen den Vorschlag gerne. Armin Wiesner (SPD) äußerte seine Hoffnung dahingehend, dass dieses Vorhaben mit Beharrlichkeit umgesetzt werde und nicht „wie viele andere kostspielige Analysen“ über kurz oder lang in irgendwelchen Schubladen verschwände.

Folgeinvestitionen nötig

Felix Wiesner (CDU) richtete den Blick auf die Kosten: Auch wenn er es grundsätzlich für richtig halte, sich auf jenen Weg zu begeben, stelle sich die Frage, wie viel Geld in den Folgejahren aufgrund dieser Studie fällig würde. Broll von der Energieagentur dazu: Nach Abschluss der Wärmeplanung sei tatsächlich noch keine konkrete Maßnahme umgesetzt.

Am Ende dieser Phase habe man zunächst einmal diverse Vorschläge, was alles in der Gemeinde unternommen werden könnte, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Erst in dieser Folge würden verschiedenste Investitionen auf die Tagesordnung kommen, die die Gemeinde teils gar nicht selbst tätigen könnte. Womöglich wären dann auch Energieversorger, Gewerbetreibende oder Privatpersonen gefragt, in Aktion zu treten.

Energetische Versorgung kritisch betrachten

Bürgermeister Molt fügte hinzu: „Das ist keine rein kommunale Maßnahme, jeder Gewerbebetrieb und Häuslesbesitzer muss sich Gedanken machen, wie er sich künftig energetisch versorgt.“ Die Kommune aber müsse sich auch sehr konkret mit der Energieversorgung des Baugebietes „Grunbacher Höhe“ auseinandersetzen sowie mit dem Nahwärmekraftwerk Gänsweinberg/Langenäcker.

Ein großes Ziel hat die Gemeinde Remshalden: Klimaneutral will sie werden. Bis zum Jahr 2035. Gerade mal sehr knappe 13 Jahre Zeit bleiben also noch für dieses ambitionierte Ziel. Drum ist’s klar, so langsam muss etwas geschehen. Aber was? Wo anpacken? Jeffrey Brencher, der neue interkommunale Klimabeauftragte, und Josef Broll von der Energieagentur Rems-Murr schlugen dem Gemeinderat jetzt einen möglichen ersten Schritt vor. Das Gremium stimmte zu.

Anpacken will man zunächst bei dem

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