Remshalden

Remshaldener Awo-Pflegeheim an den Weinbergen muss Angehörige kostenlos testen - dafür fehlt es aber an Personal

Awo-Pflegeheim
Im Remshaldener Awo-Pflegeheim werden Tests für Angehörige seit Montag vor Ort durchgeführt. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit Montag muss das Awo-Pflegeheim an den Weinbergen in Remshalden wie andere Pflegeheime Schnelltests für Besucher vor Ort durchführen. Noch in der Woche zuvor mussten Angehörige die Tests anderweitig durchführen lassen und selbst bezahlen. Ein Vorgehen, das der SPD-Fraktionsvorsitzende Harald Bay in einer Sitzung des Remshaldener Gemeinderats diese Woche kritisierte.

„Die Situation ist derzeit so, dass Besucher 40 Euro zahlen müssen für einen Test, den sie selber erbringen müssen“, sagte Harald Bay am Montagabend, als er noch keine Kenntnis zum neuen Besucherverfahren im Pflegeheim hatte. „Wir zahlen Eintritt, wenn wir unsere Angehörigen besuchen wollen.“ In anderen Pflegeheimen in der Region werde vor Ort getestet. „Ich möchte mich nicht über die Heimleitung beschweren, sondern über die Gesamtsituation“, betonte Harald Bay. Es werde von oben verordnet und dann auf allen Ebenen geblockt, wenn nach weiteren Informationen gefragt werde.

Test für Angehörige kostenlos

Die Leiterin des Awo-Pflegeheims in Remshalden, Ursula Wössner-Ackermann, gibt am Dienstagnachmittag die Auskunft, dass die Tests seit Montag in ihrer Einrichtung vor Ort und für Angehörige kostenlos durchgeführt werden. „Wir müssen seit gestern selbst testen“, sagt sie am Telefon. Davor sei das nicht festgelegt gewesen, nun habe das Sozialministerium aber beschlossen, dass die Tests von den Pflegeheimen selber durchgeführt werden müssten. Ein Verfahren, das für Pflegeheime nicht einfach umzusetzen ist. „Was einfach sehr ärgerlich ist, ist, dass sich niemand im Ministerium Gedanken darüber gemacht hat, wer das leisten soll“, sagt Ursula Wössner-Ackermann. Die Tests durchzuführen koste ihre Mitarbeiter viel Zeit. „Wir bekommen die Tests zur Verfügung gestellt“, sagt sie zwar. „Aber woher kommen die Hände, die testen?“ Momentan, so die Heimleiterin, leisten ihre Mitarbeiter einmal mehr Überstunden. „Alles, was im Moment entschieden wird, geht auf unsere Kosten“, sagt sie.

Einrichtungen an Kapazitätsgrenze

Zusätzlich zu den Besuchern müssen die Mitarbeiter des Pflegeheims dreimal die Woche getestet werden, und es werden Tests bei externen Mitarbeitern und in anderen Fällen, wie bei Therapeuten, gemacht. „Das kostet einfach alles unendlich viel Zeit“, so Wössner-Ackermann. Eine Unterstützung durch Bundeswehr, Rettungsdienste oder Ehrenamtliche, wie sie zuletzt angekündigt wurde, würde sie begrüßen. „Es wäre schön, wenn wir Unterstützung kriegen, aber die sollte dann verlässlich zugesagt und angekommen sein, bevor man eine Verordnung rausgibt.“

Der Verband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) mahnte laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur und des Landesdienstes Südwest kürzlich an, dass die Corona-Testpflicht für Besucher von Pflegeheimen die Einrichtungen an die Grenze ihrer Kapazitäten bringen. Auch die erweiterte Testung der Mitarbeiter und externen Mitarbeiter verschärfe die Lage. „Wir können das nicht mehr stemmen“, sagte Stefan Kraft, Leiter der bpa-Geschäftsstelle, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Jegliche Hilfe sei dringend benötigt. Der Einsatz von Stammpersonal beeinträchtige die Versorgung der alten Menschen.

Seit Montag muss das Awo-Pflegeheim an den Weinbergen in Remshalden wie andere Pflegeheime Schnelltests für Besucher vor Ort durchführen. Noch in der Woche zuvor mussten Angehörige die Tests anderweitig durchführen lassen und selbst bezahlen. Ein Vorgehen, das der SPD-Fraktionsvorsitzende Harald Bay in einer Sitzung des Remshaldener Gemeinderats diese Woche kritisierte.

„Die Situation ist derzeit so, dass Besucher 40 Euro zahlen müssen für einen Test, den sie selber erbringen müssen“,

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