Remshalden

Remshaldener Hilfsfonds: Schnelle finanzielle Hilfe garantiert

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Barbara Schraml, die Erste Vorsitzende des Remshaldener Hilfsfonds, wirbt um neue Ehrenamtliche und dafür, sich bei Unterstützungsbedarf früher zu melden. © Gaby Schneider

Wenn es mal so richtig klemmt, weil einfach kein Geld mehr da ist, so dass der Kühlschrank leer ist, das Geld nicht mehr reicht, um neue Kinderschuhe zu kaufen, oder das Konto gar nicht mehr aus dem Minus kommt – dann gibt’s für Remshaldener schnelle und unkomplizierte Hilfe. Der Hilfsfonds wurde eben zu diesem Zweck gegründet, Mitbürgern in Not aus der finanziellen Not zu helfen.

Barbara Schraml, die Vorsitzende des Vereins, weiß, dass es viele Menschen im Ort gibt, die mit richtig wenig Geld auskommen müssen. Häufig handle es sich dabei um Frührentner, alleinerziehende Frauen, Rentnerinnen. Ihre finanzielle Lage ist oftmals so angespannt, dass einfach nicht Außergewöhnliches passieren darf. Eine kaputte Waschmaschine, ein zusammengebrochenes Bett – solche Dinge stellen manche Menschen vor nahezu unlösbare Herausforderungen.

Hemmungen führen dazu, dass Hilfsbedürftige sich erst spät melden

Dennoch seien die Hemmungen oft zu hoch, um sich Hilfe zu holen. Erst wenn die Verzweiflung ganz groß und die Situation völlig verfahren sei, würden sich viele wagen, anzurufen. Dabei brauchen die Betroffenen wirklich keine Sorgen zu haben. Alle Anfragen werden anonym behandelt, keiner soll bloßgestellt werden.

„Ich würde mir wünschen, die Leute würden sich früher melden, damit es erst gar nicht so schlimm wird“, berichtet Barbara Schraml. Konkret denkt sie da an eine alleinerziehende Mutter, die lange versucht hat, ihre Schwierigkeiten alleine in den Griff zu bekommen. Das führte aber dazu, dass sie Kredite von zweifelhaften Banken aufnahm.

Erste Frage: "Ist noch was im Kühlschrank?"

Dazu, ihre Schulden zu begleichen, kam sie gar nicht, zahlte nur die übertrieben hohen Zinsen ab. Das Girokonto rutschte so weit ins Minus, dass immer dann, wenn zum Monatsende das Geld kam, das Konto gerade so wieder raus aus den roten Zahlen war. Um Lebensmittel, Miete und andere Notwenigkeiten zu zahlen, musste sie ihr Konto wieder überziehen.

Ein frustrierender Kreislauf, aus dem die Frau aus eigener Kraft nicht wieder herausfand. Also wagte sie es und rief bei Barbara Schraml an. „Meine erste Frage ist immer, ob die Leute noch was im Kühlschrank haben.“ Und tatsächlich hatte die Remshaldenerin nicht mehr viel darin. „Dann gibt es erst mal einen Einkaufsgutschein“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Schließlich sei es gerade zu entwürdigend, hungrig über seine Geldsorgen zu sprechen.

Hilfebedarf wird geprüft

Sind die Anrufer erst mal mit dem Nötigsten ausgestattet, geht’s an die eigentliche gemeinsame Arbeit, der konkrete Hilfebedarf will schließlich festgestellt werden. Dafür kommt jeweils ein Mitglied des Hilfsfonds zu den Personen nach Hause. Hier werden Rechnungen gesichtet, gemeinsam auch mal Unterlagen sortiert. „Wir müssen schließlich sichergehen, dass wirklich Bedarf besteht“, erklärt Barbara Schraml dieses Vorgehen.

„Manchmal kommen die Leute mit einem riesigen Koffer voller ungeöffneter und unsortierter Briefe daher“, berichtet sie. Manchem wächst das Verwalten seiner Schulden schlicht über den Kopf.

Hilfe als zinsloses Darlehen

Wenn der Hilfebedarf klar und bestätigt ist, wird weiter überlegt. Handelt es sich um kleinere Beträge unter 400 Euro, die fehlen, beispielsweise zum Kauf von Kinderkleidung oder einer Waschmaschine, kann Barbara Schraml direkt tätig werden. Geht’s drüber hinaus, muss der Vorstand sich abstimmen. Alle zwei Wochen treffen sie sich zu einer Sitzung, wenn’s nötig ist, gibt’s dringende Entscheidungen aber auch von einem auf den anderen Tag.

Das Geld wird den Bedürftigen als zinsloses Darlehen überlassen. Eine Rückzahlung wird also durchaus angestrebt, wenn auch in oft ganz kleinen Raten. Aber der Verein hilft nicht nur mit Geld weiter, die Mitglieder wissen genau, an welche Beratungsstellen die Hilfesuchenden weitervermittelt werden sollten, um die Ursachen ihrer akuten Notlage auch langfristig auszuräumen.

Hilfe lieber früher als später in Anspruch nehmen

Während der Corona-Zeit seien nicht wie erwartet mehr, sondern weniger Menschen auf die Mitarbeiter des Hilfsfonds zugekommen. Das habe sie zunächst ziemlich überrascht, berichtet Barbara Schraml. Inzwischen glaubt sie aber, dass es daran liegt, dass viele akut in Not Geratene davon ausgehen, dass es anderen ebenso schlecht geht, und sich mühen, weiter durchzuhalten, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Sie hofft sehr, dass Remshaldener, die Hilfe brauchen, nicht zu lange zuwarten, bis sich ihre Lage weiter verschlechtert.

Ehrenamtliche werden gesucht

Das Guthaben, das dem Verein zur Verfügung steht, speist sich aus Spenden verschiedener Firmen. Aber auch Privatleute spenden immer wieder Geld, beispielsweise als Ersatz für eigene Geburtstagsgeschenke. Aber der Verein braucht nicht nur Geld. Es werden auch immer wieder dringend Menschen gesucht, die mitarbeiten möchten. „Das ist das perfekte Ehrenamt für jemanden, der nicht viel Zeit hat“, findet Barbara Schraml. Kommt ein akuter Fall herein, wird abgefragt, wer im Team gerade Zeit hat, den ein oder anderen Termin zu übernehmen. In den kommenden Wochen könnte dann der ein oder andere Termin stattfinden, dann findet auch mal mehrere Wochen lang kein Einsatz statt. Derzeit sind’s zehn Personen, die sich im Team einsetzen. Welche Eigenschaften Helfer mitbringen sollten? „Sie sollten Empathie haben und gut zuhören können.“ Außerdem sei ein gewisses Durchsetzungsvermögen von Vorteil. Immerhin: Ab und an verhandeln die Ehrenamtlichen auch mit den Banken. „Da sollte man nicht gleich aufgeben.“

Wer Hilfe braucht oder gerne helfen möchte, meldet sich bei Barbara Schraml unter0 71 81/9 32 29 59 oder per E-Mail unter info@hilfsfonds.de. Weitere Infos gibt’s unter hilfsfonds-remshalden.de.

Wenn es mal so richtig klemmt, weil einfach kein Geld mehr da ist, so dass der Kühlschrank leer ist, das Geld nicht mehr reicht, um neue Kinderschuhe zu kaufen, oder das Konto gar nicht mehr aus dem Minus kommt – dann gibt’s für Remshaldener schnelle und unkomplizierte Hilfe. Der Hilfsfonds wurde eben zu diesem Zweck gegründet, Mitbürgern in Not aus der finanziellen Not zu helfen.

Barbara Schraml, die Vorsitzende des Vereins, weiß, dass es viele Menschen im Ort gibt, die mit richtig

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