Remshalden

Sanierung mit Hindernissen in Buoch: Die Arbeiten an einer der ältesten Kirchen im Remstal finden endlich ein Ende

Sakristei Buoch
Pfarrer Steffen Hoinkis überblickt das Bauprojekt in seiner letzten Phase. © Gabriel Habermann

Noch steht das Gerüst, aber bald sind die Bauarbeiten an der Buocher Sankt-Sebastian-Kirche endlich beendet. Schon vor drei Jahren begann die Sanierung des Kirchturms, damals veranschlagt mit 250 000 Euro. In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass auch das Dach der Sakristei saniert werden muss, außerdem wurde einer der Turmzwickel an die restlichen drei angepasst. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 450 000 Euro.

„Lieber wir verschulden uns einmal richtig und dafür ist dann die nächsten Jahre Ruhe“, findet Pfarrer Steffen Hoinkis, der den Bau in Buoch in der letzten Phase abwickelt. Die Landeskirche, der Kirchenbezirk und die Kommune übernehmen jeweils Anteile an den Kosten, aber 40 000 Euro muss auch die evangelische Kirchengemeinde in Buoch noch aufbringen. Keine einfache Aufgabe für eine kleine Gemeinde mit momentan 398 Mitgliedern. Immer wieder gingen laut Steffen Hoinkis seit Beginn der Planung für die Sanierung aber auch Großspenden ein.

Kein Fest für den Abschluss der Sanierungsarbeiten dieses Jahr

„Wir sind von Spenden abhängig“, sagt Pfarrer Steffen Hoinkis, der auch schon Aktionen wie den Verkauf von Kirchenwein und -schnaps zugunsten der Sanierungsarbeiten betreut hat. Besonders in den Zeiten der Corona-Pandemie sei es aber schwierig, Mittel aufzutreiben. Auch das Fest, das der Pfarrer anlässlich der abgeschlossenen Sanierungsarbeiten gerne mit den verschiedenen Buocher Akteuren feiern würde, kann coronabedingt erst einmal nicht stattfinden, soll aber eventuell im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Damit das Buocher Wahrzeichen wieder im neuen Glanz erstrahlen konnte, verging nicht ohne Grund so viel Zeit. Der zuständige Architekt verstarb, zudem ist die Pfarrstelle vakant, seitdem Pfarrer Wolfgang Adelhelm auf eine andere Stelle wechselte, und der Kirchengemeinderat musste neu gewählt werden. Nach einem Dreivierteljahr Baupause können die Arbeiten nun endlich beendet werden.

Die Pfarrstelle ist vakant: Wie geht es in Buoch jetzt weiter?

„Der Erhalt der Sankt-Sebastian-Kirche in Buoch als ein Wahrzeichen und Symbol unserer Tradition ist eine wichtige und uns dauerhaft begleitende Aufgabe“, sagt Pfarrer Steffen Hoinkis. Wie alt genau das Buocher Gotteshaus ist, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Kirche 1270 schon gestanden haben muss, denn in diesem Jahr wurde sie das erste Mal urkundlich erwähnt. „Es ist eine der ältesten Kirchen im Remstal“, sagt Steffen Hoinkis. Eine Traditionsgemeinde also. Wie es mit ihr langfristig weitergeht, ist aber noch unklar. Eine Richtung zeichnet sich allerdings schon ab.

Ab dem ersten Januar 2021 gehört Buoch, im Moment noch dem Kirchenbezirk Waiblingen zugeordnet, zum Schorndorfer Kirchenbezirk. Steffen Hoinkis ist dort Pfarrer zur Dienstaushilfe bei der Dekanin und hat vorerst die Geschäftsführung in Buoch übernommen, auch wenn der Kirchenbezirk Schorndorf streng genommen noch nicht zuständig wäre. „Wir wollen Präsenz zeigen“, sagt er.

Keine volle Pfarrstelle mehr

Bereits als Pfarrer Wolfgang Adelhelm Buoch Anfang des Jahres verließ, um das Pfarramt in Schlaitdorf-Altenriet in der Nähe von Nürtingen zu übernehmen, gab es Überlegungen, in Remshalden eine Verbundkirchengemeinde zu etablieren, zu der auch Buoch gehören würde. „Es wird aber niemand vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte die Schorndorfer Dekanin Dr. Juliane Baur damals. Auch jetzt stehen noch viele Entscheidungen aus. Fest steht aber wohl schon, dass es in Buoch keine Pfarrstelle mit 100 Prozent mehr geben wird, da die Gemeinde hierfür nicht groß genug ist.

Laut Steffen Hoinkis werde wohl einer der Remshaldener Pfarrer aus den anderen Ortsteilen die 398 Mitglieder der evangelischen Gemeinde in Buoch mitbetreuen. „Dann wohnt der Pfarrer vielleicht nicht mehr nebenan im Pfarrhaus, aber es gibt weiterhin jemanden, der zuständig ist“, so Steffen Hoinkis.

Wer genau das sein wird, das müssen die zuständigen Gremien erst noch entscheiden. Momentan feiert also Steffen Hoinkis alle zwei Wochen weiter einen Gottesdienst mit den Buochern.

Noch steht das Gerüst, aber bald sind die Bauarbeiten an der Buocher Sankt-Sebastian-Kirche endlich beendet. Schon vor drei Jahren begann die Sanierung des Kirchturms, damals veranschlagt mit 250 000 Euro. In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass auch das Dach der Sakristei saniert werden muss, außerdem wurde einer der Turmzwickel an die restlichen drei angepasst. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 450 000 Euro.

„Lieber wir verschulden uns einmal richtig und dafür ist dann die

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