Remshalden

Spielplatz-Öffnungen: Remshaldener Bürgermeister appelliert an Vernunft der Eltern

Gemeinderatssitzung corona
Reinhard Molt hofft, dass die Spielplätze jetzt nicht überrannt werden. © Benjamin Büttner

Diese Woche werden die Corona-Verordnungen im Land weiter gelockert. Schon seit Montag sind beispielsweise Gottesdienste und Friseurbesuche wieder erlaubt. Ab Mittwoch dürfen auch die Spielplätze, Zoos und Tierparks sowie Museen und Galerien wieder öffnen. „Jeweils unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen“, heißt es auf der Website der Landesregierung.

Wie diese besonderen Auflagen im Fall von Spielplätzen aussehen sollen, das war dem Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung noch nicht klar. Besondere Hinweise fehlten der Gemeinde zu diesem Zeitpunkt noch. „Außer Abstandshinweisen wüsste ich ohnehin nicht, was man auf den Spielplätzen umsetzen könnte“, sagte der Verwaltungschef. „Einen Desinfektionsspender am Spielplatz aufzubauen halte ich für fahrlässig.“ Kleine Kinder könnten das Mittel ja aus Versehen auflecken.

Vorgaben kamen erst am Dienstagabend

Am frühen Dienstagabend bekamen die Gemeinden dann endlich Empfehlungen zur Öffnung der Spielplätze, auf die sich das Sozialministerium, der Gemeindetag und der Städtetag verständigt haben: Die zulässige Höchstzahl der Kinder auf einem Spielplatz ist auf maximal ein Kind pro zehn Quadratmeter Gesamtfläche begrenzt, es sollen 1,5 Meter Abstand gehalten werden und Kinder sollen nur mit einer Aufsichtsperson den Spielplatz besuchen.

„Wir werden voraussichtlich am Mittwoch öffnen“, sagte Reinhard Molt schon am Montag. „Mit deutlichen Hinweisen im Eingangsbereich der Spielplätze, die man eigentlich nicht übersehen kann.“ Der Bürgermeister wünscht sich „viel Fingerspitzengefühl von den Eltern“ beim Besuch der Anlagen.

Er würde es für sinnvoller halten, die Anzahl der erlaubten Menschen auf den Spielplätzen nicht gemessen an der Größe der Fläche zu beschränken, sondern an der Anzahl der Attraktionen. „Sonst finden sich zum Beispiel alle an der Nestschaukel“, befürchtet er. Praktische Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigten, dass sich an der einen oder anderen Rutsche bei schönem Wetter schon einmal eine Schlange bilde. Dass die kleineren Kinder in solchen Fällen einen angemessenen Abstand halten, traut Reinhard Molt ihnen nicht zu; Eltern könnten in ein Gespräch vertieft sein und nicht gleich bemerken, wie nah sich ihre Sprösslinge kommen.

Wenn’s zu voll ist: Bitte weitergehen

Der Bürgermeister hofft darauf, dass Eltern weitergehen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich auf einer Spielanlage schon zu viele Kinder und Familienmitglieder tummeln. Die Spielplatzöffnung in Remshalden hält er nur teilweise für sinnvoll. „Leider wurde nicht zwischen Städten und ländlicher geprägten Gemeinden differenziert“, bedauerte der Bürgermeister. „Ich kann nachvollziehen, dass die Spielplätze in Großstädten mit Betonwüste drum herum eine andere Rolle spielen, aber bei uns gibt es andere Möglichkeiten, sich mit den Kindern im Freien aufzuhalten.“

Reinhard Molt gibt auch zu bedenken, dass sich die Eltern und Kinder nicht gleichmäßig auf die Anlagen in der Gemeinde verteilen werden. „Der Druck wird sich bei uns in den attraktiveren Bereichen wiederfinden“, sagte er. „Ich sehe einen Hotspot am Bürgerpark und ein Stück weit auch im Süden am Aktivspielplatz, aber natürlich auch in den Ortsteilen.“ Bevor Familien den Weg von Buoch ins Tal auf sich nehmen, benutzten sie vermutlich eher „ihren“ Spielplatz bei der Kirche.

Zu überprüfen, ob Menschen sich an die Abstandsregeln auf den Spielplätzen halten, wird für die Gemeinde laut dem Bürgermeister kein einfaches Unterfangen. „Wir werden stichprobenmäßig kontrollieren, aber wir können niemanden vom Gemeindevollzugsdienst permanent abstellen“, so Reinhard Molt. Er appelliert: „Lieber mit den Kindern etwas anderes machen, als auf die Spielplätze zu stürmen.“

Diese Woche werden die Corona-Verordnungen im Land weiter gelockert. Schon seit Montag sind beispielsweise Gottesdienste und Friseurbesuche wieder erlaubt. Ab Mittwoch dürfen auch die Spielplätze, Zoos und Tierparks sowie Museen und Galerien wieder öffnen. „Jeweils unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen“, heißt es auf der Website der Landesregierung.

Wie diese besonderen Auflagen im Fall von Spielplätzen aussehen sollen, das war dem Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt am

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