Remshalden

Sportler kritisieren Angebote in Remshalden: Was jetzt getan werden soll

JahnhalleGrunbach
Leere Hallen soll es künftig möglichst selten geben. Die bestehenden Sporthallen sollen maximal ausgenutzt werden. © Gaby Schneider

Mehr als 30 Prozent aller Remshaldenerinnen und Remshaldener sind Mitglied in einem örtlichen Sportverein. Zusätzlich gibt’s eine Menge Einzelsportler, die völlig ungebunden in ihren Laufschuhen rund um den Flecken Kilometer sammeln, die sommers im Freibad ihre Bahnen ziehen, im Bürgerpark die Sportgeräte nutzen.

So richtig zufrieden aber sind viele der Sportlerinnen und Sportler nicht. Grund für die Kritik war in einer Umfrage des Institutes für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) oftmals die Organisation der Hallenbelegung, zu intransparent sei sie. Überhaupt fehle es eher an Hallenkapazitäten. Von einem Überangebot könne man in Remshalden in keinem Fall sprechen.

Zudem haben etliche Vereine, Kindertagesstätten und Gruppen mehr Bedarf an Hallenzeiten, als aktuell gedeckt werden kann. Vor allen Dingen im Winter, wenn viele der Außensportstätten nicht genutzt werden können, wird’s eng.

Bekenntnis zur Halle auf der Grunbacher Höhe

Und so wird in diesem Zusammenhang eine Aussage von Bürgermeister Reinhard Molt wohl gerne zur Kenntnis genommen werden. Er erklärte: „Wir können auf die Halle in der Goethestraße [Turnhalle der ehemaligen Ernst-Heinkel-Realschule in Grunbach] nicht verzichten.“

Die Halle könne nur dann verschwinden, „wenn wir eine neue Halle bauen können“. Und das könnte – mit Blick auf die Remshaldener Finanzen, die Kapazitäten im Bauamt sowie auf die noch anstehende Überarbeitung des Hochwasserschutzes – noch eine Zeit lang dauern.

Sorge der Anwohner um Sportgelegenheit an der Friedensstraße

Etliche Remshaldener, vor allem jene, die in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Schulturnhalle wohnen, hatten zuletzt große Sorgen, dass ihre Sport- und Spiel-Gelegenheit spätestens mit der Bebauung der Baufenster drei und vier des neuen Baugebietes „Grunbacher Höhe“ wegfallen könnte.

Seit dem Abriss der Schule, die nun unter neuem Namen als „Realschule Remshalden“ an der Friedensstraße 28 steht, dient der ehemalige Schulsportplatz angrenzend wohnenden Familien als Bewegungsraum.

Sportplatzangebot: Unterdurchschnittlich

Im interkommunalen Vergleich, bei dem die Quadratmeter, die pro Einwohner zur Verfügung stehen, verglichen werden, schneidet Remshalden immerhin durchschnittlich ab. Zur Verfügung stehen zwei Gymnastikräume, vier Einfeldhallen, eine Zweifachhalle und eine Dreifeldhalle.

Was die Sportplätze betrifft, rangiert die Gemeinde leicht unterdurchschnittlich. Und so haben bei einer Befragung auch drei von vier Schulen angegeben, dass die Kapazitäten auf Sportaußenanlagen derzeit nicht ausreichend sind. Befragt man die Schulen, wie die optimale Sportaußenanlage aussähe, so wünschen sie sich vor allem eine Leichtathletikanlage wie beispielsweise eine Rundlaufbahn.

Handlungsbedarf an den Schulen

Weiteren Handlungsbedarf sieht die Grundschule Geradstetten an ihrem Schulhof, der nach Ansicht der Grundschulbetreuung wenig bewegungsfreundlich daherkommt und in jedem Fall auch aus Sicht der Schule qualitativ ausbaufähig ist. Die Realschule Remshalden gibt ebenfalls einen Handlungsbedarf hinsichtlich der Qualität bzw. Ausstattung mit Sport- und Bewegungsmöglichkeiten an.

Was also tun? Dr. Julia Thurn, die zusammen mit Vertretern von Remshaldener Vereinen, Kindergärten, Schulen und der Verwaltung in einer Planungsgruppe über mehr als zwei Jahre hinweg die Situation des örtlichen Sports untersucht hat, weiß Rat: Ein Netzwerk „Bewegung und Sport“ und eine Sportkoordinationsstelle in der Gemeindeverwaltung seien als organisatorische Grundlage zu schaffen. Zudem müsse die Kommunikation zwischen Sportvereinen und der Verwaltung, aber auch zwischen den Sportvereinen untereinander verbessert werden.

Durch einen leicht einsehbaren Hallenbelegungsplan könnten die bestehenden Hallen besser genutzt werden. Die Verlängerung der Nutzungszeiten – gar bis 23 Uhr und auch in den Ferien – könnte eine weitere, schnell umsetzbare Lösung sein.

4209 Mitglieder in zehn Sportvereinen

Gleichzeitig müssten bestehende Hallen aber auch saniert werden, um die Kapazitäten überhaupt erhalten zu können. Die beratenden Sport-Experten schlagen außerdem eine Erweiterung der Kapazitäten mittels eines Neubaus einer Dreifeldsporthalle mit Gymnastikräumen vor.

Die Schulfreiräume sollen außerhalb der Schulzeiten öffentlich zugänglich sein und sollen bewegungsfreundlich gestaltet werden. Weitere Bewegungs- und Sportmöglichkeiten im öffentlichen Raum sollen bedarfsorientiert ausgebaut werden. Zudem soll schulnah und in zentraler Lage eine kleine Leichtathletikanlage realisiert werden, die auch den vielen unabhängigen Freizeitsportlern zugutekommen könnte.

Als nachrangig werden eine gemeinsame Geschäftsstelle, neue Beschäftigungsmodelle, eine Interessensgemeinschaft der Remshaldener Sportvereine sowie ein Mountainbike-Trail beurteilt.

30 Prozent aller Sportvereinsmitglieder sin Kinder und Jugendliche

Mit den Bestandserhebungen von Januar 2020 sind derzeit zehn Sportvereine mit insgesamt 4209 Mitgliedschaften registriert. Die Spannbreite der Sportvereine reicht dabei von 51 bis 2391 Mitgliedern. 29 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sind beim SV Remshalden organisiert, die Vereine in Remshalden entwickeln sich insgesamt positiv.

Insbesondere bei den Jüngsten und den Erwachsenen zwischen 27 Jahren und 60 Jahren können die Vereine in Remshalden hohe Mitgliederzuwächse verzeichnen.

Die mitgliederstärksten Sparten sind im Jahr 2020 Turnen mit 2059 Mitgliedschaften – hier gibt es ein breites Angebot im Eltern-Kind-Turnen bis hin zur Seniorengymnastik. Es folgt die Handball-Sparte mit 527 Mitgliedschaften, Tennis mit 486 Mitgliedschaften und Fußball mit 396 Mitgliedschaften.

Die in absoluten Zahlen größten Verluste haben die Sparten Leichtathletik/ Laufen, Volleyball, Tischtennis, Fußball und Tennis zu verzeichnen.

Mehr als 30 Prozent aller Remshaldenerinnen und Remshaldener sind Mitglied in einem örtlichen Sportverein. Zusätzlich gibt’s eine Menge Einzelsportler, die völlig ungebunden in ihren Laufschuhen rund um den Flecken Kilometer sammeln, die sommers im Freibad ihre Bahnen ziehen, im Bürgerpark die Sportgeräte nutzen.

So richtig zufrieden aber sind viele der Sportlerinnen und Sportler nicht. Grund für die Kritik war in einer Umfrage des Institutes für Kooperative Planung und

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