Remshalden

Straße in Remshalden-Grunbach gesperrt: Hier kann es für Autofahrer teuer werden

Ausweichstrecke
Wer die kurze Ausweichstrecke nutzen will, braucht zwingend eine Ausnahmegenehmigung. © Benjamin Büttner

25 Minuten von Grunbach nach Buoch? Das ist für etliche Remshaldener derzeit ganz normal. Denn seit der obere Abschnitt der Ortsdurchgangsstraße, die Lindenstraße, saniert wird, müssen Remshaldener, die in Winnenden arbeiten oder zum Arzt in diese Richtung müssen, die offizielle Umleitungsstrecke fahren.

Und die dauert eben. Die kurze Ausweichstrecke über Panoramastraße und Co frisst natürlich nicht einmal ansatzweise so viel Zeit und ist dementsprechend beliebt. Allerdings – erlaubt ist die Fahrt auf dieser Strecke nur mit einer Ausnahmegenehmigung.

Strecke wird jeden Tag kontrolliert: 50 Euro Strafe bei Nutzung ohne Erlaubnis

Wer sich ohne diese auf die Strecke wagt und erwischt wird, muss 50 Euro Strafe zahlen. Wird die gleiche Person nochmals ertappt, ist ein Vorsatz zu unterstellen, erklärt Timo Höhn, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Ordnung: „Dann haben wir die Möglichkeit, die Verwarnung zu verdoppeln.“

Täglich sind zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Einsatz. Sie postieren sich jeweils an unterschiedlichen Stellen der Strecke und überprüfen, ob die Fahrer eine entsprechende Erlaubnis vorweisen können.

21 Fahrerinnen und Fahrer wurden schon ohne Genehmigung erwischt

„Die Leute kennen das inzwischen und zeigen schon beim Vorbeifahren ihre Genehmigungen“, berichtet einer der Mitarbeiter, der auch am Tag der Testfahrt der Schorndorfer Nachrichten in neonfarbener Weste am Fahrbahnrand steht. Zudem kennen er und die Kollegen mittlerweile auch die Gesichter der meisten Passanten.

Trotzdem versuchten es immer wieder ein paar Eilige auch ohne Genehmigung, die vielen Kilometer über Rohrbronn und Berglen nach Buoch zu sparen. Immerhin 21 Fahrerinnen und Fahrer wurden schon aus dem Schleichverkehr gezogen.

1000 Anträge, 660 Genehmigungen

Insgesamt rund 660 Ausnahmegenehmigungen hat die Gemeinde Remshalden bis zuletzt ausgestellt. Beantragt wurden seit Beginn der Maßnahme sogar rund 1000. Wer in Buoch wohnt (das gilt für 450 Personen) oder dort arbeitet, bekommt die Genehmigung auf jeden Fall, wer in Grunbach mitten in der Baustelle – am oberen Teil der Ortsdurchfahrt, etwa in der Trauben- oder Bergstraße – wohnt, ebenfalls.

Wer aber beispielsweise in Grunbach lebt, in Winnenden arbeitet und üblicherweise über Buoch zur Arbeit pendelt, hat kein Anrecht auf die Genehmigung. Stattdessen müssen diese Personen die Umleitungsstrecke in ihren Alltag und eben auch in ihre Finanzplanung integrieren.

Anfangs sollte die Ausweichstrecke nur für Busse erlaubt sein

Und obwohl die Baustelle nun schon seit Sommer den Verkehr bremst, kommen noch immer neue Remshaldener auf die Gemeinde zu, die eine Ausnahmegenehmigung benötigen. Jeder Antrag wird einzeln geprüft und beschieden. Anfangs hatte es laut Angaben verschiedener Leser durchaus Verzögerungen bei der Bewilligung gegeben.

Schließlich war die Umleitungsstrecke zunächst nur für den Linienbus gedacht gewesen. Erst später hatte die Gemeindeverwaltung eingelenkt und entschieden, die landwirtschaftlichen Wege auch für die Bürgerinnen und Bürger freizugeben, die besonders stark durch die Baustelle eingeschränkt sind.

Einbahnstraßenregelung

Die Strecke ist nun als Einbahnstraße angelegt, darf nur mit 20 Stundenkilometern befahren werden und ist seither für Fußgänger gesperrt. Oberhalb der Baustelle werden die Fahrzeuge aus Richtung Grunbach kommend über den Buchhaldenweg wieder zurück auf die Straße in Richtung Buoch geleitet. Seitenstreifen und private Grundstücke, die an landwirtschaftliche Wege angrenzen, dürfen nicht befahren werden.

Während die Umleitungsstrecke bei den glücklichen Besitzern einer Ausnahmegenehmigung natürlich äußerst beliebt ist, sind viele Anwohner der Ausweichstrecke ebenso genervt. „Sie sind solche Massen eben nicht gewöhnt“, weiß Höhn. Zudem fallen viele Parkplätze, beispielsweise an der Panoramastraße – durchaus eine der besseren Wohngegenden in Remshalden –, für die Dauer der Baustelle an der Ortsdurchfahrt weg, stattdessen kommt Lärm hinzu.

Immer wieder sind kleine Sanierungseingriffe nötig

Und auch für die Wege ist’s eine ungewohnte Belastung. So musste an manchen Stellen etwas Erde aufgeschüttet werden, an anderen Stellen musste ein Teil des Hangs abgefräst werden. Nach Abschluss der Baumaßnahme wird der landwirtschaftliche Weg durch die Baufirma wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, heißt es außerdem in einer Pressemitteilung des Rathauses.

In kurzen Abständen werden bis dahin Straßenreinigungsarbeiten durchgeführt, und die Gemeinde hat die Räumarbeiten entlang der Strecke in den Räumungsplan des Winterdiensts aufgenommen.

25 Minuten von Grunbach nach Buoch? Das ist für etliche Remshaldener derzeit ganz normal. Denn seit der obere Abschnitt der Ortsdurchgangsstraße, die Lindenstraße, saniert wird, müssen Remshaldener, die in Winnenden arbeiten oder zum Arzt in diese Richtung müssen, die offizielle Umleitungsstrecke fahren.

Und die dauert eben. Die kurze Ausweichstrecke über Panoramastraße und Co frisst natürlich nicht einmal ansatzweise so viel Zeit und ist dementsprechend beliebt. Allerdings – erlaubt

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