Remshalden

SV Remshalden stellt sich neu auf: Digitaler und mehr Teamwork

SVR
Die Sportvereinigung Remshalden will mit einer Neuorganisation den Sprung in eine moderne Vereinszukunft schaffen. Hier eine Präsentation der Rope-Skipper beim Jubiläumsfest. © Peter Schuster

Endlich machen, wovon viele schon seit Jahren reden – das will man jetzt bei der Sportvereinigung Remshalden: Die Vereinsarbeit für die einzelnen Verantwortungsträger will man leichter machen, kleinere Aufgabenpakete schnüren, die Last auf erheblich mehr Schultern verteilen.

Oliver Lorz, Schriftführer im Vorstand des Vereins und außerdem Freiwilligenmanager beim Schwäbischen Turnerbund, erklärt: „Beim Freiwilligen-Survey sieht man bei den Vereinen bestimmte Tendenzen.“ Zum einen engagierten die Menschen sich immer noch stark und gleichbleibend für ihre Vereine. Zum anderen spiele aber der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle.

Verantwortung für Sanitärräume bis Steuerrecht

Für zwei Stunden pro Woche seien die meisten gerne bereit, sich zu engagieren. Allerdings sehe die Realität, gerade in führenden Positionen anders aus. „Der Erste Vorsitzende eines Vereins ist gefühlt für alles zuständig, vom verstopften Klo  über fehlende Übungsleiter bis hin zum fehlenden Benzin im Rasenmäher. Dazu muss er sich möglichst noch perfekt in Vereins- und Steuerrecht auskennen“, schildert Lorz die Problematik. Viel zu viel Verantwortung sei das für eine einzelne Person.

Leute zu finden, die sich diese Last auferlegen, sei heute kaum noch möglich. Dabei müsse das alles gar nicht so sein. Die vorhandenen Strukturen seien lediglich historisch begründet. Das Vereinsgesetz schreibe nicht vor, dass es einen Ersten Vorsitzenden geben müsse, an dem alles hänge. Es sei lediglich bestimmt, dass es ein Vorstandsgremium geben muss, das verantwortlich zeichnet. Aus wie vielen Personen dieses Gremium bestehe, sei nicht festgelegt. Warum also nicht mehr Ehrenamtliche in den Vorstand holen und so seine einzelnen Mitglieder entlasten? Immerhin habe sich ja auch in der Berufswelt vieles dahingehend verändert.

Die Richtung: Mehr Teamwork

Und so hat man bei der SVR jetzt einzelne Themenbereiche isoliert: Zum Beispiel die Bereiche Infrastruktur, Organisation, Personal und Ehrenamt. Müssen einzelne dieser Themen besprochen werden, trifft sich der Vereinsrat. Dann müssen aber nur diejenigen Vorstands- und Abteilungsmitglieder mit dabei sein, die sich federführend mit ihnen den jeweiligen Programmpunkten beschäftigen.

So muss künftig nicht mehr jeder Abteilungsleiter zu jeder Sitzung erscheinen. „Der Vorstand spricht dann nur noch mit einer Stimme - ganz demokratisch und  fair“, erklärt Lorz das Konzept. Weiterhin soll jedes Abteilungsgremium eine Stimme haben und diese bei Vereinsratssitzung miteinbringen. Damit können die Vorstandsmitglieder die Abteilungen künftig nicht mehr überstimmen.

Hin zu mehr Teamwork möchte man also bei der SVR – auf der Vorstandsebene, aber ebenso auf der Abteilungsebene. Auch hier soll nicht mehr nur der Abteilungsleiter Ansprechpartner für alle Belange sein. Analog zu den Themenkomplexen auf Vorstandsebene will man sich hier organisieren.

Digitale Kommunikation

Das alles muss bei der nächsten Mitgliederversammlung Ende Oktober auch in der Satzung neu gefasst werden. Das Ziel ist klar: Mit festen, auch zeitlich klar umrissenen Aufgabenpäckchen mehr Menschen die Möglichkeit zur Mitarbeit geben. Gleichzeitig soll das Menschen, die neu zum Verein hinzukommen, die Möglichkeit geben, sich schnell mit ihren Kompetenzen einbringen zu können - und zwar genau in dem zeitlichen Rahmen, der ihnen möglich ist.

Was ebenfalls dazugehöre: die Kommunikation untereinander auch mal aufs Digitale verlegen. Es müsse ja nicht immer das Vereinsheim sein, in dem man sich austauscht. So könne reichlich Zeit gespart werden.

Was aber doch bleibt: Bei aller Tendenz zur Dezentralisierung sei indes noch immer ein Vorstandssprecher nötig, der nach außen kommuniziere – beispielsweise der Kommune gegenüber. Er soll dann als Brücke zu den anderen Vorstandsmitgliedern fungieren. Nötig sei solch ein Sprecher, weil die künftig moderne Struktur des SVR an den meisten Stellen weiterhin auf historische Konstrukte treffe.

Inzwischen arbeitet man bei dem Verein schon knappe zwei Jahre auf diese Veränderungen hin. Anfang des Jahres waren die verschiedenen Abteilungen informiert worden, inzwischen gibt’s schon für fünf von sieben Vorstandsaufgaben Mitglieder, die die jeweilige Verantwortung übernehmen wollen.

„Ja“, für manchen lang gedienten Vereinsgenossen sei die Umstrukturierung noch neu und ungewohnt. „Der ein oder andere hatte sicher auch Magengrummeln“, weiß Lorz. Aber der überwiegende Teil in den Abteilungen finde die Neuerungen gut. Tatsächlich hätten, so Lorz, einige Abteilungen in Nuancen schon begonnen, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen, jetzt werde das aber verschriftlicht.

Endlich machen, wovon viele schon seit Jahren reden – das will man jetzt bei der Sportvereinigung Remshalden: Die Vereinsarbeit für die einzelnen Verantwortungsträger will man leichter machen, kleinere Aufgabenpakete schnüren, die Last auf erheblich mehr Schultern verteilen.

Oliver Lorz, Schriftführer im Vorstand des Vereins und außerdem Freiwilligenmanager beim Schwäbischen Turnerbund, erklärt: „Beim Freiwilligen-Survey sieht man bei den Vereinen bestimmte Tendenzen.“ Zum einen

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