Remshalden

Tipps für eine schöne Adventszeit trotz Lockdown und Corona-Sorgen

Coronaweihnachtenkirche
Frank Schien zündet in der katholischen Kirche St. Michael eine Kerze an. © Gaby Schneider

Der Teil-Lockdown im November sollte dazu dienen, die zweite Corona-Welle zu brechen – unter anderem auch, um das Weihnachtsfest zu retten, das viele im Kreise ihrer Liebsten verbringen wollen. Das hat nicht so geklappt wie erhofft. Dass der Teil-Lockdown verlängert wird, gilt im Prinzip schon als sicher. Welche Regeln an Weihnachten gelten, muss noch final beschlossen werden; sicher ist aber schon einmal, dass die Adventswochen weniger gesellig ausfallen werden als sonst.

Der katholische Gemeindereferent Frank Schien hat ein paar Ideen, wie Menschen die kommenden Wochen trotzdem schön gestalten können. Dass das Osterfest während des ersten Lockdowns so gut wie ausfiel, das fand Frank Schien „schon richtig heftig“. Der Gemeindereferent ist bei der Seelsorgeeinheit Remstaltor für Kernen, Weinstadt und Remshalden zuständig und hat während der ersten Welle dazu beigetragen, dass Gottesdienste nun online übertragen werden.

Auch über 80-Jährige schauen den Gottesdienst online

„Bei uns war die Digitalisierung auch ein Thema“, sagt Frank Schien. Zu Beginn des ersten Lockdowns zeichneten die Kirchen die Gottesdienste noch vorher auf, damit sie rechtzeitig online gestellt werden konnten, nun werden sie live übertragen. Das Angebot haben die Gemeinden auch dann noch durchgehend beibehalten, als der Gottesdienst wieder persönlich gefeiert werden durfte.

„Es gibt doch einige, die das Angebot annehmen“, sagt Frank Schien. Ganz bis zum Ende werden die Videos allerdings nicht immer angesehen. „Für manche ist es gewöhnungsbedürftig, den Gottesdienst am Rechner oder Fernseher mitzufeiern“, vermutet Frank Schien. Trotzdem: Auch wenn es ab und an Rückmeldungen gab, dass der Ton nicht gut oder das Internet zu wacklig war, insgesamt seien die Menschen froh, dass es das digitale Angebot gibt. So können auch die am Gottesdienst teilnehmen, denen es aktuell zu riskant ist, in die Gotteshäuser zu gehen. „Wir wissen, dass es auch über 80-Jährige gibt, die den Gottesdienst digital anschauen“, so Frank Schien.

Corona-Zahlen bereiten Sorge

Das digitale Angebot hat sich eingespielt, die Gottesdienste können auch in den kommenden Wochen digital übertragen werden. Aktuell beschäftigt die Menschen eher, ob sie die Advents- und Weihnachtszeit mit ihren Familien verbringen können werden, so der Eindruck von Frank Schien.

„Es besteht der Wunsch, dass alles gewohnt abläuft und man die Nähe zu Menschen hat, die gerade fehlt“, sagt der Gemeindereferent. „Auf der anderen Seite steht die Sorge.“ Die Corona-Zahlen, die zwar auf hohem Level verweilen, aber nicht zurückgehen, bereiteten Menschen Angst – auch davor, dass die Regeln an Weihnachten nicht gelockert werden.

Der Angst vor der einsamen Weihnacht entgegenwirken

„Ich hoffe, dass das nicht kommt“, sagt Frank Schien. Er glaubt nicht, dass „wieder alles dichtgemacht werden muss“. Aber auch er habe sich mittlerweile damit abgefunden, dass Weihnachten wohl eher im kleinen Kreise stattfinden werde. Damit die Adventszeit davor auch mit Kontaktbeschränkungen Freude bringen kann, hat er ein paar Tipps.

Zunächst erinnert der Gemeindereferent an eine Aktion, die mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten ist: Wenn um 19.30 Uhr die Kirchturmglocken läuten, sind Menschen nach wie vor aufgerufen, eine Kerze ins Fenster zu stellen. „Als Zeichen, dass wir nicht alleine sind und miteinander beten“, so Frank Schien. „Manche Glocken läuten mittlerweile nicht mehr, aber man kann trotzdem noch mitmachen.“

Bewusst Zeit nehmen und zur Ruhe kommen

Spezifisch für die Adventszeit wünscht er sich, dass Menschen sich bewusst Zeit nehmen, um zur Ruhe zu kommen. „Vielleicht hat man jetzt notgedrungen die Zeit, um sich adventlich einzurichten und die Wohnung zu schmücken“, sagt Frank Schien. Indem man sich eine Kerze anzünde und die entsprechenden Texte oder Musikstücke auswähle, könne man sich auf die Adventszeit einstimmen und auf positive Gedanken kommen.

Eine schöne Idee findet er es auch, eine Kiste zu gestalten, die von Haus zu Haus weitergereicht wird, wie das in Nachbarkommunen von Remshalden schon gemacht wird. Darin enthalten sein könnten zum Beispiel verschiedene Geschenke, aus denen die temporären Kistenbesitzer eines auswählen dürfen, wenn sie im Gegenzug wieder eines für die nächste Person hineinlegen. Und vielleicht ein Weihnachtsengel, der für die Zeit, in der die Kiste in einem Haushalt ist, dort aufgestellt werden kann. Eine nette Karte für die nächste Person könnte den Inhalt abrunden. In Remshalden gibt es eine solche Kiste von der Kirchengemeinde laut Schien noch nicht, zur Adventszeit könnten Privatleute sie aber natürlich einfach selbst starten.

Der Teil-Lockdown im November sollte dazu dienen, die zweite Corona-Welle zu brechen – unter anderem auch, um das Weihnachtsfest zu retten, das viele im Kreise ihrer Liebsten verbringen wollen. Das hat nicht so geklappt wie erhofft. Dass der Teil-Lockdown verlängert wird, gilt im Prinzip schon als sicher. Welche Regeln an Weihnachten gelten, muss noch final beschlossen werden; sicher ist aber schon einmal, dass die Adventswochen weniger gesellig ausfallen werden als sonst.

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