Remshalden

Ulrich Kern: Ein Remstäler dirigiert die Philharmoniker

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© MARCO BORGGREVE / Pressefoto

„Eine intensive Zeit“ sei das gewesen „und eine ganz tolle Truppe“: Wenn Ulrich Kern an seine Zeit am Remstal-Gymnasium zurückdenkt, gerät er ein wenig ins Schwärmen. Neun Jahre lang hat er dort im Orchester gespielt und den Musikzug unter Klaus-Dieter Schloz besucht.

Prägende, vor allem aber sehr schöne Jahre seien das gewesen, sagt der 42-Jährige. Heute ist er Kapellmeister im sächsischen Görlitz.

Kerns Werdegang

Der Vater, Schulamtsdirektor, spielte zu Hause Klavier, die Mutter, Krankenpflegelehrerin, sang im Kirchenchor. Beide Eltern förderten früh die Begabung ihres Sohnes und ermutigten ihn zum Eintritt in den Hymnus-Knabenchor, seit der Nachkriegszeit ein fester Bestandteil des Stuttgarter Musiklebens. Kern erlebte noch Gerhard Wilhelm, der den Chor international bekannt machte, als Leiter. Im Rückblick war dies der wohl alles entscheidende Schritt zu seiner späteren Karriere, denn „ich erfuhr dadurch eine breite musikalische Bildung in jungen Jahren“, so Kern.

Zwölf Jahre lang sang er in dem Chor, hat zugleich das Cello-Spielen erlernt, spielte das Instrument im Jugendmusikorchester der Schorndorfer Musikschule. Zusätzlich erlernte er noch das Klavierspielen. Nach dem Abitur war dann klar, dass er Musiker werden wollte. Der Remshaldener nahm ein Studium der Schulmusik der Stuttgarter Musikhochschule auf. Ein Professor brachte ihn dann dazu, parallel noch das Kapellmeisterstudium aufzunehmen.

Kern begann schon während des Studiums, als Dirigent tätig zu werden, leitete Kammer- und Jugendsinfonieorchester in Stuttgart, Sindelfingen und Tübingen. „Das war eine sehr intensive und tolle Zeit“, sagt er heute rückblickend. Es folgten weitere Stationen in Weimar und den USA. Kern wurde Stipendiat des Deutschen Musikrats. Dirigierte das Staatstheater Mainz oder die Kieler Oper.

Schließlich bekam er vor acht Jahren die Stelle als Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Görlitz. Wo er sich schnell etablierte –und in diesem Jahr zum wiederholten Male den Publikumspreis erhielt.

Kerns Vorlieben in der Welt der Klassik

„Vom Konzept und den Ideen bin ich ganz breit aufgestellt“, sagt er zu seiner Herangehensweise. Den gebürtigen Remstäler haben als Dirigent daher stets beide Welten interessiert: zum einen die Klassiker wie Beethoven oder Haydn. „Ich finde, da kann man noch heute viel rausziehen.“ Zum anderen das, was „Neue Musik“ genannt wird. Jene Musik also, die auf der Suche nach neuen Klängen spielerisch mit der Tradition umgeht, sie bisweilen bricht.

Hier reizen den 42-Jährigen vor allem zeitgenössische, größtenteils noch unbekannte Komponisten. An mehreren Uraufführungen war Kern federführend beteiligt. Etwa von Rebecca Saunders oder Sven Ingo Koch, Namen, die in der Szene durchaus ein Begriff seien, so Kern. „Man muss das aber gut verpacken, damit es die Leute nicht vor den Kopf stößt“. Mit Beethoven sei es sicher leichter, Publikum zu finden.

Genau mit jenem Klassiker möchte er sich jetzt wieder intensiv beschäftigten. Denn nach Gastspielen unter anderem in Buenos Aires führt ihn sein Weg im November zurück nach Stuttgart, wo er erstmals die Stuttgarter Philharmoniker dirigieren wird. Zu hören gibt es am 22. November ab 20 Uhr in der Liederhalle zwei Werke von Beethoven: das erste Klavierkonzert sowie die sechste Sinfonie. Außerdem die Kleine Ouvertüre zur Oper „Uthal“ von Étienne-Nicolas Méhul (1763-1817).

„Eine intensive Zeit“ sei das gewesen „und eine ganz tolle Truppe“: Wenn Ulrich Kern an seine Zeit am Remstal-Gymnasium zurückdenkt, gerät er ein wenig ins Schwärmen. Neun Jahre lang hat er dort im Orchester gespielt und den Musikzug unter Klaus-Dieter Schloz besucht.

Prägende, vor allem aber sehr schöne Jahre seien das gewesen, sagt der 42-Jährige. Heute ist er Kapellmeister im sächsischen Görlitz.

Kerns Werdegang

Der Vater, Schulamtsdirektor, spielte zu Hause

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