Remshalden

Warum es bei der Neuen Mitte in Remshalden nicht vorangeht

neue Mitte
Auf der Fläche westlich des Remshaldener Rathauses soll Einzelhandel entstehen - nur wann? Archivfoto. © Gabriel Habermann

Wer das Remshaldener Rathaus am Ortsrand von Geradstetten besucht, fragt sich vielleicht, warum sich der Eingang auf der „falschen“ Seite befindet. Auch Bürgermeister Reinhard Molt hat diese Frage schon öfters zu hören bekommen. „Für die Zukunft ist der Eingang auf der richtigen Seite“, sagt der Verwaltungschef. Westlich vom Rathaus soll schließlich die Neue Mitte entstehen. Viel wurde darüber bereits gesprochen und auch Planungen fanden statt - doch schon seit Jahren geht es bei dem Areal nicht sichtbar weiter. Woran liegt das und wie sieht die Zukunft des Gebiets aus? Darüber haben wir uns mit Reinhard Molt unterhalten.

Nachdem ein Planungsbüro eine Einzelhandelsanalyse erstellte und 2009 dem Gemeinderat präsentierte, entstand ein Einzelhandelskonzept für die Gemeinde. Das Areal zwischen Mittelquerspange und der Vom-Stein-Straße hat die Gemeinde laut dem Bürgermeister im Flächennutzungsplan als Sondergebiet vorgesehen. In dem Gebiet sollen Einkaufsmöglichkeiten Fuß fassen; vorstellbar wäre unter anderem eine Kombination mit einem Vollsortimenter und einem Drogisten. „Das ist mehrheitlich politisch so gewollt“, sagt Reinhard Molt zu den zukünftigen Plänen für die Fläche.

Hochwassergefahr in dem Gebiet war vor 2012 nicht bekannt

Nach 2009 hat die Gemeinde in dem Gebiet Grund erworben. „Uns gehört nicht alles bis zur Mittelquerspange“, sagt der Bürgermeister. „Aber man kam mit fast allen Grundstückseigentümern überein.“ Danach kam das Projekt aber zu einem jähen Halt. Der Grund: Die neuen Hochwassergefahrenkarten für die Gegend wurden 2012 rechtskräftig.

Sie ergaben, dass das Areal westlich des Rathauses im Falle eines 100-jährlichen Hochwassers, also eines Hochwassers, das etwa alle 100 Jahre einmal auftreten kann, überflutet werden würde. Bevor die Karten rechtskräftig wurden, ging die Gemeinde laut Reinhard Molt davon aus, dass die Fläche zwischen Mittelquerspange und Vom-Stein-Straße keine Hochwasserrelevanz hat, weil sie beim Hochwasser 2003 (das inzwischen als 90-jährliches Hochwasser eingestuft wird) nicht überflutet wurde. „Die Fläche war 2003 trocken“, so Molt.

Wie könnte es nun trotzdem mit dem Areal weitergehen?

Zunächst bestand laut Reinhard Molt die Hoffnung, dass das ehemalig geplante Hochwasserrückhaltebecken 5 zwischen Urbach und Schorndorf die Hochwassersituation für Remshalden verbessern könnte. Das Becken ist nun aber aufgrund seiner problematischen Lage im Naturschutzgebiet Morgensand und Seelachen auf Eis gelegt. Trotzdem gibt es noch Chancen, dass es beim Gebiet westlich des Rathauses weitergeht.

Ein Ingenieurbüro ist momentan zusammen mit dem Wasserverband Rems dabei, die Wirksamkeit der bestehenden Rückhalteräume neu zu überrechnen, so Reinhard Molt. Das Ergebnis der Berechnung wird zeigen, wie viel Ausgleichsvolumen nötig wäre, um dieses Potenzial an anderer Stelle zu kompensieren, wenn westlich des Rathauses gebaut werden würde.

Ein anderes Projekt hat Vorrang

„Wenn es dann noch um eine Größenordnung von 1000 Kubikmetern geht, müsste man schauen, wo man eine Ausgleichsfläche abtragen kann“, sagt Reinhard Molt. Zum Beispiel könnten dafür etwa 20 bis 30 Zentimeter Mutterboden von einer Ackerfläche abgetragen werden. Dann könnte es in dem Gebiet vorangehen. Wie viel Ausgleichsvolumen tatsächlich nötig wäre, werden aber erst die Ergebnisse der neuen Berechnungen zeigen, mit denen Reinhard Molt im Frühjahr 2021 rechnet. Wenn es sich beim Ausgleichsvolumen um eine verhältnismäßige Größenordnung handelt, dann würde die Verwaltung das Signal in den Gemeinderat geben, sich aufzumachen, um die Fläche zu erschließen.

Vorrang hat laut Reinhard Molt aktuell aber erst einmal die Konversionsmaßnahme „Grunbacher Höhe“, wo in den nächsten Jahren neuer Wohnraum entsteht. Das Projekt sollte nach der Meinung des Bürgermeisters unter Dach und Fach sein, bevor das Einzelhandelskonzept fortgeschrieben wird, weil die Entstehung der „Grunbacher Höhe“ in der Verwaltung im Parallellauf viel Personal bindet und viel Gremienarbeit erfordern wird.

Im kommenden Jahr wird es also beim Thema Einzelhandel in Rathaus-Nähe nicht vorangehen. Weitere Recherchen und Grundlagenarbeiten werden aber erarbeitet, versichert Reinhard Molt.

Wer das Remshaldener Rathaus am Ortsrand von Geradstetten besucht, fragt sich vielleicht, warum sich der Eingang auf der „falschen“ Seite befindet. Auch Bürgermeister Reinhard Molt hat diese Frage schon öfters zu hören bekommen. „Für die Zukunft ist der Eingang auf der richtigen Seite“, sagt der Verwaltungschef. Westlich vom Rathaus soll schließlich die Neue Mitte entstehen. Viel wurde darüber bereits gesprochen und auch Planungen fanden statt - doch schon seit Jahren geht es bei dem Areal

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