Remshalden

Warum steht das alte Edeka-Gebäude in Geradstetten immer noch leer?

Edekaremshalden
Das alte Edeka-Gebäude steht seit einem guten Jahr leer. © Gaby Schneider

Vor mehr als einem Jahr hat der Edeka Schieber in Geradstetten endgültig seine Pforten geschlossen. Das Unternehmen wollte damals vergrößern, hatte dafür aber keine Bewilligung bekommen und den Standort letztlich ganz aufgegeben. Seitdem steht das Gebäude leer. Georg Wesch, wohnhaft in Geradstetten, findet diesen Zustand unbefriedigend und hatte deshalb mit der Gemeindeverwaltung Kontakt.

„Es ist vollkommen verständlich, dass der Edeka vergrößern wollte“, findet Georg Wesch. „Der war wirklich extrem klein. Dass das für Edeka nicht ausreicht, ist völlig klar.“ Als er erfahren habe, dass der Edeka-Markt eigentlich am Standort bleiben und vergrößern wollte, war er positiv überrascht und kann deshalb umso weniger nachvollziehen, warum die Gemeindeverwaltung dem Markt keine Genehmigung für eine Vergrößerung erteilen wollte und es stattdessen in Kauf nahm, dass der Markt ganz schloss.

„Das ist nicht alles so einfach“, sagt Bürgermeister Reinhard Molt auf Nachfrage. „Dort im Gewerbegebiet greift die Regelung, dass Supermärkte nur bis maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche zulässig sind.“ Das sei bekannt gewesen; der Markt hätte modernisieren können, aber eben nicht erweitern. Tatsächlich hatte der Edeka Schieber laut Reinhard Molt schon 1000 Quadratmeter für sich beansprucht, was möglich gewesen sei, weil der Edeka-Markt in die drei Einheiten Getränkemarkt, Lebensmittelmarkt und Bäckereibetrieb aufgeteilt war. „Damit war die Befreiung ausgereizt“, so der Rathaus-Chef. Nur in einem Sondergebiet wäre eine größere Verkaufsfläche möglich gewesen.

Warum kein Sondergebiet?

„Wir können nicht an jeder Stelle einfach ein Sondergebiet ausweisen“, antwortet Reinhard Molt auf die Frage, was gegen die Einrichtung eines solchen Gebietes gesprochen hätte. Einerseits, weil die Einrichtung eines solchen Sondergebietes auch gewisse Bedingungen voraussetze, was den Kaufkraftabfluss angeht. „Wir hätten ein Gutachten gebraucht“, nennt Reinhard Molt beispielsweise einen Grund. „Es hätte sein können, dass die Nachbarkommunen sagen, es kann nicht angehen, dass es an der Stelle noch mal ein Sondergebiet gibt, das eventuell anderen Geschäften, die im Ort genehmigt und vom Regionalplan gebilligt werden, die Kunden abgräbt.“

Andererseits war es damals aber auch eine politische Entscheidung, kein Sondergebiet für die Umgebung, in dem sich das alte Edeka-Gebäude befindet, anzustreben. „Unser Einzelhandelskonzept sieht vor, dass der Einkaufsschwerpunkt in Remshalden an einer anderen Stelle liegen soll“, sagt der Bürgermeister. „In dem Gebiet zwischen der Mittelquerspange und der Vom-Stein-Straße.“ Am Rathausstandort also.

Was könnte auf den Edeka-Markt folgen?

So weit die Erklärung, warum der Edeka-Markt nicht vergrößern durfte und in der Folge den Standort aufgab. Warum steht das Gebäude aber nach einer so langen Zeit immer noch leer? Für Georg Wesch ist das unverständlich. „Ich bin ein Mensch, der gerne lokal einkauft“, sagt der Geradstettener. Er versuche, die Gemeinde zu unterstützen, aber die Edeka-Schließung habe dazu geführt, dass er sein Geld von Remshalden nach Weinstadt trage. Er vermisse zum Beispiel eine gute Auswahl an Fleisch, Fisch und Käse aus dem qualitativ und nachhaltig besseren Segment in einem Remshaldener Supermarkt.

Georg Wesch rechnet nicht damit, dass wieder ein Supermarkt in das vergleichsweise kleine Gebäude einziehen will. Aus dem Rathaus sind andere Töne zu hören: „Der Eigentümer ist in guten Gesprächen“, kann Reinhard Molt vermelden. Seiner Kenntnis nach wieder mit einem Unternehmen aus dem Lebensmittelbereich. „Ich lege dafür nicht meine Hand ins Feuer, da ich nicht derjenige bin, der verhandelt“, sagt der Verwaltungschef. Die Verwaltung sei aber mit den Gebäudebesitzern im Gespräch. „Wir haben auch kein Interesse an einem Leerstand“, versichert Reinhard Molt.

Vor mehr als einem Jahr hat der Edeka Schieber in Geradstetten endgültig seine Pforten geschlossen. Das Unternehmen wollte damals vergrößern, hatte dafür aber keine Bewilligung bekommen und den Standort letztlich ganz aufgegeben. Seitdem steht das Gebäude leer. Georg Wesch, wohnhaft in Geradstetten, findet diesen Zustand unbefriedigend und hatte deshalb mit der Gemeindeverwaltung Kontakt.

„Es ist vollkommen verständlich, dass der Edeka vergrößern wollte“, findet Georg Wesch. „Der war

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