Remshalden

Wie Remshalden das Klima retten will?

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Dass die Energiewende kommen muss, ist klar. Aber wie kann die Gemeinde Remshalden dazu beitragen? Archivfoto. © Habermann

Dass die Gemeinde als Vorbild vorangehen sollte, darin sind sich die Vertreter aller Fraktionen im Remshaldener Gemeinderat einig. Weshalb jetzt beschlossen wurde, den Klimaschutzpakt zwischen dem Land Baden-Württemberg und den kommunalen Landesverbänden zu unterstützen. Konkret soll sich das Engagement auf das Gemeindeentwicklungskonzept, das Klimaschutz- und Klimamobilitätskonzept sowie auf verschiedene Quartiersentwicklungen auswirken, aber auch auf Entscheidungen für energetische Lösungen.

Kommunen müssen finanziell gut ausgestattet werden

Bürgermeister Reinhard Molt argumentierte: „Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche und eine globale Aufgabe. Doch stets gilt: global denken und lokal handeln.“ Natürlich werde eine weitgehend klimaneutrale Verwaltung die Welt nicht retten, aber Gemeinderat, Verwaltung und all die kommunalen Außenstellen zusammen könnten ihren Beitrag dazu leisten, wie die öffentliche Hand überall. Allerdings müssten Bund und Land Kommunen wie Remshalden bei diesem Weg auch finanziell gut ausgestattet werden.

LEDs, Naturstrom und neue Fahrzeugflotte

Abgesehen davon habe man in Remshalden schon einiges in diese Richtung unternommen: Nach der Gründung des Remstalwerks soll die Straßenbeleuchtung flächendeckend auf LED umgestellt werden. Der Remstalstrom-Natur ermöglicht den Stromkunden, Verantwortung zu übernehmen. Schrittweise wird auch die kommunale Fahrzeugflotte umgestellt und vieles mehr. Remshalden ist Mitglied im Klimabündnis seit 1993 sowie Mitglied bei der Energieagentur Rems-Murr seit 2019. Aber: „Es gibt keinen Grund sich auszuruhen, ganz im Gegenteil!“, forderte Molt die Gemeinderäte auf.

Die Hochwasserschutzkonzepte an der Rems und an den Seitenbächen müssen erarbeitet werden, das Starkregenrisikomanagement zusammen mit dem Wasserverband Rems will berechnet werden, dazu steht die Fortschreibung im Nahverkehrsplan an, ein Radschnellweg durchs Remstal sowie ein integriertes Gemeinde-Entwicklungskonzept sowie ein Klimaschutzmanagement wollen geprüft werden.

Remshalden sei mit weiteren Nachbarkommunen im Gespräch, um sowohl ein markungsübergreifendes Klimaschutzkonzept als auch einen interkommunalen Klimaschutzmanager zu fördern, also einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um die Umsetzung der Ziele aus dem Klimaschutzkonzept kümmert.

Fördertöpfe ausschöpfen

Lennard Volk begrüßte für die ALi die Haltung der Gemeinde, bemängelte aber, dass bei diesem Grundsatzbeschluss das Messbare fehle. Man würde sich klare Ziele wünschen, die das Vorwärtskommen eines solchen Klimaschutzpaktes bewertbar machten. Seine Fraktion halte es durchaus für angebracht, eine Vollzeitstelle für einen Klimaschutzmanager zu schaffen. Schließlich sei die Verwaltung ohnehin recht ausgelastet, dennoch benötige man dringend jemanden, der sämtliche Fördertöpfe und -mittel kennen und die entsprechenden Gelder zeitnah beantragen könne.

Günter Barwitzki (FDP-FW) sagte die Unterstützung seiner Fraktion zu. Auch in ihren Reihen erkenne man die Notwendigkeit eines Klimaschutzmanagers an, halte aber eine Kooperation mit den Nachbargemeinden für wünschenswert. Auch würde man sich konkrete Vorgaben für Neubaugebiete wünschen, gar könne man sich vorstellen, einen Passivhausstandard für die Grunbacher Höhe festzulegen.

Auf der Suche nach dem Energiewendepunkt

Auch die BWVler, so Dr. Uli Hasert, stünden voll und ganz hinter dem Klimaschutzpakt. Dringend müsse man den „Energiewendepunkt“ erreichen, woran die Kommunen nicht nur mitarbeiten, sondern mit gutem Beispiel vorangehen müssten. Man wünsche sich aber eine aktuelle Standortbestimmung, eine Bewertung der gemeindlichen Potenziale und konkret definierte erste Schritte. Ein Klimaschutzmanager sei natürlich wünschenswert, dennoch müsse man auch bedenken, dass angesichts der Pandemie die öffentlichen Kassen doch recht geplagt seien. Man müsse dringend Fördermittel geschickt nutzen.

Klimaschutz kostet Geld

Armin Wiesner (SPD) mochte für seine Fraktion den Argumenten seiner Vorredner gerne zustimmen. „Wir freuen uns über die große Einigkeit.“ Man dürfe zunächst auch in kleinen Schritten denken, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren.

Natürlich sei die Vorbildfunktion der Gemeinde wichtig, das fand auch Wolfgang Läpple für die CDU-Fraktion. Aber man müsse sich auch im Klaren darüber sein, dass man sich mit dem Beitritt zu dem Klimaschutzpakt im Grunde zu pauschalen Mehrausgaben entschließe. Er ist davon überzeugt, dass so auf allen Ebenen erheblich mehr Investitionskosten entstehen würden.

Dass die Gemeinde als Vorbild vorangehen sollte, darin sind sich die Vertreter aller Fraktionen im Remshaldener Gemeinderat einig. Weshalb jetzt beschlossen wurde, den Klimaschutzpakt zwischen dem Land Baden-Württemberg und den kommunalen Landesverbänden zu unterstützen. Konkret soll sich das Engagement auf das Gemeindeentwicklungskonzept, das Klimaschutz- und Klimamobilitätskonzept sowie auf verschiedene Quartiersentwicklungen auswirken, aber auch auf Entscheidungen für energetische

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