Remshalden

Winterbesen Geradstetten und Weihnachtsmärkte: Hier gibt's Glühwein ohne Kopfweh

Wengerter Glühwein
Sylvie Häfner-Hutt freut sich darauf, endlich wieder ihren Winterbesen öffnen zu können. © Benjamin Büttner

Sylvie Häfner-Hutts Augen blitzen. Sie freut sich unbändig auf den Advent: Denn jetzt geht’s los mit dem Weihnachtszauber in ihrer Besenwirtschaft. Das Lager ist längst voll mit Glühwein in Rot, Rosé und Weiß – gemacht aus dem eigenen Wein: Rot aus Lemberger und Acolon, weiß aus Riesling, Gewürztraminer und Rivana, Rosé aus einer eigenen Cuvée.

Dazu kommt ein ausgewähltes Gewürzextrakt, Zucker und Stabilisatoren. Mehr als 3400 Liter Glühwein hat die studierte Weinbetriebswirtschaftlerin in diesem Jahr abgefüllt.

Sylvie Häfner-Hutt: „Glühweinmachen ist wie Kochen“

Ob ihr es nicht schwerfällt, den eigenen, guten Wein mit all den Zutaten zu vermengen? Schließlich geht der erste Griff beim Hobby-Glühweinkochen tendenziell eher zum günstigeren Rotwein als Basis. „Keinesfalls“, sagt sie lachend. „Glühweinmachen ist wie Kochen.“ 

Hier komme es auch auf gute Zutaten an. „Da verwende ich ja auch einen guten Käse als Zutat.“ Und je besser der Wein, desto weniger brummt am nächsten Tag der Schädel, erklärt sie. Je schlechter der Wein, desto größer der Kater, der sich hinterher im Schädel breitmacht.

Die Sulfite sind schuld

Wie das kommt? Die Wengerterin erklärt: Würde man dem Wein einfach so Zucker zufügen, würde der Gärprozess weitergehen. Um dem entgegenzuwirken, muss der gesüßte Wein stabilisiert werden. Dafür braucht's Schwefel – sogenannte Sulfite. Die aber wirken bei erhöhtem Verzehr toxisch und verursachen beim Konsumenten Kopfschmerzen.

Laut EU-Richtlinien dürfen dem Wein Sulfite nur bis zu einer bestimmten Grenze zugesetzt werden. „Die ist allerdings recht hoch.“ Höher, als man sie bei einem guten Wein verwenden müsse, weiß Häfner-Hutt.

Hochwertige Weine sind besser verträglich

Je billiger der Wein, desto mehr Sulfite müssten also zugesetzt werden, um ihn zu stabilisieren. Habe der Wein dagegen einen ausgewogenen Säureanteil und eine gute Menge an Alkohol, konserviere er sich zu einem großen Teil von selbst und brauche erheblich weniger Sulfite.

Drum sei Glühwein auf der Basis eines guten Grundproduktes bestens verträglich. Wengerter-Glühwein lohnt sich, findet sie.

Wengerterin verspricht Anti-Kopfweh-Garantie

„Ich garantiere Kopfwehfreiheit, wenn außer meinem Wein nichts anderes getrunken wurde“, verspricht sie grinsend. „Allerdings wird der Alkohol halt ab einer bestimmten Zahl an Gläsern toxisch.“

Die Anti-Kopfschmerz-Garantie kostet natürlich – entsprechend der höheren Qualität. Die 0,75-Liter-Flasche verkauft Sylvie Häfner-Hutt für rund sechs Euro. Dennoch gibt es auf den umliegenden Weihnachtsmärkten etliche Vereine, die ihren Glühwein trotz des höheren Einkaufspreises ausschenken: so beispielsweise der VfL Winterbach und die Bar „Cheers“ beim Winterbacher Weihnachtsweg, dazu die Fußballabteilung der SVR beim Remshaldener Weihnachtsmarkt.

Beim Stand „Vokus“ auf der Weihnachtswelt Schorndorf gibt's Häfner-Hutts Getränk, ebenso beim „Coffreez“ auf dem Waiblinger Weihnachtsmarkt. Und nicht zuletzt im eigenen Winterbesen.

Endlich wieder Betrieb in der Besenwirtschaft

Dass der nun endlich geöffnet ist – darüber ist sie wirklich glücklich. Schließlich sind die zuletzt geplanten Winterbesen angesichts der Corona-Pandemie ausgefallen. Noch im vergangenen Winter war ein ökonomisches Betreiben der Wirtschaft wegen der Abstandsregeln nicht umsetzbar.

Früher hatte Häfner-Hutt ihre Wirtschaft immer im Januar/Februar geöffnet – und damit all jene Menschen aufgefangen, die nach dem Saisonende der Weihnachtsmärkte neuen glühweinversprechenden Unterschlupf suchten. Da aber derzeit kaum zu kalkulieren ist, was im Januar oder Februar passiert, hat sie den Winterzauber in diesem Jahr vorverlegt.

Der Weihnachtsbaum? Hängt von der Decke

Bis Sonntag, 18. Dezember, ist der Besen also von Donnerstag bis Samstag ab 16 Uhr, sonntags ab 12 Uhr geöffnet. Und weil nun die Öffnungszeiten in diesem Jahr auf den Kopf gestellt sind, haben sie und ihr Team das mit dem Weihnachtsbaum in der Wirtschaft genauso gehandhabt. Der hängt nämlich jetzt von oben von der Decke.

Sylvie Häfner-Hutts Augen blitzen. Sie freut sich unbändig auf den Advent: Denn jetzt geht’s los mit dem Weihnachtszauber in ihrer Besenwirtschaft. Das Lager ist längst voll mit Glühwein in Rot, Rosé und Weiß – gemacht aus dem eigenen Wein: Rot aus Lemberger und Acolon, weiß aus Riesling, Gewürztraminer und Rivana, Rosé aus einer eigenen Cuvée.

Dazu kommt ein ausgewähltes Gewürzextrakt, Zucker und Stabilisatoren. Mehr als 3400 Liter Glühwein hat die studierte

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