Remshalden

Wirrwarr um Regeln für Einzelhandel: Besonders kleine Unternehmen haben große Probleme

E&E Peter Kübler
Peter Kübler, Geschäftsführer des Spielwarenfachhandels E+E in Remshalden, lädt Waren zum Liefern ins Auto. © Gabriel Habermannn

In den vergangenen Tagen gab es einige Verwirrung darüber, was im Einzelhandel erlaubt ist und was nicht. Die Regeln des ersten Lockdowns waren nicht eins zu eins auf den jetzigen Lockdown übertragbar. So hatte zum Beispiel der E+E Spielwarenfachmarkt in Remshalden auf Facebook zunächst angekündigt, dass das Unternehmen der Kundschaft ihre bestellten Waren direkt ans Fahrzeug liefern würde. Dann stellte sich aber heraus, dass das kontaktlose Liefern ins Fahrzeug verboten ist. Das Unternehmen justierte nach und bietet nun statt einer Abholstation einen Lieferservice im Umkreis von 15 Kilometern an.

„Es ging hin und her“, sagt Peter Kübler, der Geschäftsführer des Spielwarenladens am Telefon. Am Dienstag sei er viel am Herumtelefonieren gewesen, bevor dann klar war, wie das Unternehmen weiterverfahren kann. „Erst hieß es, wir dürfen nicht verkaufen, aber eine stationäre Abholstation machen“, sagt er. Erst am Dienstagmittag habe sich dann herausgestellt, dass die aktuelle Gesetzeslage auch das verbietet. „Wir haben dann ratzfatz umorganisiert. Das war kein Problem“, so Peter Kübler. „Schön fand ich, dass Kunden, die ich gar nicht kenne, angeboten haben, kostenlos für uns auszufahren.“ Auch insgesamt bekomme das Unternehmen „tolles Feedback“ von seiner Kundschaft.

Unternehmen weichen auf Online-Angebote aus

„Viele bieten jetzt tatsächlich einen Lieferservice oder Essen zum Vorbestellen an“, sagt Haiko Sibler, Vorsitzender des örtlichen Handels- und Gewerbevereins. Der Einzelhandel weiche zudem verstärkt auf Online-Angebote aus und baue seine Websites aus. „Das ist natürlich sinnvoll, aber dadurch können Sie nie diesen Effekt erzielen, wie wenn die Leute in den Laden laufen“, sagt Haiko Sibler. „Es ist schon extrem schwierig und trifft uns alle“, sagt er über den neuen Lockdown. „Jeder schaut für sich, wie er über die Runden kommt.“

Wichtig wäre es, so Haiko Sibler, dass die finanziellen Hilfen, die von der Politik versprochen wurden, nun auch bei den Unternehmen ankommen. „Sonst haben wir nächstes Jahr viele Insolvenzen“, befürchtet der HGV-Vorsitzende. „Die ganz kleinen haben Riesenprobleme zu überleben“, weiß er. „An jedem Tag, an dem das Geld nicht ankommt, haben sie weiterzukämpfen.“ Was die kleinen Betriebe angeht, habe er sich auch mehr Einsatz von der Gemeinde erwartet. „Anfangs haben wir viele Informationen zum Sachstand gekriegt“, lobt er. „Aber die kleinen Firmen bekommen nichts mit.“ Besonders wenn sie nicht Teil einer Organisation wie dem HGV seien. Haiko Sibler würde sich deshalb zum Beispiel einen Flyer mit Informationen zur Beantragung von Hilfen und Unterstützung für alle Betriebe wünschen. „Es ist einfach eine schwere Zeit“, sagt er. „Da müssen wir alle durch und vielen wird es den Kopf kosten. Das ist schade.“

Ansturm an Tagen vor dem Lockdown

Beim Spielwarenhändler E+E sieht es zum Glück noch vergleichsweise gut aus. „Ich denke, wir haben kein Problem“, sagt Peter Kübler zur finanziellen Lage. „Wir überstehen das.“ Der Lieferservice läuft erst einmal weiter; zwischen den Jahren ist die Notbesetzung der Familie im Haus. „Wir nehmen Gespräche entgegen, beraten und verpacken“, sagt Peter Kübler. Er glaubt aber, dass viele Kunden ihre Weihnachtsgeschenke dieses Jahr früher als in den Vorjahren besorgt haben. Am Mittwochmorgen, dem ersten Tag des Lockdowns, habe er mehr Anrufe erwartet. Dafür habe es in den Tagen davor einen überproportionalen Ansturm gegeben.

„So etwas habe ich meinen Lebtag noch nicht erlebt“, sagt Peter Kübler. Positiv sei ihm aufgefallen, dass er von der Kundschaft immer wieder auch gehört habe, dass sie ihre Waren spezifisch nicht bei Onlinehändlern kaufen, sondern den lokalen Einzelhandel unterstützen wollen.

In den vergangenen Tagen gab es einige Verwirrung darüber, was im Einzelhandel erlaubt ist und was nicht. Die Regeln des ersten Lockdowns waren nicht eins zu eins auf den jetzigen Lockdown übertragbar. So hatte zum Beispiel der E+E Spielwarenfachmarkt in Remshalden auf Facebook zunächst angekündigt, dass das Unternehmen der Kundschaft ihre bestellten Waren direkt ans Fahrzeug liefern würde. Dann stellte sich aber heraus, dass das kontaktlose Liefern ins Fahrzeug verboten ist. Das Unternehmen

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