Remshalden

Zukunftswünsche aus Remshalden: Lebensstandards reduzieren, Familien stärken

Neue Mitte
Remshalden: Was wünschen sich die Menschen, die hier leben? © Benjamin Büttner

Das Jahr ist jung, die Herausforderungen groß. Wir haben Remshaldener gefragt, was sie sich für das neue Jahr wünschen.

Reinhardt Molt, Bürgermeister der Gemeinde Remshalden

„ Für 2023 habe ich zwei spezielle Wünsche: mehr Demut in der Gesellschaft und Frieden auf Erden. Mehr Demut deshalb, weil ich glaube, dass wir uns von unseren, teilweise sehr hohen Lebensstandards mittel- bzw. langfristig verabschieden müssen. Jede/r muss sich selbst hinterfragen, was er oder sie tun kann, um zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit beizutragen.

Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Und über allem steht 2023 das Wort „Frieden“: Von einem friedlichen Miteinander profitieren alle, bei Kriegen gibt es nur Verlierer. Dies sage ich besonders im Hinblick auf den verheerenden Krieg in der Ukraine, der nun seit fast einem Jahr tobt. Aber auch bezüglich aller anderen Regionen dieser Erde, in denen es Krieg und Gewaltherrschaft gibt. Kurzum: Für das neue Jahr wünsche ich mir Frieden und Demut - in Remshalden und in der ganzen Welt.“

Alexander Siopidis, Vorsitzender des Remshaldener Jugendgemeinderates

„Der Jugendgemeinderat Remshalden hat im März 2023 die Wahlen zu seiner zweiten Legislatur. Es würde uns sehr freuen, wenn viele engagierte Jugendliche sich für den JGR aufstellen lassen, um Remshalden zu gestalten.“ Außerdem hoffe man auf eine hohe Wahlbeteiligung und rege Teilnahme an den verschiedenen, geplanten Veranstaltungen.

Auch würde es Siopidis freuen, wenn der Jugendgemeinderat auf den eingerichteten Graffitiflächen mit vielen Jugendlichen Aktionen durchführen kann, um diese davon zu begeistern und Remshalden zu verschönern.

„Zudem wünsche ich mir, dass wir bis zum Ende unserer Legislatur oder der nächste gewählte JGR einiges von unserem Geplanten umsetzen können, wie zum Beispiel die Einrichtung von Treffpunkten und Unterständen in Remshalden oder die Ausbesserung und Beleuchtung des Skaterplatzes.“ Außerdem hofft er, dass das Freibad Remshalden 2023 ununterbrochen zur Saisonzeit öffnen kann, ohne Krankheit oder technischen Defekte wie eine sich lösende Folie.

Dorit Miller, Vorstandssprecherin der Sportvereinigung Remshalden

„2022 war ein sehr gutes, ja zukunftsweisendes Jahr für den Remshaldener Sport und die gesamte SVR. 2023 wird es sicherlich spannend bleiben. Wir halten weiter zusammen und freuen uns sehr auf den gemeinsamen Sport. Mit unseren zahlreichen hochmotivierten ehrenamtlich Engagierten in allen Abteilungen sorgen wir dafür, dass unser Verein in der Region und weit darüber hinaus sichtbar bleibt, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Breiten- und im Spitzensport ihr Training und ihre Wettkämpfe weiterhin begeistert ausüben können.

Sport im Verein trägt unsere Gesellschaft mit: Indem wir zusammen spielen, uns messen, gemeinsam Spaß haben - aber auch indem wir ehrenamtlich Projekte auf die Beine stellen und die Gemeinde lebendig halten. Ich wünsche uns allen, dass wir auch 2023 weiterhin gemeinsam am Ball bleiben bei all unseren Herausforderungen.“

Ursula Woessner-Ackermann, Leiterin des Pflegeheims an den Weinbergen in Remshalden

 „Ich wünsche mir für unsere Einrichtung, dass wir im Jahr 2023 Corona wie andere grippale Infekte behandeln können und damit auch die vielen Vorgaben nicht mehr benötigen.“ Die noch aktuellen Einschränkungen beeinträchtigten die Lebensqualität der Bewohner doch sehr. „Nicht zu vergessen die Mehrarbeit und das ständige Maskentragen, seit inzwischen fast drei Jahren, ist für alle Pflegemitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur noch anstrengend und frustrierend, vor allem, weil sie das Gefühl haben, alle anderen Menschen interessieren die gesetzlichen Vorgaben gar nicht mehr.“

Ansonsten wünscht sie ihrer Nachfolgerin, die die Einrichtungsleitung im Mai 2023 übernehmen wird, eine „glückliche Hand“, und dass sie genauso viel Unterstützung von den Angehörigen, dem Förderverein, der Gemeinde und vor allem von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfährt, wie sie es selbst erleben konnte.

„Ich bin ganz zuversichtlich, dass sie, mit viel Engagement, die Einrichtung in meinem und unserem Sinn erfolgreich leiten wird.“ Aber noch etwas: „Für mich wünsche ich mir ein bisschen mehr „Wir“ und weniger „Ich“, und dass die Menschen sich wieder darauf besinnen, dass Solidarität, Offenheit, Freundlichkeit und Mitgefühl mehr wert sind als Intoleranz, Egoismus, Rechthaberei und Rücksichtslosigkeit.“

Juliane Gröbner ist Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule Grunbach

Die Mutter von drei Kindern wünscht sich vor allen Dingen eines: „Mehr Lobby für die Kinder.“ Es fange ja schon beim Kindergarten an. Der Personalmangel führe in einem fort zu Problemen. „Es sind ja alle bemüht, aber wenn man kein Personal hat, hilft das nichts. Auch viele Lehrer reißen sich die Beine aus“, weiß die Remshaldenerin. Viel hänge aber auch an Ehrenamtlichen, diese rekrutierten sich vornehmlich aus Familien.

Sie hätten aber ohnehin schon reichlich viel zu tun, neben der Erwerbstätigkeit das eigene Leben zu wuppen. Trotzdem sei es für sie und viele andere Eltern selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu beteiligen, um den Kindern zu mehr Verständnis und verschiedenen Angeboten zu verhelfen. „Schließlich sind sie nur einmal Kinder.“ Gröbner würde sich wünschen, dass sich noch viele andere Eltern aus Remshalden an der Bürgerwerkstatt beteiligen, die zuletzt ins Leben gerufen wurde.

Schließlich werde hier genau hingehört und jede Gruppierung könne ihre Bedürfnisse äußern. Eine einmalige Chance, wie sie findet. Schließlich sei es dringend nötig, den Fokus mehr darauf zu richten, was Familien alles leisteten. „Vor allen Dingen nach den vergangenen zwei Jahren.“ Und nun werde angesichts der jüngsten globalen Entwicklungen auch noch alles teurer, der Druck auf Familien lasse dementsprechend nicht nach, sondern werde immer nur größer.

Das Jahr ist jung, die Herausforderungen groß. Wir haben Remshaldener gefragt, was sie sich für das neue Jahr wünschen.

Reinhardt Molt, Bürgermeister der Gemeinde Remshalden

„ Für 2023 habe ich zwei spezielle Wünsche: mehr Demut in der Gesellschaft und Frieden auf Erden. Mehr Demut deshalb, weil ich glaube, dass wir uns von unseren, teilweise sehr hohen Lebensstandards mittel- bzw. langfristig verabschieden müssen. Jede/r muss sich selbst hinterfragen, was er oder sie tun

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