Rudersberg

Alle Haushalte in Rudersberg sollen bis 2024 Zugang zum Breitband-Internet haben

Breitband
Werden bald im gesamten Gemeindegebiet verlegt: Glasfaserkabel für schnelles Internet. © Gaby Schneider

Auch wenn die Gemeinde Rudersberg etwa in Necklinsberg bereits auf eigene Kosten Breitband-Internet verlegt hat, so ist sie von dem Ziel, Glasfaser an jedes Haus zu bringen, noch ein gutes Stück weit entfernt. In den kommenden zwei Jahren sollen nun die vorhandenen Lücken geschlossen werden. An diesem Ausbau muss sich die Gemeinde finanziell nicht beteiligen – und auch Hausbesitzer erhalten einen kostenlosen Anschluss, sofern sie einen Vertrag mit dem Anbieter „Hello Fiber“ abschließen. Das hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen.

Wer wird das Glasfasernetz in Rudersberg verlegen?

Mit der Firma „Liberty Networks“, die „Hello Fiber“ vertreibt, wird die Gemeinde eine Absichtserklärung abschließen. Das noch sehr junge, erst im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen gehört unter anderem der Firma Liberty Global, die lange Jahre den Anbieter Unitymedia besaß – und in diesem Zuge rund zweieinhalb Millionen Haushalte in Großbritannien ans Breitbandinternet angeschlossen hat. „Da ist viel operatives Wissen vorhanden“, sagt Jorg Nußbaumer, Leiter Marketing und Vertrieb bei dem Telekommunikationsunternehmen.

Wie und wo soll der Ausbau des schnellen Internets ablaufen?

„Wir machen keinen Teilausbau, sondern bauen das Netz in allen Ortsteilen aus – überall dort, wo noch kein Glasfasernetz vorhanden ist“, sagt Jörg Nußbaumer von Liberty Networks. „Glasfaser muss durchgängig sein, alles andere ist ein fauler Kompromiss.“ Lediglich bei drei Adressen auf dem Gemeindegebiet würde es sich wirtschaftlich für das Unternehmen nicht lohnen. Man sei hier aber für kreative Lösungen offen. Erklärtes Ziel ist es, in 24 Monaten das Netz in Rudersberg vollständig in Betrieb zu nehmen. Verlegt wird das Glasfasernetz in 60 Zentimetern Tiefe unter dem Straßenbelag. Eine Vorvermarktungsquote wird es in Rudersberg nicht geben. Der Ausbau findet also unabhängig von der Anzahl der Haushalte statt, die sich in Rudersberg letztlich dafür entscheiden.

Was kostet der Ausbau des Breitbandnetzes?

Liberty Networks wird den Ausbau des schnellen Internets komplett eigenwirtschaftlich übernehmen. Es entstehen für die Gemeinde also keine Kosten. Jeder Haushalt kann selbst entscheiden, ob er einen Anschluss ans Haus oder in die Wohnung verlegen möchte. Ein Hausanschluss wird 799 Euro kosten. Wer einen Vertrag mit dem Anbieter abschließt, bekommt den Anschluss kostenlos.

Muss ich für Breitband einen Vertrag mit „Hello Fiber“ abschließen?

Nein. „Bürger können den Dienstanbieter auch künftig frei wählen. Open Access gehört zu unserer Philosophie“, sagt Projektmanager Phillip Bellé. Wer sich für „Hello Fiber“ entscheidet, spart aber die Kosten für den Anschluss. Während der Bauphase soll ein Bürgerbüro in Rudersberg eingerichtet werden. Dort können sich Interessierte über die Angebote beraten lassen und entscheiden, ob sie einen Hausanschluss legen lassen. Wer sich nicht dafür entscheidet, kann dies auch jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. „Das Netz ist darauf ausgelegt, dass es jeden anschließen kann. Ein späterer Anschluss ist dann aber natürlich teurer und könnte etwas länger dauern“, gibt Jörg Nußbaumer zu bedenken.

Was hält die Verwaltung von dem Angebot?

„Das ist ein sehr ambitioniertes, aber auch sehr wichtiges Ziel“, sagt Bürgermeister Ahrens zu der geplanten Umsetzungszeit von 24 Monaten. „Das wird in dieser Zeit auch eine Belastung sein. Wir werden das aushalten müssen.“ Aus Sicht der Verwaltung mache es aber Sinn, das jetzt in einem konzentrierten Prozess durchzumachen und danach diese große Aufgabe erledigt zu haben. Der größte Vorteil für die Kommune sei natürlich: „Wir müssen uns nicht finanziell beteiligen wie bei anderen Modellen.“

Ist Rudersberg die erste Kommune, die so einen Komplettausbau bekommt?

Ja. Für das noch junge Unternehmen ist dies das erste Großprojekt. „Rudersberg ist für uns besonders wichtig“, sagt Phillip Bellé. Es soll der Auftakt für die Bildung eines Clusters sein. Liberty Networks ist nämlich auch im Gespräch mit den Gemeinden Althütte, Auenwald, Berglen, Burgstetten, Kirchberg und Weissach im Tal. „Das wäre perspektivisch ein Gebiet mit rund 20.000 Haushalten“, so Bellé.

Was sagt der Gemeinderat zu dem Vorhaben?

Eberhard Layer (Freie Wähler) hielt das Angebot für „sehr überzeugend“, fragte sich indes, weshalb kein regionaler Anbieter gefunden wurde, wie beim Ausbau in Necklinsberg einst beschlossen. „Ist das jetzt ein Paradigmenwechsel?“, wollte er wissen. Bürgermeister Ahrens antwortete auf diese Frage wie folgt: „Der Markt war damals noch nicht so weit. Die Gemeinde hat deshalb das Netz selbst gemacht und an die Netcom BW verpachtet. Wenn wir das fortführen wollen, müsste man das im gesamten Gemeindegebiet selber machen.“ Und das wäre für die Kommune finanziell nicht zu stemmen.

Robert Schuler (CDU) wollte wissen, wo der Standort der Technikzentrale ist, bat darum, dass die Daten nach dem Abschluss des Ausbaus der Kommune zur Verfügung gestellt werden, und wollte die vom Ausbau ausgeschlossenen Haushalte vertraglich fixiert sehen. Die Daten werden nach Abschluss an die Kommune fließen, so Ahrens, der außerdem vorschlug, die drei nicht berücksichtigten Adressen in eine Anlage zu der Vereinbarung aufzunehmen. Die Technikzentrale, so Nußbaumer, werde aus zwei größeren Kästen am Straßenrand bestehen und sei vom Standort flexibel.

„Das ist ein sehr ambitionierter Plan“, fand Wolfgang Bogusch (Rudersberger Bürger), der allerdings noch ein paar Fragen hatte: „Wo bringen Sie das ganze Personal her für die Struktur? Arbeiten Sie mit Subunternehmern? Und wie läuft das ab: Werden Sie Straße für Straße fertig machen?“

Jörg Nußbaumers Antwort: „Vieles wird über Dienstleister laufen, klar wird es auch Subunternehmen geben“. Er versprach aber, dass stets ein deutschsprachiger Bauleiter vor Ort sei – und die Bauplanung eng mit der Gemeinde abgestimmt werde. Außerdem sei über die gesamte Projektphase eine Person im Bürgerbüro vor Ort. Die Erschließung werde zügig und abschnittsweise durchgeführt.

Wie ist der weitere Projektverlauf und wann startet der Ausbau?

Ist die gemeinsame Absichtserklärung unterschrieben, wird Liberty Networks in die gemeinsame Bauplanung mit der Gemeinde einsteigen. „Spätestens nach sieben oder acht Monaten wird dann der erste Spatenstich erfolgen“, sagt Projektmanager Phillip Bellé. Dann erfolge der abschnittsweise Ausbau und Anschluss. Die komplette Fertigstellung soll dann spätestens nach 24 Monaten erfolgen. „Wir würden gerne so schnell wie möglich loslegen“, so Bellé.

Der erste Schritt auf diesem Weg ist mit dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats am Dienstagabend get

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Auch wenn die Gemeinde Rudersberg etwa in Necklinsberg bereits auf eigene Kosten Breitband-Internet verlegt hat, so ist sie von dem Ziel, Glasfaser an jedes Haus zu bringen, noch ein gutes Stück weit entfernt. In den kommenden zwei Jahren sollen nun die vorhandenen Lücken geschlossen werden. An diesem Ausbau muss sich die Gemeinde finanziell nicht beteiligen – und auch Hausbesitzer erhalten einen kostenlosen Anschluss, sofern sie einen Vertrag mit dem Anbieter „Hello Fiber“ abschließen. Das

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