Rudersberg

Aus welcher Not vor 25 Jahren der Förderverein Schulzentrum Rudersberg entstand

einweihung
Das Schulzentrum wurde wegen großer Platznot erweitert. © Bernhardt/ZVW-Archiv

Die Not am Schulzentrum Rudersberg war im Jahre 1996 groß. 50 Klassen gab es damals, doch nur 35 Klassenräume standen zur Verfügung. Pläne für eine Erweiterung lagen längst in der Schublade, wurden aber aufgeschoben wegen anderer Projekte wie dem Neubau des Rathauses oder der Wieslaufhalle. Die Kommune hatte zu dieser Zeit obendrein kaum Geld, musste sparen, der Gemeinderat hatte daher eine Haushaltssperre verhängt.

Viele Schüler, wenige Klassenzimmer

„Der Geduldsfaden am Schulzentrum ist zum Reißen gespannt“, heißt es in einem Artikel der Schorndorfer Nachrichten vom Oktober 1996. „Die pädagogische Arbeit ist seit Jahren beeinträchtigt“, wird der damalige Rektor Hans-Martin Tramer zitiert. Rund 1100 Mädchen und Jungen besuchten damals das Schulzentrum. Unterrichtet wurden sie unter prekären Bedingungen: Fachräume waren zu Klassenräumen umfunktioniert, Provisorien in Baracken geschaffen und Nebenräume zu Not-Klassenräumen geworden. „Einem weiteren Provisorium werden wir nicht zustimmen. Wenn Rudersberg nicht baut, muss das Oberschulamt herkommen“, hat Tramer damals Richtung Gemeinde gesagt.

1600 Unterschriften gesammelt

Diese dramatische Notlage rief auch die Eltern auf den Plan. Im selben Jahr rief der Elternbeirat zu einer Demonstration bei einer Gemeinderatssitzung auf. Das Motto lautete: „Sag ja zur Schulerweiterung.“

Mehr als 500 Menschen beteiligten sich an dieser Aktion. Sie übergaben 1600 Unterschriften, um den Gemeinderäten „Mut zu machen“ für die Schulerweiterung. Die Aktion des Elternbeirats hat wohl mit dazu beigetragen, dass im Jahr darauf das Gebäude 4 als Erweiterungsbau umgesetzt wurde.

Den Verein vor 25 Jahren gegründet

Daran erinnerte Gerhard Großpietsch jüngst bei einem Treffen des Vereins der Freunde und Förderer des Schulzentrums Rudersberg. Denn dessen Gründung hängt mit der Notlage in den neunziger Jahren zusammen. Am 9. Juli 1997 versammelten sich 15 Frauen und Männer im Musiksaal des Schulzentrums Rudersberg, um den Verein zu gründen. Der Verein feiert also dieses Jahr seinen 25. Geburtstag.

Chancengleichheit und Solidarität

Aus diesem Anlass hat der Verein neun im Verein verbliebene Gründungsmitglieder sowie die neue Schulleiterin Silke Nutsch zu einem Treffen eingeladen. Er bedankte sich bei seinen treuen Mitgliedern mit einer Urkunde und einer Rudersberger Vespertüte. Dabei wurden die Anfangszeiten des Fördervereins nochmals beleuchtet. Der anfangs kleine Verein hatte wichtige Ziele, wie Großpietsch berichtet: Neben Bildung und Erziehung sollte das Schulzentrum auch einen Lebensraum für alle Jungen und Mädchen bieten, Spaß und Lust auf Schule machen. Kein Kind sollte zudem aus Geldmangel an schulischen Ereignissen nicht teilnehmen können. Chancengleichheit und Solidarität standen im Mittelpunkt.

In seinen 25 Jahren hat der Förderverein mehr als 100 000 Euro für die Schule ausgegeben. Geld, das etwa in die Anschaffung einer Aufwärmküche als Basis für die heutige Mensa floss. Der Förderverein hat auch die Anschaffung vieler Spielgeräte auf den Pausenhöfen gefördert, außerdem das Gesundheitsprojekt „Klasse 2000“ in der Grundschule. Der Verein förderte auch Klassenfahrten, einen Wasserspender in der Wieslaufhalle, setzte sich für den Rudersberger Familienpass ein, setzte sich für Flüchtlingskinder aus Syrien und der Ukraine ein – und übernahm die Schirmherrschaft über das Koschd-gä-nix-Lädle, den einzigen Umsonstladen der Region.

Fast 300 Mitglieder starker Verein

Inzwischen hat der Verein 294 Mitglieder und er hofft zu seinem 25. Geburtstag auf sein 300. Mitglied.

Bei dem Treffen waren sich die Beteiligten einig, dass man stolz darauf sein könne auf die Entwicklung des Vereins – und dass die Ideen von damals besonders heute in einer Zeit, in der viele Familien mit ihren Kindern vor schwierigen Aufgaben stünden, mehr denn je so eine große Bedeutung hätten. Der Verein werde daher auch in Zukunft alles versuchen, Kindern und Jugendlichen am Schulzentrum Rudersberg eine schöne und interessante Schulzeit zu bieten.

Die Not am Schulzentrum Rudersberg war im Jahre 1996 groß. 50 Klassen gab es damals, doch nur 35 Klassenräume standen zur Verfügung. Pläne für eine Erweiterung lagen längst in der Schublade, wurden aber aufgeschoben wegen anderer Projekte wie dem Neubau des Rathauses oder der Wieslaufhalle. Die Kommune hatte zu dieser Zeit obendrein kaum Geld, musste sparen, der Gemeinderat hatte daher eine Haushaltssperre verhängt.

Viele Schüler, wenige Klassenzimmer

„Der Geduldsfaden am

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