Rudersberg

Bürgermeister Peter Kühnl: Von Schlechtbach nach Ruppertshofen

Kuehnle
Der frühere Ortsvorsteher von Schlechtbach, Peter Kühnl, ist seit 15 Jahren Bürgermeister in der Ostalb-Gemeinde Ruppertshofen und fühlt sich sichtlich wohl. Hier in seinem Amtszimmer im Rathaus. © Rainer Stütz

Von September 2000 bis November 2007 war Peter Kühnl hauptamtlicher Ortsvorsteher im Rudersberger Ortsteil Schlechtbach im Wieslauftal. Lang, lang ist es her. Doch was macht Peter Kühnl heute? Er ist seit 15 Jahren Bürgermeister der Ostalb-Gemeinde Ruppertshofen und hat es bis heute nicht bereut. Die Frage, ob er nächstes Jahr wieder kandidiert, ist für ihn eher eine Scherzfrage.

„Sie dürfen davon ausgehen“, lautet seine Antwort. Für ihn ist nach 16 Jahren noch lang nicht Schluss, wenngleich die Pension gesichert wäre. Wenn ein Bürgermeister nach 16 Jahren aufhört, hat das seiner Meinung nach ganz andere Gründe. „Es ist anstrengender geworden.“ Die Herausforderungen sind gewachsen. Der Umgang der Menschen untereinander und mit dem Schultes ist anders geworden.

Das letzte Ladengeschäft im Ort schließt Ende des Jahres

Die neueste Herausforderung für den langjährigen Bürgermeister steht schon vor der Tür: Das letzte Ladengeschäft vor Ort, die „Heimatkiste“, schließt Ende des Jahres ihre Pforten. Peter Kühnl hat sich schon auf die Suche nach einem Nachfolger gemacht, doch das wird immer schwieriger. Zwar gibt es Supermärkte in fünf bis zehn Autominuten Entfernung, gleichwohl ist ein Nahversorger vor Ort wichtig. In der Ausschreibung im Internet ist nachzulesen, dass es sich um ein gut geführtes Lebensmittelgeschäft handelt, „mit guten Umsätzen“.

Peter Kühnl war auf der Suche nach einer neuen Hereausforderung

Der 54-jährige Bürgermeister stammt aus Heubach und hat in Kehl am Rhein mit Abschluss Diplom-Verwaltungswirt studiert. Er hat nach der Wahl in Ruppertshofen in der Gemeinde ein Haus gebaut, in das er zusammen mit Frau und Sohn eingezogen ist. Nach seiner Ausbildung hat er sich beruflich weiter entwickelt zum Ortsvorsteher von Schlechtbach.

Der Rudersberger Teilort ist in etwa so groß wie Ruppertshofen. Nach sieben Jahren als Ortsvorsteher suchte er eine neue berufliche Herausforderung. „Ich wollte schon immer Bürgermeister werden, das hatte ich gefühlt schon ewig im Hinterkopf.“ Im ersten Anlauf ist er im Jahr 2006 im zweiten Wahlgang in der Ostalb-Gemeinde Leinzell auf dem zweiten Platz gelandet. Daraufhin wurde Peter Kühnl mehrfach aus der Nachbargemeinde Ruppertshofen angesprochen, ob er nicht hier kandidieren wolle. Die Entscheidung zur Kandidatur wurde ihm erleichtert, nachdem sein Vorgänger Thomas Dörr nach einer dritten Amtszeit seine Kandidatur für eine vierte Periode zurückgezogen hatte.

Im September 2007 wurde Peter Kühnl im ersten Wahlgang mit fast 77 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Acht Jahre später waren es immerhin noch knapp 70 Prozent der Bürger und er zum zweiten Mal Chef im Rathaus. Unter Peter Kühnls Federführung wurde das Kultur- und Sportzentrum Jägersfeld fertiggestellt und das denkmalgeschützte Rathaus saniert und erweitert. In den letzten Jahren standen besonders die Erschließung neuer Baugebiete, der Ausbau bzw. Neubau des Kindergartens, die Sanierung der Straßen und die Versorgung mit Breitband im Mittelpunkt.

Wichtige Aufgabe für die Zukunft sind die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage und die Erschließung neuer Baugebiete. Doch beim letzteren Thema will der Bürgermeister langsam tun, nachdem in den letzten Jahren zwei Neubaugebiete kurz hintereinander freigegeben wurden. „Wir konnten uns vor Anfragen kaum retten, die Nachfrage war mega und das alles ohne Werbung oder eine einzige Anzeige.“

Ein weiterer Höhepunkt in der Gemeinde ist für den 3. September 2023 geplant. Dann findet nicht nur der Naturparkmarkt des Naturparks Schwäbisch-Fränkicher Wald hier statt, verbunden ist das große Ereignis mit einem Sportfest zum 50-jährigen Bestehen des Ostalb-Landkreises unter dem Motto „Gesundheit und Bewegung“.

Für sein kommunalpolitisches Handeln sind die Antworten auf drei Fragen besonders wichtig: Wie und wo will ich leben? Wo lebe ich gerne? Und: Ich will im Alter in der Gemeinde bleiben? Bei allen drei Fragen sieht der Bürgermeister die Gemeinde Ruppertshofen gut aufgestellt.

Er nennt ein Beispiel dafür: Zu Beginn der Corona-Welle hat die Gemeinde im „Blättle“ mehrfach die Vermittlung von Fahrten zu Arzt und Apotheken und Einkäufen angeboten. Doch die Resonanz war gleich null. Das heißt für Peter Kühnl: Die Menschen hatten sich bereits neu organisiert und auf die Situation eingestellt. Das funktioniert auf dem Land wohl besser als manchmal in der Stadt, weil hier die Familien und Nachbarn noch mehr zusammenhalten.

Kontakte nach Schlechtbach werden weitere gepflegt

„Der Job macht Spaß.“ Deshalb wird Peter Kühnl in Ruppertshofen bleiben und noch seine bestehenden Kontakte nach Schlechtbach pflegen. Zum Beispiel zum Theaterkarren, der regelmäßig zu Gastspielen in die Ostalb-Gemeinde kommt. Oder zu dem früheren Steinenberger Ortsvorsteher Werner Betz. Auch das Puppentheater "Kleines Spectaculum" aus dem Rudersberger Teilort Asperglen war hier regelmäßig vor Ort, bis Ilsebyll Beutel-Spöri in Ruhestand ging.

Von September 2000 bis November 2007 war Peter Kühnl hauptamtlicher Ortsvorsteher im Rudersberger Ortsteil Schlechtbach im Wieslauftal. Lang, lang ist es her. Doch was macht Peter Kühnl heute? Er ist seit 15 Jahren Bürgermeister der Ostalb-Gemeinde Ruppertshofen und hat es bis heute nicht bereut. Die Frage, ob er nächstes Jahr wieder kandidiert, ist für ihn eher eine Scherzfrage.

„Sie dürfen davon ausgehen“, lautet seine Antwort. Für ihn ist nach 16 Jahren noch lang nicht Schluss,

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