Rudersberg

„Corona zeigt, wie wichtig Schule ist“, sagt Diana Bunz, Konrektorin am Schulzentrum Rudersberg

Diana Bunz
Musik ist ihre Leidenschaft: Diana Bunz, 42 Jahre alt, und seit September am Schulzentrum in Rudersberg. © Gabriel Habermann

„Man muss die Schüler mehr in den Mittelpunkt stellen“. Davon ist Diana Bunz überzeugt. Für die neue Konrektorin am Schulzentrum Rudersberg ist Schule nämlich mehr als nur ein Ort, an dem Wissen vermittelt und Abschlüsse erworben werden. Es ist vielmehr ein prägender sozialer Lernort. „Corona hat gezeigt, wie wichtig Schule ist.“ Das sei auch vielen Lehrern erst jetzt so deutlich bewusstgeworden.

Ihre Schüler in den Mittelpunkt gestellt hat die 42-Jährige an ihrer vorherigen Wirkungsstätte, dem Helmut-Rau-Schulzentrum in Mainhardt, zum Beispiel mit Musical-Inszenierungen wie „Schools will rock you“, einer Schul-Adaption des bekannten Queen-Musicals. Gerne würde sie so etwas auch wieder in Rudersberg machen – oder einen Chor anbieten. „Aber ich habe jetzt erst mal ganz andere Aufgaben“, sagt Bunz.

„Wir brauchen auch künftig die Werksrealschule“

Die Corona-Pandemie hat den Schulalltag in diesem Jahr gehörig auf den Kopf gestellt. Fast schon im Wochentakt mussten die Schulen auf neue Verordnungen und Regeln reagieren, nach dem ersten Lockdown im Präsenzunterricht die Kinder und Jugendlichen wieder in die Spur bringen. Und mit Blick auf die unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt auch alles dafür tun, dass ihnen nach dem Abschluss der Weg ins Berufsleben gelingt. „Da müssen wir flexibel reagieren“, sagt die Konrektorin. Prävention, Intervention und Berufsorientierung seien gerade Themen, mit denen sich Bunz viel beschäftigt.

Seit Beginn des Schuljahres gehört sie zum Leitungsteam des Schulzentrums, das von 670 Mädchen und Jungen besucht wird, davon 120 im Werksrealschulbereich. Dass eine studierte Realschullehrerin jetzt für diese Schulart zuständig ist, heißt aber nicht, dass ihre Abschaffung bevorsteht. Im Gegenteil: Bunz verspricht, dass der Fortbestand der Werksrealschule gesichert ist. „Wir brauchen auch künftig diese Schulart.“ Leider werde oft übersehen, was die Werksrealschule bei der individuellen Förderung seiner Schüler alles leiste. Denn auch das versteht Bunz unter: die Schüler in den Mittelpunkt stellen.

Überhaupt ist die 42-Jährige eine Verfechterin der Bildungsvielfalt im Südwesten. Nach dem Abitur hat sich die Augsburgerin bewusst für die Pädagogische Hochschule in Ludwigsburg und damit gegen das bayerische Schulsystem entschieden. „Ich wollte schon während des Studiums einen Bezug zur Schule haben und nicht nur theoretisch studieren“, sagt sie.

Die Bayerin ist Anhänger des Bildungssystems im Südwesten

Außerdem gefiel ihr das baden-württembergische Bildungssystem in seiner Vielgliedrigkeit: „Wenn ein Kind hier erst in der sechsten Klasse aufwacht, ist es noch nicht zu spät“. In Bayern sei das anders.

Nach dem Abschluss des Realschul-Lehramtsstudiums war Bunz 16 Jahre an dem Mainhardter Schulzentrum tätig, wo sie zuletzt auch zum Leitungsteam gehörte. Seit 2017 hat sie sich dann weitergebildet und auf die Position als Konrektorin vorbereitet. Als die Stelle in Rudersberg frei wurde, bewarb sie sich – und fühlte sich sofort wohl. Ihr gefalle, sagt sie, dass Schulleiter Thomas Smolarczyk mit allen spreche, den Lehrern, den Reinigungskräften, dem Hausmeister, und zwar mit allen gleich. In Rudersberg fand sie ein „ganz tolles Team“ vor, das sich gegenseitig unterstütze.

Zur Entspannung geht Diana Bunz gerne in den Wald

Ihre musikalische Erfahrung könne ihr da durchaus helfen, meint sie leicht scherzhaft. 20 Jahre leitete sie das Bezirksorchester Backnang der Neuapostolischen Kirche. Und wie in einem Orchester gebe es auch an der Schule eine erste Geige, laute Trommeln oder zarte Harfen. Wobei sie sich, ein Bild von Schulleiter Smolarczyk zitierend, ja gar nicht als diejenige sieht, die das Schulzentrum im Alleingang lenkt, „es ist vielmehr der Dampfer, der fährt“. Sprich: Nur alle zusammen, die ganze Schulgemeinschaft, kann dafür sorgen, dass so eine komplexe Organisation sich mit Leben füllt und auch funktioniert.

Und wenn Diana Bunz gerade mal nicht Konrektorin ist? Dann setzt sie sich zu Hause an ihr Klavier. „Ich gehe aber auch wahnsinnig gerne raus in den Wald. Oder auf meine Streuobstwiese, da kann ich mich erden.“ Und vielleicht auf die ein oder andere gute Idee kommen, wie sich Schule gesund, kreativ und leistungsstark gestalten lässt.

„Man muss die Schüler mehr in den Mittelpunkt stellen“. Davon ist Diana Bunz überzeugt. Für die neue Konrektorin am Schulzentrum Rudersberg ist Schule nämlich mehr als nur ein Ort, an dem Wissen vermittelt und Abschlüsse erworben werden. Es ist vielmehr ein prägender sozialer Lernort. „Corona hat gezeigt, wie wichtig Schule ist.“ Das sei auch vielen Lehrern erst jetzt so deutlich bewusstgeworden.

Ihre Schüler in den Mittelpunkt gestellt hat die 42-Jährige an ihrer vorherigen

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