Rudersberg

Das Freibad behält seinen Kiosk

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Einmal Pommes frites bitte: Klaus Schindler überreicht im Kiosk das Gewünschte. © Ramona Adolf
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Der Kiosk kann nun wieder seine Kunden bedienen. © Schneider / ZVW
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Mediterranes Flair: Der palmenumsäumte Außenbereich des Kiosks. © Schneider / ZVW

Rudersberg. Ein Eis nach dem Baden? Einen Wurstsalat zum Mittag? Kein Problem im Freibad Rudersberg. Der Freibadverein, vertreten durch Klaus Schindler, hat den Bädleskiosk übernommen. Die Lösung fand sich in der Stunde der Not, als die Gemeinde keinen Pächter für den Kiosk fand und zu befürchten war, dass Besucher ohne Bewirtung abwandern würden. Die Gefahr ist gebannt, nach wie vor kann im charmanten Palmengärtle im Freien eingekehrt werden.

Video: Freibad Verein Rudersberg sucht Rettungsschwimmer hier mit Klaus Schindler erster Vorsitzender.

Palmen wachsen, der Oleander blüht, vor den Umkleiden rankt der Wein, und wer will, kann das südliche Flair auch mit einem Kaffee genießen, dem Freibadkiosk sei Dank.

Danach hatte es zunächst nicht ausgesehen. Die Gemeinde hatte für diese Saison keinen Pächter für den Bädleskiosk gefunden, die bisherige Pächterin hatte die Verkaufsstelle bis September betreut, stand aber auch nicht mehr zur Verfügung. Das Bädle eröffnete also Mitte Mai erst mal ohne Kiosk. Als dann ein richtig heißer Tag kam, fragten die Badegäste nach Bewirtung. Die ehrenamtlichen Bädlesmitstreiter improvisierten dann am Wochenende eine Art „Notprogramm“ mit Eis, Getränken, Bockwurst und Brötchen. „Dann hat sich’s immer weiter entwickelt“, erinnert sich Klaus Schindler, der Erste Vorsitzende des Freibadvereins. Irgendwann stand dann für den Verein fest: Wir machen es selbst. Denn die ehrenamtlichen Macher gingen davon aus: „Ein Freibad ohne Kiosk geht nicht.“

„Die Besucherzahlen hätten sich halbiert“

Ja, Klaus Schindler meinte sogar: „Wenn der Kiosk nicht da ist, ist das Freibad tot.“ Nicht wenige Besucher, fürchtete er, wären in ein anderes Bad abgewandert, „die Besucherzahlen hätten sich halbiert“.

Diese Gefahr konnte dank der Entscheidung des Freibadvereins abgewandt werden. Die Mitstreiter richteten den Kiosk neu ein, statteten ihn mit Fritteuse, Grill, Edelstahlspülen, Arbeitsplatz und Kühlschränken aus, kauften Geschirr, Kaffeemaschine, „alles, was dazugehört für den Ausschank von Getränken und die Zubereitung von Speisen“, zählt Klaus Schindler auf.

An den Wochenenden müssen drei, vier Leute im Kiosk arbeiten

„Wenn schon, dann professionell“, sagten sich die Helfer. Klaus Schindler meldete für den Kiosk ein Gewerbe an und erhielt vom Freibadverein ein Darlehen für die Ausstattung. Den Kiosk übernahm er im Namen des Vereins, nicht als Privatperson. „Anders geht’s ned“, verweist Klaus Schindler darauf, dass ein gemeinnütziger Verein Schwierigkeiten mit dem Erwirtschaften von Umsätzen haben würde. Für die Einrichtung des Kiosks bekam Klaus Schindler ein Darlehen des Vereins.

So kümmert sich Klaus Schindler nicht wie bisher „nur“ ums Bädle, sondern auch um die Bewirtung im Kiosk - und fühlt sich sehr wohl. „Ich habe einen zweiten Beruf“, scherzt er. „Gott sei Dank bin ich Rentner, ich hab’ Zeit.“ Wobei er schon auch Zwölf- bis Vierzehn-Stunden-Tage erlebt hat.

Klaus Schindler suchte Helfer für den Kioskbetrieb, die offiziell als Beschäftigte angemeldet wurden. Ein kleiner Aushang stellte sie den Besuchern vor, Schichtpläne wurden geschrieben, mit dem Wissen, dass an Wochenenden drei, vier Mitarbeiter vor Ort sein müssen, „anders geht es nicht“.

Klaus Schindler, Volkswirt und pensionierter Controller, der ohnehin gern kocht, wandte sich Currywurst und Freibad-Burger zu, die Pommes frites wurden verfeinert. Zum Angebot für die Gäste gehörenbelegte Brote, Getränke, Weißwurst, allerlei Eissorten, Obstsalat. Einige Speisen müssen von Hand zubereitet werden, was die Helfer schon morgens machen. Das Einkaufen auf dem Großmarkt gehört zum Kioskbetrieb dazu, einige Waren werden auch angeliefert.

Im Herbst wird Bilanz gezogen

Wie sich der Kioskbetrieb wirklich rechnet, wird sich bei der Abrechnung im Herbst zeigen, wenn Bilanz gezogen wird. Die Mengenkalkulation muss sich erst einspielen, weiß Klaus Schindler, das Wetter beeinflusst die Umsätze auch. Seine Kosten sollte der Kioskbetrieb decken, einen Lebensunterhalt muss er aber nicht erwirtschaften. „Im Prinzip muss ich keinen Gewinn machen“, sinniert Klaus Schindler.