Rudersberg

Dauerregen und Kälte: Max Oesterle muss Spendenlauf für Kinderhospiz nach 80 Kilometern abbrechen

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Max Oesterle bei seinem Spendenlauf. © privat

Die Enttäuschung ist auch zwei Tage danach bei Max Oesterle noch groß. Seit Monaten hat er auf diese Herausforderung hingearbeitet und -gefiebert: seinen 100-Meilen-Lauf von Friedrichshafen bis Stuttgart, mit dem er Spenden für das Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart sammeln wollte.

Doch kurz vor Kilometer 80, bei Dauerregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, musste er sich am 1. Mai schließlich geschlagen geben. „Das ist schon sehr, sehr enttäuschend“, sagt der 26-Jährige, der am Ende zwar einen persönlichen Laufrekord erzielte, das anvisierte Ziel von insgesamt rund 161 Kilometern aber nur zur Hälfte erreichte.

Nasse und aufgeschwollene Füße hindern den 26-Jährigen am Weiterlaufen

Denn das Wetter meinte es überhaupt nicht gut mit dem Extremsportler. Bereits nach wenigen Kilometern setzte Dauerregen ein, der ihn die ganze Strecke begleitete. „Ich habe mich dennoch gut gefühlt bis Kilometer 50. Der erste Marathon ging gut rum. Ich war im Zeitplan. Aber dann ging es steil bergab.“ Um 23 Uhr musste er die Mission bei Gammertingen auf der Schwäbischen Alb schließlich abbrechen. „Ich hab mich sehr schwer damit getan“, sagt er. Doch der Körper habe einfach nicht mehr mitgemacht, eine Fußverletzung das Laufen zuletzt ziemlich erschwert. „Ich schätze, dass es daran lag, dass die Füße komplett nass und aufgeschwollen waren.“

Schon seit vielen Kilometern habe er da eigentlich nicht mehr normal laufen können. „Es war einfach nur noch ein Kampf.“ Hinzu kamen Dunkelheit und Kälte. Oesterle ist sich sicher: „Hätte ich weitergemacht, wäre ich in eine Lungenentzündung hineingelaufen.“ Aus gesundheitlicher Sicht war der Abbruch daher die absolut richtige Entscheidung. „Ich musste die Reißleine ziehen. Das wäre nicht gut ausgegangen.“ Mit seiner Familie ist er dann zurück nach Rudersberg gefahren und direkt ins Bett gegangen. Dort erst merkte der 26-Jährige, wie dehydriert er war. „Es ging mir nachts nicht gut.“

Zwei Tage später fühlt er sich wieder besser. Die Fußverletzung hat sich nicht verschlimmert. „Ich kann wieder halbwegs laufen.“ Außerdem ist er ohnehin ja auf die doppelte Kilometerzahl eingestellt gewesen. „Es geht mir also nicht ganz so schlecht, wie ich mir prophezeit habe.“

So groß die Enttäuschung bei Max Oesterle auch ist: In einer Hinsicht war sein Lauf dennoch ein voller Erfolg. Schließlich wollte der 26-Jährige nicht nur eine sportlich höchst ehrgeizige Leistung erbringen, sondern gleichzeitig Spenden sammeln für das Stuttgarter Kinder- und Jugendhospiz. Die Einrichtung in der Landeshauptstadt wäre sein Laufziel gewesen.

Das hat er zwar nicht erreicht, aber dafür viele Spenden gesammelt. Vor dem 1. Mai waren bereits rund 5000 Euro eingegangen. Alleine am 1. Mai kamen noch mal rund 1000 Euro hinzu. Wie viel am Ende zusammenkam, kann Oesterle im Moment noch gar nicht genau sagen. Eine ordentliche Summe wird es aber schon sein. Noch diese Woche will er das Hospiz besuchen und symbolisch einen Scheck übergeben.

Viel Zuspruch für den Spendenlauf bekommen

Über das soziale Medium Facebook bedankte sich die Einrichtung bereits bei dem Läufer für die „wirklich tolle Leistung“ und den „vollen Einsatz fürs Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart“. Auch sonst hat der Rudersberger viel Zuspruch für seinen Spendenlauf erhalten.

Dennoch hadert der 26-Jährige noch ein wenig mit sich, denn „Aufgeben ist eigentlich nicht meine Art“. Im Rückblick habe vieles gegen den Lauf am 1. Mai gesprochen: allen voran die Pandemiesituation, die es ihm nicht erlaubte, Laufgruppen zu bilden und nur mit einer Ausnahmegenehmigung überhaupt nachts zu laufen. Und dann noch das Wetter. „Aber ich wollte es durchziehen und nicht wegen ein bisschen Gegenwind aufhören.“

"Ich freue mich auf den Bergsommer"

Im Moment kuriert sich Max Oesterle noch in seinem Heimatort Rudersberg aus. In zwei Wochen geht es für den Rudersberger zurück nach Innsbruck, wo er gerade Bauingenieurwesen studiert. Der passionierte Bergläufer will dort dann wieder regelmäßig Gipfel erklimmen. „Ich freue mich schon auf den Bergsommer.“

Ob er zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal das Wagnis 100-Meilen-Lauf eingehen werde? „Das kann ich noch nicht sagen.“ Dafür sitzt im Moment die Enttäuschung noch zu tief.

Die Enttäuschung ist auch zwei Tage danach bei Max Oesterle noch groß. Seit Monaten hat er auf diese Herausforderung hingearbeitet und -gefiebert: seinen 100-Meilen-Lauf von Friedrichshafen bis Stuttgart, mit dem er Spenden für das Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart sammeln wollte.

Doch kurz vor Kilometer 80, bei Dauerregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, musste er sich am 1. Mai schließlich geschlagen geben. „Das ist schon sehr, sehr enttäuschend“, sagt der 26-Jährige,

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