Rudersberg

Der Bikepark in Rudersberg nimmt Gestalt an: Was er künftig zu bieten hat

Bikepark
Noch muss viel Feintuning stattfinden am neuen Bikepark. Doch Lukas Dellnitz hat schon mal einen der Hügel getestet. © Gabriel Habermann

Lukas Dellnitz macht mit seinem Mountainbike auf einem der Erdhügel schon mal einen Testsprung. Elegant lässt er dabei die beiden Räder durch die Luft schwingen. Im Anschluss schwärmt der Jugendliche aus Rudersberg regelrecht von der Anlage, die gerade beim Mobilfunkturm in Schlechtbach entsteht und an der er tatkräftig mitwirkt. „Ich bin mir sicher, dass es für viele bald zur zweiten Heimat wird“, sagt er.

Wie es zu dem Projekt kam

Der 16-Jährige ist Teil einer losen Gruppe von Rudersbergern, die gerade daran arbeiten, dass aus vielen Tonnen Erde ein Bikepark wird. Die grundlegende Arbeit für die Modellierung hat in den ersten beiden August-Wochen ein Bagger der Firma Beyer übernommen. Nach den Wünschen der Jugendlichen wurde die Strecke gestaltet. Die dafür verwendete Erde stammt von einem unweit entfernt gelegenen Grundstück, wo zeitgleich eine Gemeinschaftsscheune entsteht. Das sei ein so ökologischer und geldsparender Ansatz gewesen, betont CDU-Gemeinderat Robert Schuler, der das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat, nachdem Jugendliche bei einer Bürgerbeteiligung im vergangenen Jahr den Wunsch nach einer Anlage geäußert haben -  und der Gemeinderat dem einstimmig grünes Licht erteilte

Um die Strecke fertig modellieren zu können, sollte es jetzt regnen

Dieser ökologische Ansatz brachte nun aber ganz eigene Herausforderungen mit sich. Denn die Erde entpuppte sich wegen der anhaltenden Dürre als staubtrocken – „das war keine leichte Aufgabe für den Streckenbauer Tim Hoffmann“, berichtet Schuler. Zumal in der Bauphase auch noch interessierte Biker die Baustelle aufsuchten und die ein oder anderen Verbesserungsvorschläge hatten, die dann spontan eingearbeitet wurden. Außerdem tauchten in einem Teil der Erde Dinge auf, die nicht auf eine Anlage gehören, kleine Glasscherben etwa. Die müssen jetzt in Handarbeit entfernt werden. Bis dahin ist die Strecke für die Öffentlichkeit noch gesperrt.

Hier kommt die lose Gruppe von bikenden Jugendlichen wieder ins Spiel, die nicht nur den Unrat entfernen, sondern auch die Strecke von Hand gründlich nachbearbeiten – shapen nennt sich das in der Fachsprache. Wie lange das noch dauert, hängt vor allem davon ab, wie viel es in den kommenden Tagen und Wochen regnet. Denn nur mit genug Feuchtigkeit lässt sich die Oberfläche der Hügel mit Hilfe feiner Erde so verdichten, dass daraus eine solide Anlage wird. Die Firma Zehnder wird die Gruppe bei diesem Feintuning unterstützen.

„Und dann wird es noch mal ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern, bis die Strecke wirklich rund ist“, sagt Schuler. Keine Strecke sei nach dem Bau sofort perfekt. Die Fahrer und die Sprünge müssten sich in den kommenden Monaten vielmehr aneinander gewöhnen und gemeinsam reifen.

Auf der Anlage werden viele verschiedene Sprünge möglich sein

Damit möglichst viele in diesem Bikepark ihren Spaß haben, sind dort zwei verschiedene Strecken angelegt. Eine kürzere, nicht allzu hügelige für Anfänger – und eine längere, die durchaus Herausforderungen zu bieten hat. Lukas Dellnitz freut sich jetzt schon darauf, diese gesamte Strecke möglichst bald ausprobieren zu können, denn „der große Vorteil ist, dass wir nicht nur eine Variante von Sprung hier machen können, sondern viele verschiedene“.

Bis auch die Öffentlichkeit die Anlage nutzen kann, muss aber zunächst noch an ihr gearbeitet werden. In sechs Wochen, am Freitag, 30. September, ist dann das Eröffnungsfest. Geplant sind an dem Tag etwa Schrauberkurse fürs Mountainbike und Fahrtechniktrainings, Gäste aus der Bikerszene sind eingeladen, die Strecke zu testen, und es soll viele weitere Angebote rund ums Zweirad geben.

Der Bikepark: Ein nachhaltiges Projekt

Zuvor bekommt der Bikepark neben dem Feintuning außerdem noch Sitzbänke, Fahrradständer und eine Geschirrhütte für Werkzeuge – „eine ausgediente Hütte vom Adventswald“, betont der passionierte Biker Schuler, um den nachhaltigen Aspekt des Projekts noch einmal hervorzuheben.

Zwei weitere Punkte noch zur Nachhaltigkeit: Da der Park nur wenige Hundert Meter entfernt ist von der Station Schlechtbach des Wiesels, lässt er sich auch bequem mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen.

Und für Robert Schuler ist dieses Projekt nicht zuletzt ein Puzzlestück hin zu einem anderen großen Ziel: der Legalisierung von Mountainbike-Trails im Wald. Je mehr Leute den Bikepark im Wieslauftal nutzen, desto weniger werden illegale Sprünge im Wald gemacht, so seine Hoffnung.

Wie es künftig organisatorisch weitergeht mit der losen Gruppe, ob sich die Biker etwa einem Verein anschließen oder einen eigenen gründen, das steht noch nicht fest.

Ganz klar ist für Robert Schuler indes eines: „Das ist ein Rudersberger Projekt – und alle Biker aus der Gemeinde sollen davon profitieren.“

Lukas Dellnitz macht mit seinem Mountainbike auf einem der Erdhügel schon mal einen Testsprung. Elegant lässt er dabei die beiden Räder durch die Luft schwingen. Im Anschluss schwärmt der Jugendliche aus Rudersberg regelrecht von der Anlage, die gerade beim Mobilfunkturm in Schlechtbach entsteht und an der er tatkräftig mitwirkt. „Ich bin mir sicher, dass es für viele bald zur zweiten Heimat wird“, sagt er.

Wie es zu dem Projekt kam

Der 16-Jährige ist Teil einer losen Gruppe

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