Rudersberg

Ehemalige Gärtnerei: Quartier mit 35 Wohneinheiten in der Rudersberger Ortsmitte geplant

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Hier soll moderner Wohnraum mitten in Rudersberg entstehen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Eine Mischung aus traditionellen Satteldachhäusern an der Ortsdurchfahrt sowie begrünten Flachdachgebäuden rückwärtig Richtung Hirschgasse und Schulstraße: So soll es aussehen, das neue Wohn- und Geschäftsquartier von Projektbau Pfleiderer. Das Gesicht der Rudersberger Ortsmitte wird sich verändern, wenn umgesetzt wird, was die Winnender Firma im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Langhof, der seit etlichen Jahren brachliegt, plant. Der aktuelle Stand wurde jetzt im Bauausschuss des Gemeinderats präsentiert.

Angedacht sind insgesamt rund 35 Wohneinheiten auf 2750 Quadratmetern Wohnfläche sowie zwei Gewerbeflächen mit rund 220 Quadratmetern, „das kann aber noch vergrößert werden, wenn der Bedarf da ist“, sagte Thilo Kocsanyi vom gleichnamigen Waiblinger Architekturbüro. Der Architekt berichtete dem Gremium, welche grundlegenden Ziele der Projektierer bei dem Quartier verfolgt: Zum einen wolle man die rund ums Rathaus bereits begonnene Verdichtung hier fortsetzen und Brachflächen wiederbeleben. Der städtebauliche Charakter soll dabei entlang der Ortsdurchfahrt erhalten bleiben und die Ortsmitte durch ein Quartier mit guter sozialer Durchmischung belebt und aufgewertet werden.

Entstehen soll ein C02-neutrales Viertel mit Dachgärten

Das neue Viertel soll überdies auch ökologischen Nutzen haben: da weniger Fläche versiegelt wird als bei einem Neubau im Grünen, aber auch weil die Dächer begrünt und das Areal klimaschonend und CO2-neutral mit erneuerbaren Energien versorgt wird. Angedacht ist eine zentrale Lösung in Form eines Blockheizkraftwerks oder einer Wärmepumpe. Auf bis zu 175 Quadratmetern Dachfläche sind Fotovoltaikanlagen geplant.

Außerdem soll es Dachgärten geben. Auf eine Unterkellerung soll aufgrund des schwierigen Bodengrunds indes verzichtet werden. Auch eine Tiefgarage ist daher nicht geplant. Stattdessen sollen private sowie öffentliche Parkplätze geschaffen werden. Am Straßenrand sollen Arkaden stehen, dadurch sind die Flachdachbauten in Richtung Schulstraße etwas zurückgesetzt. Vorgesehen ist zunächst die Erschließung des rückwärtigen Quartier-Teils.

Der Bürgermeister hält den Entwurf für "sehr gelungen"

Bürgermeister Raimon Ahrens bezeichnete den aktuellen Planungsstand als „sehr gelungen“, insbesondere die Ansicht aus Richtung Backnanger Straße, also der Ortsdurchfahrt. Auch die Rücksetzung durch Arkaden Richtung Schulstraße sei aus Verwaltungssicht eine gute Lösung. Besonders wichtig für die Gemeinde sei es, dass genügend Parkplätze, öffentlich wie privat, vorgehalten werden (was der Fall sei). Ahrens lobte, dass Pfleiderer auf Kritik seitens des Gremiums, das sich nicht-öffentlich bereits damit befasst hatte, eingegangen sei.

Bernhard Dittl (Rudersberger Bürger) fand, der Anblick sei „für Alt-Rudersberger zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber so, wie der Entwurf aussieht, gut umgesetzt“. Man könne angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt ja auch „gar nicht anders, als den Raum auszunutzen und viele Wohnungen unterzubringen“.

Kein sozialer Wohnungsbau, aber bezahlbar, verspricht Pfleiderer

Wolfgang Bogusch, Fraktionsvorsitzender der Rudersberger Bürger, sagte, er „habe das Gefühl, dass die Firma Pfleiderer unsere Kritik aus dem Rathausquartier ernst genommen hat“. (Die drei angesprochenen Mehrfamilienhäuser neben dem Rathaus wurden vor ein paar Jahren ebenfalls von der Winnender Firma geplant. Anders als in den ursprünglichen Plänen wurden aus den Grünflächen nachher jedoch Schottergärten, was Bogusch kritisierte.)

„Der jetzige Entwurf gefällt mir gut“, sagte Bogusch, da er „vorne bestehende Bebauung aufgenommen hat und hinten modern wirkt“. Ob es denn auch geförderten und barrierefreien Wohnraum geben soll, wollte er noch wissen.

Barrierefreie Wohnungen seien geplant, sozialer Wohnungsbau nach dem Landesförderprogramm indes nicht, entgegnete Klaus-Martin Pfleiderer, Geschäftsführer der Projektbau-Firma. Vorgesehen seien auf dem Areal Mietwohnungen. Und die seien aus Sicht des Projektbau-Unternehmens durchaus bezahlbar – und obendrein ökologisch. „Wir wollen wirklich grün werden diesmal“, versprach Pfleiderer.

Ob man denn die geplanten Parkplätze etwas absenken könne, fragte Gemeinderat Robert Schuler (CDU). So ließe sich das Gebäude noch einmal etwas in der Höhe reduzieren. Architekt Kocsanyi hielt das für „eine gute Anregung“, die man bei der weiteren Planung berücksichtigen werde.

Wird der Marktplatz 1 noch mit einbezogen?

CDU-Rätin Alexandra Stiltz fragte sich, weshalb das Gebäude Marktplatz 1, in dem sie auch ihr Hörberatungs-Geschäft hat, nicht in die Planung miteinbezogen wurde. Gespräche dazu seien zwar geführt worden, allerdings sei man nicht mit allen Eigentümern einig geworden, hieß es dazu seitens des Projektträgers. Bürgermeister Ahrens erklärte sich bereit, in der Sache, wenn nötig, zu vermitteln.

In guten Gesprächen sei man indes mit dem Schreibwarengeschäft und der Zahnarztpraxis, sagte Klaus-Martin Pfleiderer. „Wir wollen das Gebäude an der Backnanger Straße zunächst stehen lassen, bis wir hinten fertig sind. Dann könnte die Arztpraxis hinten einziehen. Für den Schreibwarenladen würden wir dann eine Interimslösung suchen. Ideal wäre, wenn er wieder einzieht. Wenn nicht, werden wir versuchen, ein anderes Gewerbe zu finden.“

Projektstart im kommenden Sommer?

Die Projektbau-Firma will nun die Anregungen aus dem Gremium aufgreifen und schauen, ob sich die Parkplätze noch etwas nach unten setzen lassen, was Bürgermeister Ahrens gut fände, denn „jeder Meter, den wir von der Gesamtbebauung runternehmen können, macht es luftiger“.

Voraussichtlich im Herbst wird sich der Gemeinderat wieder mit dem geplanten Quartier beschäftigen. Denn für die Pläne von Pfleiderer wäre eine Änderung des Bebauungsplans notwendig. Kommt bei diesem Prozess nichts mehr dazwischen, könnte die Baumaßnahme bereits Mitte bis Ende 2022 starten.

Eine Mischung aus traditionellen Satteldachhäusern an der Ortsdurchfahrt sowie begrünten Flachdachgebäuden rückwärtig Richtung Hirschgasse und Schulstraße: So soll es aussehen, das neue Wohn- und Geschäftsquartier von Projektbau Pfleiderer. Das Gesicht der Rudersberger Ortsmitte wird sich verändern, wenn umgesetzt wird, was die Winnender Firma im Bereich der ehemaligen Gärtnerei Langhof, der seit etlichen Jahren brachliegt, plant. Der aktuelle Stand wurde jetzt im Bauausschuss des

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