Rudersberg

Ein Fünftel der Rudersberger Straßen ist in einem schlechten Zustand

Straßenschäden
Die Bahnhofstraße in Schlechtbach erhielt das Prädikat „Mangelhaft“. © Gabriel Habermann

Ein Fünftel der Straßen in Rudersberg ist in einem schlechten Zustand. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des gut 114 Kilometer langen gemeindeeigenen Verkehrsnetzes. Dafür wurde in Rudersberg das System des Stuttgarter Softwareentwicklers Vialytics verwendet, das seit nunmehr bald drei Jahren im Einsatz ist.

Bei dieser innovativen Methode werden die Bauhoffahrzeuge mit Smartphones ausgestattet, die alle paar Meter Fotos machen und mittels eines Sensors Erschütterungen und Vibrationen wahrnehmen. Diese Form der Schadenserfassung ist einfach und nahezu ohne Zeitaufwand, da sie quasi nebenbei geschieht.

Auch in der Nachbarkommune Schorndorf kam dieses System bereits zum Einsatz. Die Kosten für die dreijährige Lizenz zur Nutzung von Vialytics trägt zur Hälfte das Land Baden-Württemberg.

Knapp die Hälfte der Straßen ist in gutem oder sehr gutem Zustand

Aber nicht alle Straßen sind schlecht, wie eine Auswertung zeigt, die dem Gemeinderat kürzlich präsentiert wurde:

  • Fünf Prozent der kommunalen Straßen und Wege sind in einem sehr guten Zustand, das entspricht gut 6000 Metern. Hier sind im Moment keine Maßnahmen erforderlich. Ein Beispiel dafür ist die Straße in der Vorstadt von Rudersberg.
  • Immerhin 40 Prozent des Straßennetzes befinden sich in einem guten Zustand. Das sind gut 45 000 Meter, bei denen nur geringfügige Unterhaltungskosten oder Maßnahmen anfallen.
  • Sieben Prozent, und damit knapp 8400 Meter Strecke, befinden sich in einem befriedigenden Zustand. Hier sind moderate Maßnahmen notwendig.
  • Bei 28 Prozent der Wege und Straßen wird der Zustand als noch ausreichend bewertet. Auf 31 800 Metern rechnet die Gemeinde jedoch mit erhöhten Unterhaltungskosten und Maßnahmen.
  • Das Problem sind die bereits erwähnten 20 Prozent (oder 22 600 Meter) Straßennetz, deren Zustand als mangelhaft zu bezeichnen ist. Hier sind hohe Unterhaltungskosten und Maßnahmen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit notwendig. Eine solche Straße ist zum Beispiel die Bahnhofstraße in Schlechtbach. Hinzu kommt, dass ein „nicht unerheblicher Teil“ dieser Straßen, die sich oft in den Teilorten befinden, noch keinen Erstausbau erfahren hat, weshalb bei Maßnahmen hier noch Erschließungsgebühren für die Anwohner fällig werden können.

„20 Prozent, das ist ein recht hoher Anteil unserer Straßen“, sagte Bauamtsleiter René Schaal bei der Vorstellung der Auswertung im Gemeinderat. Zwar gebe es Fördermittel für die Sanierung des Straßennetzes. Allerdings seien alleine für die Erhaltung des Status quo auf Rudersbergs Straßen jährlich rund 1,37 Millionen Euro notwendig. Zumindest, wenn die Gemeinde den Empfehlungen der Daehre-Kommission folgt.

Diese Kommission, bestehend aus den Vertretern von Politik, Straßenbauverwaltung sowie wissenschaftlichen Experten, hat im Jahr 2012 unter anderem Empfehlungen zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur gegeben. Demnach wären zum Erhalt des Status quo bei Gemeindestraßen 2,40 Euro pro Quadratmeter und Jahr notwendig.

Welche Straßen werden als Erste saniert?

So viel Geld ist im Haushalt der Gemeinde jedoch nicht für den Straßenbau vorhanden. Dort sind 700 000 Euro veranschlagt. „Diese Deckungslücke gibt es aber eigentlich in allen Kommunen“, so Schaal.

Mehrere Straßen, bei denen der Instandsetzungsaufwand momentan sehr hoch sei, sollen in den kommenden Jahren gerichtet werden. Dazu zählen neben der Bahnhofstraße die Hohe Straße, die Teichstraße, die Rosenstraße und die Sommerhalde – allesamt Straßen, die Vialytics als mangelhaft bewertet hat.

Bürgermeister Raimon Ahrens bezeichnete das Thema Straßensanierung dann auch als „wirklich wichtig“. Hier gebe es in den nächsten Jahren einiges zu tun. „Da müssen wir ran und Geld einsetzen.“ Die Empfehlungen der Daehre-Kommission bezeichnete er indes als Ideal, das nur mit viel Geld zu erreichen sei. Ein heikles Thema, das noch ansteht, sei zudem die endgültige Herstellung von Straßen. „Da müssen wir uns in den kommenden Jahren auch der Diskussion über Erschließungsbeiträge stellen“, sagte Ahrens.

Das vorliegende Datenmaterial diene jetzt als Grundlage für das Straßenunterhaltungsprogramm, sagte Bürgermeister Ahrens auf Nachfrage von Eberhard Layer (Freie Wähler). „Das fließt natürlich in unsere Planungen mit ein, schon jetzt beim Thema Wegeunterhaltung.“

Ein Fünftel der Straßen in Rudersberg ist in einem schlechten Zustand. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des gut 114 Kilometer langen gemeindeeigenen Verkehrsnetzes. Dafür wurde in Rudersberg das System des Stuttgarter Softwareentwicklers Vialytics verwendet, das seit nunmehr bald drei Jahren im Einsatz ist.

Bei dieser innovativen Methode werden die Bauhoffahrzeuge mit Smartphones ausgestattet, die alle paar Meter Fotos machen und mittels eines Sensors Erschütterungen und

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