Rudersberg

Ersatz-Großeltern für Drillinge gesucht

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© Ramona Adolf

Rudersberg-Michelau. Feuerwehrmann zu werden, das wäre für Felix, Patrick und Niklas der Traum. Eigene Helme haben sie und rücken mit den Spielzeugautos windeseilig zum „Einsatz“ aus. Munter sind die drei, kleine Wirbelwinde mit Fantasie und Charme. Natürlich will der Alltag mit Drillingen auch gemeistert sein. Die Eltern Gerlinde Schaal und Karl Roch würden sich über Unterstützung freuen. Sie suchen „Ersatz-Großeltern“, die gern etwas Familienanschluss erhalten.

Drei kleine Fußbänke stehen unter dem Tischkicker bereit, flugs haben die drei Buben die richtige Höhe, um mit dem Vater den kleinen Ball übers Spielfeld zu jagen. Gleich dabei sind Felix, Patrick und Niklas auch, wenn es gilt, zum „Feuerwehreinsatz“ auszurücken. Drei stattliche rote Spielzeugautos eilen dann mit Blaulicht zum Spielteppich, und, Ehrensache, ihre drei Helme haben die kleinen Floriansjünger in spe bereits aufgezogen. „Alle drei sind begeisterte Feuerwehrleute“, sagt Mutter Gerlinde Schaal. „Sie möchten am liebsten ganz schnell zur Jugendfeuerwehr.“

Interesse an der Arbeit der Floriansjünger und Freude am Kinderturnen haben alle drei. Davon abgesehen, haben die jungen Herren, die im Dezember stolze fünf Jahre alt geworden sind, durchaus verschiedene Neigungen. „Jeder ist eine eigene Persönlichkeit mit Interessen.“ Patrick zum Beispiel ist „so ein bisschen der Musikus“, verrät seine Mutter. Er hört ein Lied im Auto und kann es schnell selbst singen. Felix, der Quirligste des kleinen Trios, spielt gern Fußball. Niklas kickt ebenfalls gern. Wie alle Kinder haben es auch die Drillinge gern, wenn man mit ihnen spielt und sich mit ihnen beschäftigt. Das macht Spaß und ist nicht nur für die Kleinen eine schöne Erfahrung. „Die drei haben schon auch viel zu geben“, sagt Gerlinde Schaal. Lebendigkeit zum Beispiel, Lebensfreude und Fantasie.

Die Eltern des kleinen „Familienunternehmens“, bei denen es erst etwas später mit dem Elternglück geklappt hatte, suchen nun Verstärkung. Ein „Ersatzopa“ oder eine „Ersatzoma“ wäre toll. Die Drillinge haben auch eigene Großeltern von der Seite von Gerlinde Schaal. Als die Drillinge noch klein waren, kamen ihre Eltern jeden Tag und halfen mit. „Sie haben uns ganz großartig unterstützt.“ Inzwischen haben die Eltern ein Alter von 85 und 87 Jahren erreicht. Da fällt die Hilfe, etwa bei der Kinderbetreuung, nicht mehr so leicht. „Sie laufen ihnen davon“, schmunzelt Gerlinde Schaal. Die Eltern ihres Mannes Karl Roch sind verstorben.

Die Gleichaltrigkeit der Buben unterschätzt man

Ein wenig Unterstützung wäre der Familie aber nach wie vor sehr willkommen. Denn den Alltag mit Drillingen zu meistern, das ist durchaus eine Aufgabe. „Es ist schon anstrengend“, räumt Gerlinde Schaal ein. Die Gleichaltrigkeit der Buben unterschätzt man, weiß sie. In einem Wartezimmer beim Arzt hat sie unlängst eine Mutter mit drei Kindern in verschiedenem Alter erlebt. Da haben die Größeren mit auf die Kleineren aufgepasst. Die Drillinge hingegen „jubeln sich gegenseitig hoch“, wenn’s danach ist. In der Klinik habe man ihr damals nach der Geburt der Kinder gesagt, es hieße nun nicht mal drei, sondern hoch drei. „Es potenziert sich alles. Das stimmt haarscharf.“

Sagt Gerlinde Schaal vergnügt und gelassen. Sie lacht viel während des Gesprächs, ist positiv gestimmt, und man merkt, dass sie mit den Buben und der Familie in ihrem Element ist. „Es ist auch toll, ein Riesenglück, dass wir drei gesunde Kinder haben. Das kann man gar nicht hoch genug schätzen.“ Und manches wird inzwischen auch leichter als früher. Die Drillinge beschäftigen sich auch mal mit sich selbst und spielen mit anderen Kindern im Dorf.

Dennoch beginnt der Tag früh, und sich mal in Ruhe hinzusetzen, dazu kommen die Eltern abends gegen 21 Uhr. Dazwischen ist viel zu tun. Die Buben besuchen zwar den Kindergarten, aber „die Zeit ist rasend schnell rum“. Vater Karl Roch geht ins Geschäft, Gerlinde Schaal, von Beruf Lehrerin, ist noch zu Hause und widmet sich der Familie. Viel Zeit für Hobbys oder um mal mit einer Freundin zu einer Veranstaltung zu gehen, bleibt da freilich nicht.

Mit dabei beim Sonntagsausflug und beim Kindergeburtstag

Auch insofern wäre es schön, wenn vielleicht „Ersatzgroßeltern“ für ein wenig Entlastung sorgen könnten, mal mit den Kindern spielen, malen, auf den Spielplatz gehen oder zu einer gemeinsamen Unternehmung mitkommen würden. Beide Seiten könnten sich natürlich in Ruhe kennenlernen, und der ehrenamtliche Opa oder die Oma müsste sich auch nicht aller drei Kleinen gleichzeitig annehmen. Was auch den Kindern gut tun würde, wenn sie sich auch mal nicht als Drilling erleben würden.

Durch eine Kleinanzeige hatte die Familie schon einmal einen ehrenamtlichen „Opa“ kennengelernt und beste Erfahrungen gemacht, inzwischen ist er allerdings 85 Jahre alt. „Opa Hannes“ war sogar mit der Familie für ein paar Tage ins Allgäu mitgefahren. Auch zum Sonntagsausflug wäre das ehrenamtliche Großelternteil gern mal mit eingeladen und zum Kindergeburtstag. Vielleicht gibt es jemanden Interessiertes im Rentenalter, der zum Beispiel ein Hobby hat, das er mit den Kindern teilen möchte, die sich ja für vieles interessieren, überlegt Gerlinde Schaal. Oder wen, der gut mit Kindern kann, bei dem die eigenen Enkel aber weit entfernt wohnen. Auch jüngere Leute oder ein Paar wären willkommen. Entspinnt sich dann ein nettes Verhältnis, wäre das für beide Seiten ein Gewinn. Und die kleine Familie kann denen, die das gern möchten, etwas Besonderes anbieten, etwas Wertvolles: ein wenig Familienanschluss.

Kontakt zur Familie

Wer die Familie gern näher kennenlernen möchte und sich vorstellen kann, es einmal als Ersatzopa oder -oma zu versuchen, kann sich bei unserer Zeitung unter ) 0 71 81/92 75 20 melden. Wir stellen den Kontakt dann her.

Außerdem kann man der Familie eine E-Mail schreiben an die Adresse gerlinde.schaal@web.de