Rudersberg

Fünfte Kandidatin stellt sich zur Wahl

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Auch Relindis Pfisterer will Bürgermeisterin von Rudersberg werden. © Laura Edenberger

Rudersberg. Es gibt eine fünfte Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters in Rudersberg, und diesmal ist es eine Frau. Relindis Pfisterer hat ihre Kandidatur erklärt. Die 55-jährige aus Steinenberg macht sich unter anderem für mehr Bürgerbeteiligung, das Ehrenamt, Kultur, einen Jugendgemeinderat, eine europäische Partnergemeinde, Bildung und nachhaltige Wirtschaftsförderung stark. Pfisterer tritt als parteiunabhängige Kandidatin an.

Relindis Pfisterer hat ihre Bewerbung im Rathaus abgegeben und ihre Kandidatur den Gemeinderäten sowie der Presse bekanntgegeben.

Pfisterer lebt seit elf Jahren mit ihrem Mann in Steinenberg. Die 55-Jährige hat Betriebswirtschaftslehre und Soziologie in Frankreich studiert. Danach hat sie einige Jahre in der Wirtschaft im Finanzbereich gearbeitet und anschließend 15 Jahre das Studienzentrum der Fernuniversität Hagen in Schwäbisch Gmünd geleitet. Als Bildungsreferentin ist Relindis Pfisterer bei der Akademie Ländlicher Raum in Schwäbisch Gmünd tätig, teilt sie in einer Pressemitteilung mit. Die Akademie ist eine Einrichtung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Im Bildungszentrum Weissacher Tal unterrichtet Relindis Pfisterer zudem Deutsch als Fremdsprache und Französisch.

„Das größte Potenzial steckt in uns, den Bürgerinnen und Bürgern“

Besonders wichtig sei ihr, die Bürgerbeteiligung zu erhöhen. „Das bedeutet, Zukunftsperspektiven für Rudersberg gemeinsam zu entwickeln“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Das größte Potenzial steckt in uns, den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde. Wir müssen uns an den Entwicklungen in der Gemeinde frühzeitig beteiligen.“ Dies könne durch Runde Tische erreicht werden.

Ebenso förderlich sei die Beibehaltung der persönlichen Sprechzeiten in den Ortsteilen. Die Einbeziehung der Jugendlichen durch einen Jugendgemeinderat sei erstrebenswert, genauso wie mehr Frauen für die Kommunalpolitik zu interessieren.

Relindis Pfisterer möchte ehrenamtliches Engagement wertschätzen und würdigen, so schreibt sie. Gemeinden bräuchten ehrenamtliches Engagement und könnten sonst nicht attraktiv sein. „Es gilt, das ehrenamtliche Engagement zu fördern, damit im gemeinsamen Tun die Gemeinde zusammenwachsen kann.“

Bildung und Medienkompetenz

Ferner heißt es in der Pressemitteilung weiter: „Bildung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land.“ Von der Wiege bis zur Bahre sei Bildung heutzutage gefragt. Ein gutes Bildungsangebot müsse in der Krippe, Kindergärten, Schulen und Volkshochschule ermöglicht und angeboten werden, um die Chancengleichheit zu erhöhen.

Digitalisierung der Schulen sei in aller Munde. Medienkompetenz sei wichtig. Aber auch die Bevölkerung und vor allem die Unternehmen und Verwaltung benötigten den Breitbandausbau in allen Ortsteilen. Dieser müsse ständig an neue technische Entwicklungen angepasst werden.

„Soziales ist wichtig, damit es allen in der Gemeinde gutgeht“, schreibt die Bewerberin. Durch gemeinschaftsfördernde Architektur könnten interessante Treffpunkte zum kulturellen Austausch geschaffen werden. „Zum Beispiel ein Generationen-Café macht die Gemeinde lebenswert. Ein Mehrgenerationen-Haus oder Nachbarschafts-Hilfeverein wären förderlich, um den Gemeinschaftssinn zu stärken.“ Die Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Generationen ins Mitwirken sei erfolgversprechend für eine soziale Gemeindeentwicklung.

„Kultur ist in Rudersberg in vielfältiger Ausprägung vorhanden“, so Relindis Pfisterer. Es gelte, diese zu fördern und besser in das Tourismuskonzept einzubinden.

„Shared Space“ auf andere Ortsteile ausweiten

Wichtig ist ihr eine europäische Gemeindepartnerschaft, um Europa vor Ort zu erfahren. Nur mit einer frühzeitigen Planung und Vorbereitung gelinge eine schöne 775-Jahr-Feier im Jahr 2020. Kultur sei für das Image und die Attraktivität einer Gemeinde wertvoll, vor allem mache sie die Gemeinde lebenswert.

Zudem sei die Infrastruktur ein wichtiger Faktor für Lebensqualität. „Das Rudersberger Erfolgsmodell Shared Space sollte auf andere Ortsteile ausgeweitet werden, um ein gemeinsames Erscheinungsbild in der Straßengestaltung zu erreichen“, so die Pressemitteilung.

Die Ortschaftsräte in den Gemeindeteilen seien für Relindis Pfisterer tabu. Eine Abschaffung der Ortschaftsräte ziehe sie nicht in Erwägung.

Die ambulante Pflege müsse ausgebaut werden, damit die zu Hause lebenden Pflegebedürftigen gut versorgt würden.

„Nachhaltige Wirtschaftsförderung kann nicht nur ein Schlagwort sein“, schreibt Relindis Pfisterer. Die Gemeinde sei durch ihre topografische Lage auf Klein- und mittlere Unternehmen angewiesen. „Wir müssen Existenzgründungen fördern, besonders von Frauen.“


Weitere Informationen, Kontaktmöglichkeiten und Termine findet man auf der Homepage von Relindis Pfisterer unter www.zukunft-rudersberg.de

Gemeindewahlausschuss tagt am Mittwoch

Kommt noch ein Bewerber? Das ist schwer zu sagen, schließlich endet die Bewerbungsfrist für Kandidaten, die in Rudersberg Bürgermeister werden wollen, erst am nächsten Mittwoch, 27. Dezember. Am gleichen Abend noch wird der Gemeindewahlausschuss zusammenkommen. Dessen Mitglieder prüfen die Bewerbungen und beschließen über deren Zulässigkeit.