Rudersberg

Fachkräftemangel trifft auch evangelische Kitas in Rudersberg hart

Kinderhaus
Nur eingeschränkter Ganztagesbetrieb in der Villa Sonnenschein. © Gaby Schneider

Die Personalnot in den heimischen Kindertagesstätten ist groß. Das betrifft nicht nur die kommunalen Träger, sondern auch kirchliche, wie Susann Tritscher berichtet, die beim evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf als Geschäftsführerin für die Einrichtungen in Rudersberg zuständig ist.

Einschränkungen bei Öffnungszeiten

Die sind in der Gemeinde mit ihren 320 Kita-Plätzen der größte Träger. Und wie bei den kommunalen Kitas ist hier der Fachkräftemangel ein Riesen-Thema. Wenn auch nicht in allen, so Tritscher. „In den kleinen Kindergärten ist die Personaldecke gut.“ Zwar habe es während der Pandemie krankheitsbedingte Einschränkungen gegeben, ein strukturelles Problem gebe es hier aber nicht. Anders sei dies bei den beiden Kinderhäusern, die auch einen Ganztagesbetrieb anbieten. Der ist im Moment nämlich nur schwer aufrechtzuerhalten.

Schon seit längerem kam es in der Villa Sonnenschein in Rudersberg zu massiven Einschränkungen im Betrieb. Weil in kurzer Zeit gleich drei 100-Prozent-Kräfte wegfielen, ist eine Betreuung in den Randzeiten seit Ende 2021 nicht mehr möglich. Statt von 7 bis 17 Uhr beschränkt sich das Betreuungsangebot momentan auf die Zeit zwischen 8 und 15 Uhr, von 7 bis 8 Uhr ist noch eine Notgruppe eingerichtet.

„Für Eltern ist das natürlich schwierig“, weiß Tritscher. Der Ärger war entsprechend groß. Es habe Anfang des Jahres deshalb Gespräche gegeben zwischen Eltern, Gemeinde und Träger. Seitdem habe sich die Situation etwas beruhigt. Angenehm sind die Einschränkungen aber weiterhin nicht. Immerhin: Inzwischen konnten neue Mitarbeiter gefunden werden. Ab September wird daher wieder eine Betreuung für alle Kinder von 7 bis 16 Uhr möglich sein.

Personalmangel gebe es auch im Kinderhaus Pusteblume in Steinenberg. Dort wird ab September die Betriebserlaubnis geändert. Dann wird die Einrichtung offiziell von 7 bis 16 Uhr geöffnet sein. Wer bis 17 Uhr eine Betreuung benötigt, muss sich nach anderen Lösungen umschauen.

Fachkräfte sind nur schwer zu finden

„Es gibt hier ein strukturelles Problem“, sagt Tritscher. Bei den begehrten Fachkräften seien sowohl Ganztagseinrichtungen wie große Kinderhäuser nicht so beliebt. Auch geeignetes Personal für Krippenplätze zu finden, sei schwer. Und Vollzeitstellen zu besetzen, sei ebenfalls eine Herausforderung. Fachkräfte, die aus der Elternzeit zurückkommen, wollten zudem häufig zunächst nur halbtags arbeiten.

Das Personal nicht verheizen

Diese Gesamtkonstellation aus einem leer gefegten Arbeitsmarkt und dem verbreiteten Wunsch, nur in Teilzeit arbeiten zu wollen führe schließlich dazu, dass die Betreuung in den Randzeiten oft nicht mehr zu gewährleisten ist. Denn die Einrichtungen müssen einen vom Land vorgeschriebenen Personalschlüssel einhalten, ansonsten dürfen sie nicht öffnen. Assistenzkräfte könnten deshalb nur bedingt für Abhilfe schaffen – aber auch, dadurch der Beruf ein Stück weit entwertet würde. Und „wir dürfen das vorhandene Personal nicht verheizen, sondern müssen es pflegen und nach ihnen schauen“, so Tritscher.

Was der evangelische Kirchenbezirk tut, um neues Personal zu gewinnen? Neben vielen Ausschreibungen in klassischen Medien wurden die Gesuche über soziale Medien wie Facebook und Instagram geteilt. Außerdem hat die Kirche großflächige Karten verteilt, auf der Webseite der Gemeinde, aber auch in den Pfarrämtern und Kitas selbst wurde dafür geworben.

Die allermeisten Bewerber hätten sich aber über persönliche Ansprache und Mund-zu-Mund-Propaganda gefunden, so Tritschers Erfahrung.

Auch Azubis oft nur schwer zu finden

Darüber hinaus wird in den Einrichtungen auch ausgebildet. Neben der klassischen Erzieher-Ausbildung wird die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher (Pia) angeboten. Ab dem kommenden Kindergartenjahr gibt es vier neue Azubis, hinzu kommen Praktikanten und Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr – in Steinenberg ist diese jedoch bislang noch unbesetzt. Auch beim Nachwuchs sei es eben zunehmend schwer, Bewerber zu finden. „Und es ist absehbar, dass uns das noch länger begleitet“, so Tritscher.

Die Personalnot in den heimischen Kindertagesstätten ist groß. Das betrifft nicht nur die kommunalen Träger, sondern auch kirchliche, wie Susann Tritscher berichtet, die beim evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf als Geschäftsführerin für die Einrichtungen in Rudersberg zuständig ist.

Einschränkungen bei Öffnungszeiten

Die sind in der Gemeinde mit ihren 320 Kita-Plätzen der größte Träger. Und wie bei den kommunalen Kitas ist hier der Fachkräftemangel ein Riesen-Thema. Wenn

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