Rudersberg

Firma oder Familie: Maria wird’s schon richten

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Im Hause Schmoller geht es rund: Noch proben Benjamin Faas als Geselle Hannes (von links nach rechts), Christian Ebinger als Opa Karl, Ute Zeller als Oma Else, Michael Strotbek als Glasermeister Spächtele, Sandra Manolache als Sekretärin Luise, Michaela Fuchs als gutmütige Hausfrau Maria und Jürgen Göhring als ihr Gatte und Firmenchef Heinz für die neue Mundart-Komödie. © Zühr / ZVW

Rudersberg-Oberndorf. Wo ist mein Gebiss? Wo sind die Schlappen? Warum gibt’s keine frischen Weckle? Hausfrau Maria soll sich um alle Wünsche ihrer Lieben kümmern. Zu schätzen wissen sie sie freilich nicht. Dazu kommt, dass es in der Schreinerei der Familie nicht recht läuft. Warum nicht den Rollentausch mit dem Gatten wagen? In der neuen Komödie der „Hutzelburger“, der Theatergruppe des TSV Oberndorf, nimmt ein spannendes Experiment seinen Lauf. Klar, dass es dabei wieder viel zu lachen gibt.

Ausschnitt aus der Probe der Theatergruppe des TSV Oberndorf mit dem Mundartstück "Alles, was das Herz begehrt oder Haushalt für alle".
 

„I komm’ ja. Mensch, meine Nerva!“ Maria Schmoller hat’s wirklich nicht leicht. Nicht nur, dass ihr Gatte Heinz ein rechter Macho ist und sich darauf verlässt, dass seine bessere Hälfte „das bisschen Haushalt“ schon von selbst machen wird. Dazu kommt, dass auch der Schwiegervater Karl sowie ihre Mutter Else mit im Hause leben und so ihre Befindlichkeiten haben. Und die verwöhnte Tochter Betty stellt ebenfalls ihre Ansprüche. Jeder ruft nach lauthals nach Maria, jeder will etwas von ihr, so dass die gutmütige Hausfrau alle Hände voll zu tun hat.

Das ist der überzeugenden Darstellerin Michaela Fuchs auch anzumerken. Jürgen Göhring als Heinz Schmoller lässt, unter anderem dank seines vielseitig-komischen Minenspiels und seiner starken Gestik, ebenso keinen Zweifel daran, dass er als resoluter Gatte von Maria und als Firmenchef der familieneigenen Schreinerei genau weiß, was er will.

Auch der Opa will plötzlich am Kreditgespräch teilnehmen

Einen Kredit nämlich, um ein Bestattungsunternehmen aufzubauen, denn in der Schreinereiwerkstatt läuft es nicht so glorreich. So gilt’s, die hübsche Sparkassenvertreterin zu bezirzen und sich dafür fein in Schale zu werfen. Die finanzkundige Dame ist ein Hingucker, vielmehr ein „steiler Zahn“, stellt der Großvater des Hauses, Opa Karl, fest und zeigt sich plötzlich interessiert, am Kreditgespräch teilzunehmen. Obwohl er sonst eher für Luise, die Sekretärin des Familienunternehmens, schwärmt.

„Jetzt hört aber dr Käs’ zom Schtinke auf!“

Auch der Senior hat sein Tun. Im Hause lebt ja noch Oma Else, die Mutter von Maria. Die vermeintlich ewig Jugendliche hat nichts dagegen, dass der Opa ihre Brille trägt. Aber auch noch ihr Gebiss - „Jetzt hört aber dr Käs’ zom Schtinke auf!“ Der Senior ist indes auch mit den falschen Zähnen nicht auf den Mund gefallen. Er dachte schon, er hätte den ganzen Mund voller Haare, lässt der wehrhafte alte Herr wissen. Witzig, wie Christian Ebinger dann als Opa Karl ohne Omas Gebiss nuschelt und auch sonst glaubhaft den knitzen Greis verkörpert.

Maria freundet sich nicht mit den Firmenplänen an

So glaubt der Zuschauer gern, dass es im Hause Schmoller rundgeht, wozu auch die anspruchsvolle Tochter Betty sowie Geselle Hannes ein Übriges beitragen. Dazu kommt, dass sich Hausfrau Maria überhaupt nicht mit den Firmenplänen ihres Mannes anfreunden kann. So kommt die Idee zwischen den Eheleuten auf, doch einmal die Rollen zu tauschen.

Vom Kittelschurz bis zum Wäschekorb ist an alles gedacht

Wie auch in den vorangegangenen Aufführungen, so sind im neuen Stück die Darsteller der „Hutzelburger“, der Theatergruppe des TSV Oberndorf, voller Einsatz und Spielfreunde zu erleben. Allein wie intensiv die Schauspieler ihre Rollen verkörpern, macht schon Freude. An der passenden Kulisse und den Requisiten fehlt es ebenfalls nicht, vom Kittelschurz bis zum Wäschekorb ist an alles gedacht.

Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder der „Hutzelburger“ mit den Vorbereitungen für das neue Stück begonnen, erzählt Michael Strotbek, der Leiter der Gruppe. Nachdem klar war, dass zwei bewährte Darsteller bei dieser Aufführung nicht auftreten würden, musste nach einem Stück mit acht Rollen gesucht werden. Und natürlich sollte es wieder ein schwäbisches Mundartstück sein, das auf die Bühne gebracht werden soll und bei dem wie stets etwas Lokalkolorit einfließt.

Die Wahl fiel auf die Familienkomödie „Alles, was das Herz begehrt oder Haushalt für alle“ aus der Feder von Beate Irmisch. Die ersten Lesungen des Theaterstücks haben die Darsteller im Herbst abgehalten. Seit November wird nun auf der Bühne in der TSV-Halle in Oberndorf geprobt. Und das Lampenfieber? „Das kommt meist kurz davor“, sagt Michael Strotbek schmunzelnd.

Kartenvorverkauf

Die neue Familienkomödie „Alles, was das Herz begehrt oder Haushalt für alle“ wird bei der Jahresfeier des TSV Oberndorf am Samstag, 4. Februar, sowie an den Samstagen 11. und 18. Februar in der TSV-Halle in Oberndorf aufgeführt. Informationen zu den Eintrittskarten gibt es bei Erika Schafhauser unter der Telefonnummer ) 0 71 83/66 38.