Rudersberg

Frühwarnstufe wegen Ukraine-Krieg: Wo Rudersberg Gas sparen kann

Energiesparen
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Versorgungsengpässe gibt es in Deutschland momentan noch nicht. Doch seitdem im Februar die Ukraine angegriffen wurde, bereitet man sich in Deutschland auf ein mögliches Ende der Gaslieferungen durch Russland vor. Ende März hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) deshalb die Frühwarnstufe in einem Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen.

Warum gilt die Frühwarnstufe?

Laut dem 2019 beschlossenen Notfallplan Gas wird die Frühwarnstufe dann ausgerufen, wenn „konkrete, ernstzunehmende und zuverlässige Hinweise darauf vorliegen, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage“ führen kann. Als ein solches betrachtet das Ministerium den Krieg in der Ukraine. Die Abhängigkeit von russischem Gas ist hoch. Laut Wirtschaftsministerium lag der Anteil 2021 bei 55 Prozent, aktuell beträgt er 35 Prozent. Ziel ist es, diesen weiter zu senken.

Welche Maßnahmen werden ergriffen?

In der Frühwarnstufe analysiert ein Krisenteam fortwährend die Versorgungslage mit Gas in Deutschland. Verbraucher vom Netz nehmen kann dieses Team aber erst, wenn nicht nur die Alarmstufe, sondern die Notfallstufe erreicht ist. Das wäre dann der Fall, wenn „eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere beträchtliche Verschlechterung der Versorgungslage“ vorliegt. Das ist bislang nicht der Fall.

Was bedeutet das für die Kommunen?

Auch auf kommunaler Ebene könnte ein Engpass bei der Versorgung oder weiter steigende Energiepreise zu Problemen führen und den kommunalen Haushalt belasten. CDU-Rat Robert Schuler hat dazu jüngst eine Anfrage an die Rudersberger Verwaltung gestellt. Er wollte wissen: „Inwieweit hat die Gemeinde das Thema Vorwarnstufe aufgegriffen?“

Wie hat Rudersberg reagiert?

Bürgermeister Raimon Ahrens bezeichnete die Frühwarnstufe als „ein sehr aktuelles und weitgreifendes Thema“. Die Gemeinde habe nach deren Ausrufung relativ schnell geschaut, welche konkreten Auswirkungen das haben könnte – und geprüft, wo die Hauptabnehmer in der Gemeinde seien.

„Bei Kindergärten, Schulen und öffentlichen Gebäude haben wir aber nicht so viele Möglichkeiten, den Verbrauch zu reduzieren.“ Hinzu komme, dass der Heizbedarf die letzten beiden Winter höher war, da wegen der Corona-Pandemie viel gelüftet werden musste. Von den momentanen Energiepreissteigerungen sei Rudersberg indes nicht akut betroffen. „Wir sind durch Garantien in Verträgen aktuell noch safe“, betonte der Bürgermeister. Und sollte irgendwann die Notfallstufe erreicht werden, habe Rudersberg keine Einzelabnahmestelle, die groß genug sei, um von möglichen Einschränkungen betroffen zu sein.

Wie kann die Kommune sparen?

Durch weitere Investitionen in die Energieeffizienz von gemeindeeigenen Gebäuden, wie etwa im Schulzentrum bereits geschehen. „Das ist ein erster Baustein, mit dem man viel erreichen kann.“ Außerdem hat der Gemeinderat vor einem halben Jahr beschlossen, das Schulzentrum an eine Holzhackschnitzelanlage anzuschließen. Das bestehende Heizsystem ist nämlich sanierungsbedürftig. Aktuell laufen hierzu die Vertragsabstimmungen. Außerdem werde die Gemeinde weiterhin regelmäßig Klimatipps für Privatleute über das Mitteilungsblatt „Der Büttel“ vermitteln – und denke auch über eine Verteilung von Energiespartipps an alle Haushalte nach.

Wird jetzt bei den Freibädern gespart?

Nein. Denn das Freibad in Steinenberg hat keine Heizung, das in Rudersberg wird per Fernwärme mit Biogas beheizt. Und beim Lehrschwimmbecken, das seine Wärme von einem Blockheizkraftwerk erhält, will die Gemeinde an der bestehenden Temperatur festhalten. „Da haben wir nur 28 Grad, das ist am unteren Ende– und das würde ich auch beibehalten wollen, um attraktiv zu bleiben“, so Bürgermeister Ahrens.

Versorgungsengpässe gibt es in Deutschland momentan noch nicht. Doch seitdem im Februar die Ukraine angegriffen wurde, bereitet man sich in Deutschland auf ein mögliches Ende der Gaslieferungen durch Russland vor. Ende März hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) deshalb die Frühwarnstufe in einem Notfallplan für die Gasversorgung ausgerufen.

Warum gilt die Frühwarnstufe?

Laut dem 2019 beschlossenen Notfallplan Gas wird die Frühwarnstufe dann ausgerufen,

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