Rudersberg

Gemeinde weist neue Parkplätze in der Ortsmitte aus

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Markierungsnägel wie diese werden in Rudersberg von vielen Autofahrern erst gar nicht als Parkplatz-Begrenzungen erkannt. Deshalb hat der Gemeinderat nun entschieden, neue Parkplätze, die ausgewiesen werden, mit Anthrazitfarbe zu markieren. © Habermann / ZVW

Rudersberg. Die Geschäfte hatten es genauso gefordert wie zahlreiche Gemeinderäte. Nun kommt die Verwaltung dem Wunsch nach und weist entlang der Ortsdurchfahrt zusätzliche Parkplätze aus. Eine knappe Mehrheit des Gemeinderats hat zudem entschieden, dass diese künftig farblich markiert werden.

Entlang der Ortsdurchfahrt an fünf Stellen sind neue Parkplätze ausgewiesen: vor der Wieslauf- und der Ahorn-Apotheke, dem Schreibwarengeschäft Donner, dem Harran-Pizza-Kebap-Haus, gegenüber dem Rathaus. Nutzbar sind diese künftig ohne zeitliche Begrenzung. Außerdem sollen noch im Laufe des Jahres rund zehn zusätzliche Parkplätze im Bereich der Schulstraße hinzukommen, allerdings als Kurzzeitparkplätze (zwei Stunden mit Parkscheibe).

Während die Plätze an der Ortsmitte durchgängig auf die Zustimmung der Gemeinderäte trafen, äußerte sich Thomas Keller (Freie Wähler) kritisch zu den in der Schulstraße geplanten. „Zehn halte ich für etwas viel“, meinte er, sechs würden seiner Ansicht nach im Sinne der Anwohner genügen. „Wir müssen keine Parkplätze für Anwohner schaffen“, sagte hingegen SPD-Rat Manfred Pokorny. Auch Wolfgang Bogusch sprach sich für die Kurzzeitparkplätze aus.

Ahrens: Parkscheibenlösung wird gut angenommen

Bürgermeister Raimon Ahrens schloss sich dem an: „Anwohner müssen Stellplätze auf privatem Grund schaffen, das ist nicht Aufgabe der Gemeinde.“ Außerdem gebe es in diesem Bereich ja noch 22 Stellplätze ohne zeitliche Begrenzung. Im Übrigen hätte sich die Parkscheibenregelung, die seit Anfang des Monats hinterm Rathaus gelte, bereits bewährt. „Das funktioniert gut“, darum wolle die Verwaltung dies nun auch ausweiten. Und: Vor acht und nach 18 Uhr sowie am Wochenende würde die Regelung ja nicht mehr gelten, dann stünden die Stellplätze den Anwohnern zur Verfügung.

Die Entscheidung für die Erweiterung der Parkplätze in der Ortsmitte fiel dann einstimmig aus – auch wenn Alexander Beck (Rudersberger Bürger) anmerkte, dass dies nur „ein kleiner Tropfen“ sei – und es noch mehr Stellplätze geben müsste. Die prekäre Parksituation in der Ortsmitte solle das Gremium deshalb auch künftig im Auge behalten. „Schließlich wollen wir die Geschäfte doch im Ort halten.“

Uneins über die Parkplatz-Markierung

Wie diese Parkplätze markiert werden sollen, darüber waren sich die Räte dann aber uneins. Die Verwaltung selbst hätte zwar am liebsten ein Band aus dunklen Steinen. Die Kosten dafür lägen aber bei mindestens 20 000 Euro, weshalb sie die Idee wieder verwarf. Und stattdessen zum einen verschiedene Markierungsnägel zur Auswahl stellte (darunter auch solche, wie die bereits bestehenden auf obigem Foto). Kostenpunkt pro Stück: bis zu zehn Euro. Und zum anderen die Kennzeichnung über Markierungsfarbe vorschlug. Hierbei würden Kosten von 14,50 Euro pro laufendem Meter entstehen, was sich bei rund 150 Metern auf rund 2175 Euro belaufen würde.

„Auf gar keinen Fall“ sollten Markierungsnägel die Parkplätze abgrenzen, meinte Steffen Menikheim (Freie Wähler). „Die werden kaum gesehen von den jetzigen Nutzern.“ Dem schloss sich sein Fraktionskollege Thomas Keller an. „Sehr unübersichtlich“ sei das im Moment, „da merkt man nicht, dass es sich um Parkplätze handelt“. Ob man die Nägel nicht farblich markieren könne, wollte er wissen? Worauf Bauamtsleiter René Schaal antwortete: Bei der Einsetzung hätten die Nägel eine solche Markierung gehabt, die mittlerweile aber nicht mehr sichtbar sei. Dass die Nägel nicht zu erkennen seien, merkte auch Manfred Pokorny (SPD) an. Sein Vorschlag: „Katzenaugen“ für die Leuchten, wenn man auf die Nägel zufährt. Wolfgang Bogusch forderte dann beides, Nägel und farbliche Markierungen, für die Parkplätze.

Frank Weller (CDU) konnte den Vorschlägen der Gemeinderäte indes nichts abgewinnen. „Das bringt nichts.“ Erst einmal sollten Nägel eingebaut werden – „und dann schauen wir, ob’s funktioniert“.

Alle Parkplätze bekommen einen farblichen Anstrich

Auch Bürgermeister Raimon Ahrens verteidigte die Nägel: „Die regelmäßigen Besucher der Ortsmitte wissen, wie die Stellplätze markiert sind – und wo.“ Farbliche Markierungen hätten zudem den Nachteil, dass im Zweifel die Steine entfernt werden müssten – sollten die Parkplätze einmal wieder entfallen. Außerdem sei die Ortsdurchfahrt das Aushängeschild, „da sollten wir ein bisschen auf die Optik achten“.

15 Räte sprachen sich schließlich für die anthrazitfarbene Markierung aus, zwölf für die Nägel mit Lackierung. Deshalb bekommen alle, nicht nur die dazukommenden, Parkplätze in der Ortsmitte demnächst einen farblichen Anstrich.


Weitere Stellplätze

Sofern es der Haushalt Ende 2019 zulässt, wird auch im Einmündungsbereich des Kleingässles ein Stellplatz gekennzeichnet sowie zwei weitere mit Pflasterbelag angelegt.