Rudersberg

Gemeinderat gibt grünes Licht für mobile Luftfilter an Rudersberger Schulen

Raumluftgerät
In der Schlechtbacher Grundschule gibt es seit April bereits einen Raumluftfilter. Weitere Rudersberger Schulklassen sollen folgen. © Gabriel Habermann

Was die Geräte nicht leisten können, das stellte Bürgermeister Raimon Ahrens im Gemeinderat gleich zu Beginn klar: „Kein Luftfilter verhindert Quarantäneanordnungen, Maskenpflicht oder Schulschließungen. Nichtsdestotrotz schlagen wir die Anschaffung vor für Räume, die sich schlecht lüften lassen.“ Dabei setzt die Gemeinde auf ein entsprechendes Förderprogramm von Land und Bund für schlecht belüftbare Klassenräume, bei dem aber noch einiges zu klären ist.

Bis zuletzt, so Ahrens, habe man gehofft, vom Land dazu noch genauere Details zu den Richtlinien zu bekommen. „Wir warten im Moment noch auf die konkrete Förderrichtlinie.“ Da bis September aber keine weiteren Ratssitzungen stattfinden, wollte sich die Verwaltung schon einmal die Zustimmung des Gemeinderates sichern, um dann schnell handeln zu können, wenn die Richtlinie steht.

An den drei Schulstandorten hat die Gemeinde deshalb bereits angefragt, wo es schlecht zu lüftende Klassenräume gibt und ein mobiles Lüftungsgerät sinnvoll wäre. An der Grundschule in Steinenberg gibt es bereits eine Klimaanlage. Die zeitnahe Umrüstung und Erweiterung der Filter wurde bereits in Auftrag gegeben. Hier besteht also kein Bedarf für diese Geräte.

Vier bis sechs Geräte werden in den Schulen benötigt

An der Grundschule in Schlechtbach gibt es ein bis zwei nicht optimal zu belüftende Räume, aber auch bereits ein Lüftungsgerät, das der Gemeinde im Frühjahr gespendet wurde (.

Am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Förderschwerpunkt Lernen in Rudersberg lassen sich alle Räume ausreichend belüften, außerdem erleichtern die kleinen Klassenräume mit nur bis zu zehn Schülern hier die Situation.

Und am Schulzentrum Rudersberg lassen sich von insgesamt rund 80 Räumen laut Einschätzung der Schulleitung vier nicht ganz optimal belüften.

Die Kosten liegen zwischen 3000 und 6000 Euro pro Gerät

Es geht also konkret um die Anschaffung von maximal sechs mobilen Lüftungsgeräten mit Kosten von jeweils zwischen 3000 und 6000 Euro, bei denen von Bund und Land eine Förderquote von bis zu 80 Prozent realistisch erscheint. Die Anschaffung stationärer Lüftungsgeräte wird seitens der Verwaltung noch geprüft.

„Wir sind bereit, zu investieren, wenn es Sinn macht“, sagte Bürgermeister Ahrens. Die weitere Entwicklung der Förderprogramme werde man daher beobachten und abhängig von den rechtlichen Rahmenbedingungen das Gremium dann informieren, welche Investitionen anstehen.

Zweifel am Nutzen der Luftfiltergeräte

„Ich gehe mit dem Vorschlag mit“, sagte CDU-Rat Robert Schuler, „würde mir aber mehr Mut wünschen.“ Die Gemeinde sollte aus seiner Sicht die entsprechenden Geräte direkt bestellen und nicht erst auf die Förderrichtlinien warten. „Es gibt noch keine Liste mit Geräten, die förderfähig sind“, gab Ahrens indes zu bedenken. „Größere Beträge würde ich nicht in die Hand nehmen, bis klar ist, ob sie auch gefördert werden.“

Steffen Knödler (Freie Wähler) fand es „wichtig, dass man was tut, aber es muss auch einen Mehrwert bringen. Es muss geklärt sein, was das Gerät kann.“ Die Lüfter sollten den Unterricht mit ihrem Lärm möglichst nicht stören – und trotzdem genug Raumluft umwälzen. Außerdem seien die Kosten der Wartung nicht zu vernachlässigen. Deshalb solle man Lüfter „nur dort nutzen, wo es was bringt“.

Auch Peter Höschele (Rudersberger Bürger) fragte sich, ob die Geräte „überhaupt sinnvoll im Unterricht sind, weil sie zu laut sind?“ Sein Fraktionskollege Martin Fries hingegen begrüßte die Entscheidung außerordentlich. Und Wolfgang Bogusch, Vorsitzender der Fraktion, meinte, „wir sind uns alle einig, dass das gut wäre“, er wollte aber zunächst aus dem Beschlussvorschlag streichen, dass die Verwaltung zur Beschaffung ermächtigt werde.

Die geplante Förderung sei „noch etwas unausgegoren“, so Bürgermeister Ahrens

Bürgermeister Ahrens stellte daraufhin klar, dass diese Ermächtigung nur für die bis zu sechs Räume gelte – und über alles Weitere der Gemeinderat gesondert abstimmen müsste, woraufhin Bogusch von seiner Forderung abrückte. Und „natürlich werden wir bei der Beschaffung auch auf das Thema Lärm einen großen Wert legen“, versprach Ahrens. Ein wichtiger Faktor sei zudem die Wartung. Die Gemeinde wolle dazu Verträge abschließen. Allerdings sei die geplante Förderung bislang „noch etwas unausgegoren“, meinte der Bürgermeister. Denn „wir wissen noch nicht, welche Geräte am Ende unter die Förderrichtlinien fallen. Wir bewegen uns da noch im luftleeren Raum.“

Er gab zudem zu bedenken, dass Rudersberg nicht die einzige Gemeinde sein werde, die bestellen wolle, wenn die Förderprogramme einmal feststehen. „Deshalb wollte ich den Beschluss haben. Über alles Weitere informieren wir Sie dann.“

Die Erfahrungen mit dem Gerät in Schlechtbach sind gemischt

CDU-Rat Schuler wollte wissen, ob man nicht zunächst Geräte in einer Testphase anschaffen könne. Das lehnte Bürgermeister Ahrens indes ab. „Wir haben in Schlechtbach ja bereits ein Gerät und die Rückmeldungen sind gemischt.“ So sei der Luftfilter zwar nützlich, aber auch laut. Und „dieses Gerät ist inzwischen auch schon weiterentwickelt worden. Ich glaube daher nicht, dass wir das Gerät testen können, das wir am Ende auch bekommen“, weshalb ein Testbetrieb aus seiner Sicht nur wenig Sinn mache.

Die Entscheidung fiel im Gremium schließlich einstimmig aus. Wenn die Förderrichtlinie steht, wird die Rudersberger Verwaltung also schnell handeln und Luftfiltergeräte bestellen können.

Was die Geräte nicht leisten können, das stellte Bürgermeister Raimon Ahrens im Gemeinderat gleich zu Beginn klar: „Kein Luftfilter verhindert Quarantäneanordnungen, Maskenpflicht oder Schulschließungen. Nichtsdestotrotz schlagen wir die Anschaffung vor für Räume, die sich schlecht lüften lassen.“ Dabei setzt die Gemeinde auf ein entsprechendes Förderprogramm von Land und Bund für schlecht belüftbare Klassenräume, bei dem aber noch einiges zu klären ist.

Bis zuletzt, so Ahrens, habe

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