Rudersberg

Glasfaserausbau in Rudersberg startet: Deutschland-Premiere für "Hello Fiber"

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Spatenstich von Verantwortlichen der Firma Liberty Networks mit Gerd Holzwarth, dem für den Breitband-Ausbau zuständigen Dezernenten des Rems-Murr-Kreises (Dritter von links) und dem Rudersberger Bürgermeister Raimon Ahrens (Zweiter von rechts). © Ralph Steinemann Pressefoto

Mit einem symbolischen Spatenstich im Ortsteil Krehwinkel hat am Montag der Glasfaserausbau von Liberty Networks unter der Marke „Hello Fiber“ in Rudersberg begonnen. Noch können sich Einwohnerinnen und Einwohner den Hausanschluss bestellen. Es ist deutschlandweit die Premiere für die neue Firma – die aber kein völliger Neuling am Markt ist, sondern zum gleichen Konzern gehört wie der frühere Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Die Bauarbeiten sollen schon in wenigen Tagen in Krehwinkel beginnen.

Bürgermeister Raimon Ahrens sagte beim Spatenstich: „Glasfasertechnologie ist einfach die Technologie der Zukunft.“ Der eine oder andere sei jetzt vielleicht der Ansicht, das nicht zu brauchen. Aber wenn man sich anschaue, mit welcher Geschwindigkeit die Internetanwendungen und damit die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Anschlüsse gewachsen seien, sei klar, „dass wir froh und glücklich sein werden, wenn wir in den nächsten Jahren große Bandbreiten haben“. Große Bandbreiten, das heißt, Download-Leistungen im Gigabitbereich. Zum Vergleich: Das ist zehnmal mehr, als bisher als Maximum bei der verbreiteten Vectoring-Technik möglich ist.

Flächendeckend in allen Teilorten für rund zehn Millionen Euro

Für Rudersberg sei es ein Glück, dass man mit Liberty Networks einen Betreiber habe, der das Glasfasernetz flächendeckend ausbauen werde, so Raimon Ahrens. Das heißt: in jeder Straße, in jedem Ortsteil, unabhängig davon, wie viele Rudersbergerinnen und Rudersberger überhaupt den Glasfaser-Hausanschluss bestellen.

Rund zehn Millionen Euro investiert Liberty Networks in den komplett eigenwirtschaftlichen Ausbau in Rudersberg. „Den kostenlosen Hausanschluss bekommt man, wenn man Kunde wird“, sagt Pressesprecherin Eva-Maria Ritter. Sie empfiehlt den Rudersbergerinnen und Rudersbergern, sich zumindest einen Anschluss für ihr Haus legen zu lassen, auch wenn man ihn derzeit noch nicht nutzen und kein Kunde für die Telefon- und Internetversorgung von Liberty Networks werden wolle. Das koste in dem Fall einmalig 199 Euro. Dann müsse man in ein paar Jahren nicht mehr aufgraben, wenn der Anschluss vollends hergestellt und genutzt werden solle. Mache jemand jetzt gar nichts, dann koste es später über Liberty Networks 1499 Euro, um sich die Leitung doch noch ins Haus legen zu lassen.

Wer auf der Homepage von „Hello Fiber“ nach den Angeboten sucht, bekommt die Info, dass die Frist für eine Entscheidung am 31. August abläuft. In einer aktuellen Pressemitteilung steht aber als Datum der 30. September. Klar ist: „Wenn der Bagger einmal durch die Straße durch ist, dann ist Schluss“, sagt Eva-Maria Ritter. Wer später komme, der müsse länger warten und dann eben die Investitionskosten selbst tragen. Auch Bürgermeister Ahrens sagte beim Spatenstich: „Es macht Sinn, dass ich mir zum jetzigen Zeitpunkt mal den Anschluss legen lasse.“ Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich in jedem Fall über die Möglichkeiten informieren zu lassen.

Wer einen Vertrag über Internet und Telefonie über „Hello Fiber“ abschließt, hat verschiedene Tarife je nach Bandbreite zwischen 300 und 1000 Megabit (entspricht einem Gigabit) pro Sekunde zur Auswahl. Die 300 Megabit gibt es zum Beispiel bei zwei Jahren Vertragslaufzeit für 24,99 Euro monatlich in den ersten sechs Monaten und 44,99 Euro ab dem siebten Monat.

Mutterkonzern Liberty Global

Bekannt vorkommen könnte vielen das Liberty-Networks-Logo mit der Blüte. Das trug auch der Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Es kommt vom gemeinsamen Mutterkonzern Liberty Global mit Firmensitz in London, einem der weltweit größten Breitbandanbieter. Vor einigen Jahren verkaufte Liberty Global den Geschäftszweig mit Unitymedia komplett an Vodafone. 2021 wurde dann, zusammen mit dem Finanzinvestor InfraVia Capital Partners aus Frankreich, Liberty Networks Germany mit Sitz in Köln neu gegründet.

Ulrich Kramer, der Technische Direktor von Liberty Networks, bezeichnete den Spatenstich in Krehwinkel als „historisch“, weil es die allererste Glasfaser-Ausbaumaßnahme des Unternehmens in ganz Deutschland ist, die tatsächlich startet. Viele weitere hat Liberty Networks schon in der Pipeline. Man sei auch im Rems-Murr-Kreis mit verschiedenen Kommunen „in intensiven Gesprächen“. In Berglen zum Beispiel hat die Firma ihre Pläne im Gemeinderat vorgestellt. Der Projektmanager nannte dort neben Berglen und Rudersberg Althütte, Auenwald und Weissach im Tal als Kommunen, an denen Liberty Networks interessiert ist.

Und die Telekom? Die hat ja angekündigt, dass sie in Rudersberg, aber nicht in den Teilorten, ebenfalls ein Glasfasernetz bauen will. Dass es dazu noch kommt, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Liberty Networks hat einen Zeitvorsprung, die Baumaßnahmen starten jetzt und sollen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Eins ist dabei klar: Kein anderes Unternehmen, auch nicht die Telekom, wird dort, wo schon Glasfaser in der Straße liegt, noch mal aufbuddeln, um ein eigenes Netz zu legen. So dürfte es eher zu Kooperationen mit Anbietern kommen. Dafür steht das Liberty-Networks-Netz offen.

Auch so werden die Bewohnerinnen und Bewohner Rudersbergs in den nächsten Monaten viel Bautätigkeit ertragen müssen. Ohne Straßen aufzureißen, funktioniere der Ausbau nicht, sagte Bürgermeister Raimon Ahrens. Aber gerade deswegen sei der klar begrenzte Zeitrahmen von zwei Jahren für die Maßnahme ein weiterer Pluspunkt von Liberty Networks.

Mit einem symbolischen Spatenstich im Ortsteil Krehwinkel hat am Montag der Glasfaserausbau von Liberty Networks unter der Marke „Hello Fiber“ in Rudersberg begonnen. Noch können sich Einwohnerinnen und Einwohner den Hausanschluss bestellen. Es ist deutschlandweit die Premiere für die neue Firma – die aber kein völliger Neuling am Markt ist, sondern zum gleichen Konzern gehört wie der frühere Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Die Bauarbeiten sollen schon in wenigen Tagen in Krehwinkel

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