Rudersberg

Kandidat Rüdiger Burkhardt im Gespräch

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Er möchte als Bürgermeister hinein: Rüdiger Burkhardt vor dem Rudersberger Rathaus. © Zühr / ZVW

Rudersberg. Rüdiger Burkhardt will Bürgermeister von Rudersberg werden. Kommunalpolitik interessiert ihn, Rudersbergs Reize hat er bereits entdeckt. Burkhardt hat sich schon bei verschiedenen Parteien engagiert und tut es nun bei der AfD. Wie positioniert er sich etwa zur Flüchtlingsintegration? „Ich bin für alle Menschen zuständig, auch für Flüchtlinge, dass sie in ihrer Lebensumgebung ihre Lebensidee entfalten können“, verspricht er für den Fall seiner Wahl.

Video: Bürgermeisterkandidat Rüdiger Burkhardt stellt sich vor.

Warum Rudersberg? Schließlich suchen in Kürze auch andere Gemeinden einen Bürgermeister. „Ich bewerbe mich nur einmal als Bürgermeister“, versichert Rüdiger Burkhardt. Die Landschaft gefalle ihm, die Gemeinde sei lebens- und liebenswert, naturverbunden, interessant mit Verkehrs- und baulichen Aspekten und auch, weil es sehr viele Teilorte gibt, es gehe um Teilorts-Identität, Zusammenwachsen, nennt er einige Aspekte.

Rudersberg kennt er bisher von Wanderungen und durch seinen Beruf im Landratsamt. Als Fachbereichsleiter kümmerte er sich mit um die Sanierung der schadhaften Erdwärmesonden in Zumhof.

"Ich war schon immer ein politischer Mensch"

Warum Bürgermeister? Schließlich hat Burkhardt einen interessanten Beruf, im Landratsamt gibt’s sicher Aufstiegschancen. „Bürgermeister deswegen, weil ich schon immer ein politischer Mensch war. Lokalpolitische Themen haben mich schon immer interessiert.“ Zu einem Bürgermeister gehöre nicht nur, eine Verwaltung leiten zu können, wozu er sich befähigt fühle.

„Er muss auch politisches Gespür haben, die Fähigkeit und Lust darauf, Dinge zusammenzubringen, die Fraktionen, die Meinungen der Bürger, um Gemeinsames voranzubringen.“ Burkhardt versichert: „Ich will viel Leistung bringen, etwas bewegen.“

Bewusst habe er bisher darauf verzichtet, Gemeinderat zu werden, er fürchtete einen Interessenkonflikt mit der Arbeit im Landratsamt.

So kam Burkhardt zur AfD

Der 50-Jährige hat sich bereits in verschiedenen Parteien engagiert. Zunächst bei der CDU in Waiblingen, dort wohnt er. Dort blieb er etwa ein Jahr. Die „Mappus-Geschichte“ habe ihn zu den Grünen gebracht. „Von meinem Wesen her bin ich ein konservativer Grüner und vielleicht auch einen Hang patriotisch.“

Von 2012 bis 2016 arbeitete Burkhardt bei den Grünen mit. „Es war eine tolle Zeit.“ Im vergangenen Jahr wechselte er zur Alternative für Deutschland (AfD). „Die Motivation war nicht, von den Grünen wegzugehen.“ Aber er habe 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise ein undemokratisches Handeln der Bundesregierung wahrgenommen mit Grenzöffnungen, ohne das Parlament zu befragen, sagt Burkhardt und sieht auch einen Rechtsbruch des Schengen-Abkommens.

Die AfD sei die einzige Partei gewesen, die die Punkte kritisiert habe. Hätten das die Grünen auch getan, wäre er bei ihnen geblieben. „Das ist der einzige Grund, warum ich zur AfD gegangen bin.“

Während der Bürgermeisterwahl wird die Parteiarbeit ruhen

Er habe „auch ein sehr großes Problem mit Zielen der AfD“, fährt Burkhardt fort. „Viele Ziele der AfD kann ich nicht mittragen.“ Zum Beispiel die Idee, dass es keine Beschränkungen des Autoverkehrs geben solle. „Freie Fahrt für freie Bürger finde ich ned gut.“ Ebenso wie die „Leugnung, dass die Klimaproblematik nicht menschengemacht ist“, ergänzt er. „Es ist eine neue Partei, es läuft vieles ned rund.“

In der AfD arbeitet Burkhardt auch im Kreisvorstand als Beisitzer mit und ist Stellvertretender Leiter in einem Landesfachausschuss der AfD, unter anderem für Umweltschutz und Naturschutz. Während der Kandidatur für die Bürgermeisterwahl, und falls er Schultes würde, soll die Parteiarbeit ruhen. Burkhardt ist ausdrücklich nicht als Kandidat einer Partei angetreten.

Sprecher der AfD für Waiblingen, wie er einmal einen Leserbrief unterzeichnet hatte, sei er übrigens nicht, erklärt Burkhardt. „Das war etwas falsch von mir.“

„Derzeit geht ein Riss durch unsere Gesellschaft"

In Leserbriefen bezeichnete Burkhardt andere als „Gutmenschen“, schrieb unter anderem, „Gambier gehören nach Gambia“ und auch „Liebe Türken, geht mit euren Familien nach Hause in euer Land, da könnt ihr so viel Wahlkampf machen und Sprüche klopfen, wie ihr wollt“.

In seinen Zielen und Themen, die Rüdiger Burkhardt beim Pressegespräch überreicht, heißt es unter anderem: „Derzeit geht ein Riss durch unsere Gesellschaft und damit auch durch die Gemeinde Rudersberg. Viele von uns haben durch die zu uns gekommenen Flüchtlinge tief sitzende Ängste, ihre nationale Identität und damit ihr Sein sowie ihre Heimat zu verlieren oder sich zumindest in ihr nicht mehr wohlzufühlen.“ Dies zu verstehen und anzuerkennen sei der erste Schritt zur Lösung des Problems. „Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Bürgermeister sehe ich darin, diesen Riss wieder zu kitten.“

„Ich bin für alle Menschen zuständig, auch für Flüchtlinge"

Wie soll das vor Ort funktionieren, wo es bereits Flüchtlinge gibt und viel Engagement für ihre Integration? Auch mit ihm „als AfDler wird die Flüchtlingsunterbringung weitergeführt, ohne Wenn und Aber“, so Burkhardt und verspricht „100 Prozent Wertschätzung“ für das Engagement. Der Widerspruch? „Die Zuständigkeiten sind andere. Die Kommunen sind für die Flüchtlingsunterbringung zuständig.“

Das müsse man ausführen nach Recht und Gesetz. „Die Diskussion, was mit Flüchtlingen passiert, die keine Bleibeperspektive haben, das ist eine bundespolitische Diskussion.“ Ein Bürgermeister ist für das Wohl aller Bürger zuständig, das sieht Rüdiger Burkhardt auch so. „Ich bin für alle Menschen zuständig, auch für Flüchtlinge, dass sie in ihrer Lebensumgebung ihre Lebensidee entfalten können“, erklärt er für den Fall seiner Wahl.

Info

Weitere Informationen zu Rüdiger Burkhardt finden Sie auf seiner Homepage.